„Moderne braucht Vergangenheit“ – 5 Jahre Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung an der TU Dresden

Keine Moderne ohne Vergangenheit, das könnte ein Wahlspruch für den Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung sein. Dieser existiert seit nunmehr 5 Jahren an der TU Dresden. Am 28.11.2008 war dieses Jubiläum Anlass für einen feierlichen Festakt in den Räumen des Landesamtes für Denkmalpflege im Dresdner Ständehaus.

Neben einleitenden Grußworten, unter anderem von Prof. Rosemarie Pohlack, Landeskonservatorin von Sachsen, Prof. Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden und Gerhard Eichhorn, dem Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, standen eine thematische Einführung durch Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer, Stiftungsprofessur der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, auf dem weiteren Programm der Feierlichkeiten. Prof. Hermann Kokenge, Gerhard Eichhorn und auch Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer lobten die Interdisziplinarität und die zukunftsweisende Beispielfunktion des Masterstudienganges. Dieser ist nicht zuletzt ein Ergebnis der guten Kooperation und einem erfolgreichen Gedankenaustausch zwischen der TU Dresden, dem Landesamtes für Denkmalpflege und dem Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau. Alle Redner hoben das enorme Engagement von Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier heraus, welcher als Mitbegründer und Koordinator des Masterstudiengangs an der TU Dresden Teil am grandiosen Erfolg des Ganzen hat. Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer fasste es so zusammen: „Ohne Hans-Rudolf Meier hätte der Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung nie seinen heutigen Rang in Lehre und Präsenz erreicht.”

Auf die stimmungsvollen Grußworte folgte ein denkwürdiger Vortrag von Prof. Dr. Dr. hc. Hans Joachim Meyer, Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst a.D., der die Frage: „Braucht die Moderne keine Vergangenheit?” zu beantworten suchte und die Denkmalpflege zum Anwalt jeglicher Form von Kunst proklamierte, welche nicht mehr für sich selbst sprechen kann – und lobte so den Anspruch und die Aufgabe des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung. Im Anschluss trug Prof. Dr. Werner Sewing seine Erkenntnisse über den Mythos „europäische Stadt” vor und betonte, dass die Wahrnehmung und Wahrung des kulturellen Erbes innerhalb der heutigen Stadtentwicklung zentrale Grundpfeiler der modernen Denkmalpflege darstellen.

Den Abschluss des offiziellen Teils bildeten Erfahrungsberichte über den Studienalltag von Dr. Susanne Jaeger, langjähriger Mitarbeiterin am Studiengang und von Absolventen die innerhalb ihrer Ausführungen besonders die „Nichtverschulung” des postgradualen Studiengangs in Zeiten des Bologna-Prozesses in den Vordergrund stellten.

Der gesamte Festakt stand und steht als gelungene Bilanz eines innovativen Prozesses der nicht nur für die TU Dresden richtungweisend ist.

Man kann gespannt und sicher sein, dass die Wirkung und die Ergebnisse des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung auch zum 10. Jubiläum erneut den Anlass zu einem verdienten Festakt bieten werden. Exemplarisch steht der Masterstudiengang für eine positive Entwicklung innerhalb der Architektur-, Kultur- und Geisteswissenschaft und zeigt zum einen, dass die Vergangenheit den Grund und Ausgangspunkt für jede Form von Moderne bildet und die Beschäftigung und die Wahrung der Vergangenheit eindeutig zur Aufgabe jeglicher Kultur zählt.

Keine Moderne ohne Vergangenheit.

Text und Fotos: Olav Helbig und Andreas Gosch

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Weitere Informationen:

Kontakt: Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung

Sekretariat: Frau Peggy Torau / Email: info@masterstudiengang-denkmalpflege.de / Telefon: 0351-463 39500

Technische Universität Dresden / Professur für Denkmalkunde und angewandte Bauforschung / 01062 Dresden

www.masterstudiengang-denkmalpflege.de

Infobroschüre zum Studiengang (.pdf)

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Datum: Mittwoch, 3. Dezember 2008 15:08
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