Beiträge vom September, 2008

Ausstellung „Neue Pastelle und Zeichnungen von Andreas Meyertöns“

Montag, 22. September 2008 14:13

Neue Pastelle und Zeichnungen des Dresdner Künstlers Andreas Meyertöns, die in den letzten Jahren entstanden sind, zeigt eine Ausstellung der Abteilung Denkmalschutz im Kulturrathaus.

Idyllische Motive aus den historischen Dorfkernen im Dresdner Süden, aber auch Szenen aus der Natur und verträumte ländliche Details werden bis zum 24.10.2008 gezeigt.

Die Ausstellung im 3.OG des Kulturrathauses, Königstr. 15, 01097 Dresden, ist montags und freitags von 8:00 bis 15:00 Uhr und dienstags und donnerstags von 8:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter dresden.de

und bilder-aus-dresden.de

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Der Bismarckturm auf Dresdens Räcknitzhöhe

Sonntag, 14. September 2008 20:30

„Es ist ein Vorteil des Altwerdens, dass man gegen Hass und Verleumdung gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für […] Liebe stärker wird.“ [1]

So beschrieb einst ein Politiker die Empfindungen während des Alterns, der auf eine Lebenszeit voller Kontroversen, Krisen und weltgeschichtlicher Ereignisse zurückschauen konnte: Otto von Bismarck war der erste Kanzler des Deutschen Reiches, der unter seinen Zeitgenossen als streitlustiger, wahnsinniger und doch als genialer Politiker galt. Trotz seiner nachhaltig zwielichtigen Bedeutung für überspanntes Deutschtum, kann er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geschichte gesehen werden. Diese außergewöhnliche Position innerhalb der Entwicklung war auch Jahre nach seinem Tod Anlass für zahlreiche Ehrungen. Bismarck wurde nicht nur in Standbildern, Historiengemälden und lyrischen Ehrungen verewigt. Am markantesten sind die 160 erhaltenen Bismarcktürme, die von 1899 bis 1911 auf dem Gebiet des damaligen deutschen Staatsgebietes gebaut wurden [2]. Die einst 240 Türme beflaggten wichtige Punkte von Städten und Landschaften in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik. Nicht nur als Denkmäler im herkömmlichen Sinne geplant, sollten sie zu besonderen Anlässen als weithin sichtbare Feuersäulen fungieren und somit den „Bismarckmythos“ zum Beginn des 20. Jahrhunderts schüren [3].

In der sächsischen Landeshauptstadt findet man vier verschiedene Bismarcktürme [4]: Bekanntester ist wohl jener auf der Räcknitzhöhe im Süden Dresdens. Der Bau des am 23. Juni 1906 eingeweihten Turms, der stilistisch auf den „Standardentwurf“ von Wilhelm Kreis zurückgeht, wurde von damaligen Dresdner Studenten initiiert und mit Spenden der Stadtbevölkerung finanziert. Dieser Entwurf wurde bei 42 dieser Denkmaltürme verwendet, wobei die Kubaturen nie vorgeschrieben waren. Während der ausgehenden Kaiserzeit, der Weimarer Republik, aber speziell während des Dritten Reiches wurde der Turm nicht mehr in seinem eigentlichen Sinn genutzt. Nach der Teilung Deutschlands – man zog sogar seinen Abriss in Erwägung – wurde der Bismarckturm in “Friedensturm” umbenannt [5]. Nach der Wiedervereinigung und der Jahrtausendwende wurde der Turm in miserablem Zustand vorgefunden. Erneut waren es Dresdner Studenten, die 2003 mit der Gründung des „Bismarckturm Dresden e.V.“ den Startschuss für die Rettung und Erhaltung des Bismarckturms gaben. Die Arbeit des Vereins wurde am 30. August 2008 mit der feierlichen Eröffnung des restaurierten Turms für die Öffentlichkeit belohnt [6].

Die 23 m hohe Sandsteinsäule trohnt auf einem quadratischen Standsockel, welcher auf einer kleinen künstlichen Anhöhe sitzt. Nach einem weiteren übermannshohen und gestuften Turmsockel erhebt sich der hohe Turmkörper. Dieser nimmt etwa dreiviertel der Höhe des gesamten Bauwerks ein und spiegelt eine Art überdimensionierten, quadratischen kantonierten Pfeiler wider. An der Ostseite des Turmkörpers befindet sich ein Relief eines Adlers, der von zwei Halbsäulen eingerahmt wird. Kurz vor dem Abschluss des sich verjüngenden Turmkörpers umläuft ein Gesmisband den Bau. Auf dem Turmkörper sitzt der Turmabschluss. Beginnend mit einer konkaven Gebälkzone, schließt dieser Bereich mit einer dreistufigen Kastenarchitektur ab, bei der die dritte und überhöhte Stufe die steinerne Grenze der Aussichtsplattform bildet. Der mit Backsteinen verkleidete Innenraum, der sich aus Turmsockel und -körper zusammensetzt, ist hohl und lässt genug Raum für die Erschließungstreppen. Diese führt die Besucher zur Aussichtsplattform hinauf. Die moderne Stahltreppenkonstruktion setzt einen bewusst genutzten Kontrast zu den Überresten der ehemaligen Treppe, welche man noch heute teilweise sehen kann. Stilistisch könnte man diese Form des Bismarckturms als eine Anlehnung an romanische Festungsarchitektur verstehen. Dieser Effekt wird nicht zuletzt durch das gemischt versetzte, äußere Mauerwerk hervorgerufen [7]. Diese Formensprache schien wohl gut in die romantisierende und heroisierende Mittelaltervorstellung des nationalen Deutschverständnisses zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu passen.

Schließlich auf der Plattform angekommen, erwartet den Besucher ein reizvolles Panorama, das bei gutem Wetter den Blick von der Sächsischen Schweiz über das entfernte Osterzgebirge bis nach Freital lenkt. In Richtung Norden erblickt man das Dresdner Stadtgebiet und man erhält ein Gefühl dafür wie sich Dresden schier unendlich als urbane Masse an der Elbe entlang schlängelt. Bei genauerem Hinsehen kann man zwei weitere Bismarcktürme erspähen. Neben dem Bismarckturm auf den Weinbergen oberhalb von Radebeul, kann man auch den Fichteturm in Dresden-Plauen erblicken.

Erreichen kann man den Bismarckturm über die Südhöhe und die Ludwig-Renn-Allee. Den Eingang findet man auf der Südseite des Turms. Der Eintritt zum Turm und für den Aufstieg ist frei und von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 bis 18 Uhr möglich.

Ein Blick vom Bismarckturm über das abendliche Dresden:

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[1] Zitat entnommen von: www.gedichte-garten.de .
[2] Entnommen von: www.bismarcktuerme.de .
[3] siehe [2] .
[4] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[5] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[6] siehe: www.bismarckturm-dresden.de .
[7] Koch, Wilfried: „Baustilkunde”; München 2006.

Thema: Über den Dächern - Dresden, Stadt der Türme, Wissenswertes | Kommentare (1) | Autor:

Neue Veranstaltungen mit den Jungen Freunden der Staatlichen Kunstsammlungen

Samstag, 6. September 2008 9:42

Freitag | 12. September | ab 20 Uhr | Eintritt 5 Euro | Kunsthalle im Lipsiusbau | Brühlsche Terrasse | Fremde Klänge: Live-Konzert mit Kung Pao mit anschließendem DJ-Set. Ein Abend in Zusammenarbeit mit Fly Fast Concepts.

Eine tschechische Band aus Prag spielt chinesischen Revival-Rock – das kann nur krachen! Und danach legt George Lindt, der Kenner der chinesischen Musikszene und Regisseur von “Beijing Bubbles”, chinesischen Rock und Pop auf. Bei dieser erstklassigen Besetzung freuen wir uns schon jetzt auf einen beschwingten, exotischen Abend mit guter Musik und netten Gesprächen im Lipsiusbau – ein Tsingtao-Bier gibt’s für jeden gratis!

Website der Gruppe Kung Pao

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Samstag | 13. September | 14 Uhr | Junge Freunde: Eintritt frei | Nichtmitglieder: Ausstellungseintritt 5 Euro | erm. 3 Euro | Kunsthalle im Lipsiusbau | Brühlsche Terrasse | Rundgang: Zeichen im Wandel der Zeit. Chinesische Tuschmalerei der Gegenwart” mit Isabel und Qin

Die zeitgenössische chinesische Tuschemalerei in ihren riesigen Formaten wirkt beeindruckend, ästhetisch – aber auch rätselhaft fremd. Zusammen mit Isabel, die an der Ausstellung mitgearbeitet hat und mit Qin, unserer chinesischen Expertin für die Kultur Chinas und Deutschlands, wollen wir die Besonderheiten und versteckten Botschaften dieser Malerei entdecken.

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Donnerstag | 18. September | 18:30 Uhr | Eintritt 5 Euro | Kunstgewerbemuseum | Schloss Pillnitz, Bergpalais | Sonderausstellung “Chinese Gardens for Living” Vortrag: Chinesische Gartenbaukunst und heutiges Bauen in China – der Architekt und Stadtplaner Albert Speer (Frankfurt a. M.) spricht über den Einfluss chinesischer Tradition auf seine Projekte für China.

Interview mit Albert Speer im Kunstmagazin Art

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Samstag | 22. November | 14 Uhr | Junge Freunde: Eintritt frei | Nichtmitglieder: Ausstellungseintritt 3 Euro | erm. 2 Euro | Josef-Hegenbarth-Archiv | Calberlastraße 2 | Künstler-Gespräch in der Ausstellung: Jana Morgenstern. Stein. Arbeiten auf Papier.

Website von Jana Morgenstern

Thema: Ausstellungen, Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Veranstaltungstipps | Kommentare (0) | Autor: