Hannes Broecker „42 Tage unter Tage. Die Kopf-Knie-Stellung“ | Jan Brokof „Gehäuse“

42tage-hannesbroecker problemviertel1-janbrokof

Die „galerie baer – raum für aktuelle kunst” zeigt noch bis zum 27. Februar 2009 in einer Doppelausstellung von Hannes Broecker und Jan Brokof neue Arbeiten der Künstler.

Betritt man den Galerieraum, versperrt ein scheinbar auf dem Galerietresen abgelegter, neun Meter langer monumentaler Betonträger den Weg in die Ausstellung „42 Tage unter Tage. Die Kopf-Knie-Stellung”. Der Galerieraum gleicht einer Unterführung, einem Schacht, einer Höhle. Ohne Tageslicht, die Fensterfront ist mit Bretterverschlägen zugenagelt. Nicht nur der Betonträger dividiert den Raum optisch. Auch die Wand ist geteilt, oben schwarz, der Sockel zeigt sich mit verschiedenen farblichen Mustern, Formen und Symbolen in Graffitimanier ausgeführt.

Hannes Broecker arbeitet meist installativ raumgreifend, intervenierend. Er ordnet und zerstört. Ein heller, intakter Büroraum verwandelt sich in eine Baustelle, ist als Office aber weiterhin funktionsfähig. Der Künstler transformiert urbane Erfahrungen, Zeichen, Symbole mit der rebellischen Geste der Straßenkunst in den Innenraum. Farblich und in der Form komprimiert, mit Synonymen, Symbolen und Fragmenten behandelt, stellt der Künstler ein Umfeld dar, das, einmal von jeglicher Funktion entbunden, alle vorherrschenden Regeln verliert.

In „Gehäuse” bildet Jan Brokof einen Raum für Situationen und Szenen, wobei sich einige Elemente in verschiedenen Kontexten wiederholen. Er entwickelt aus früheren Arbeiten gewonnene Ansätze weiter, konzentriert sich auf bestimmte formale Aspekte und ein Formenvokabular, das rhythmisiert sowohl in Installationen als auch in Holzschnitten oder Papiercollagen eingesetzt wird. Die Collagen führen Jan Brokof zu einem von ihm angestrebten Arbeitsprozess, der ohne Zwischenschritte ausführbar ist.

Die Arbeit Melodie und Rhythmus, eine Sammlung von Zeichnungen, Collagen und Tuschen, wirkt wie ein Einblick in das Skizzenbuch des Künstlers. Tatsächlich war das Aufzeigen von Spontaneität und Schnelligkeit einer der Intentionen von Jan Brokof. Jede der Arbeiten kann als Sinneinheit einzeln oder in einem anderen Kontext stehen.

Bei der Holzschnittinstallation Problemviertel arbeitete Jan Brokof reduziert mit abstrakten Elementen, aber auch mit Figuration und Narration, ohne den Charakter einer geplant herbeigeführten Geschichte zu übernehmen. Mit seinen Motiven begibt sich Brokof auf eine neue Ebene in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Alltag, gelöster von einem stark an den persönlichen Inhalt angelehnten Sujet.

Weitere Informationen unter: www.galerie-baer.de

galerie baer
raum für aktuelle kunst

Louisenstr. 72

Öffnungszeiten
Di | Mi 10-15
Do | Fr 12-19
Sa 12-17

Autor:
Datum: Dienstag, 20. Januar 2009 19:25
Trackback: Trackback-URL Themengebiet: Ausstellungen, Wissenswertes

Feed zum Beitrag: RSS 2.0 Diesen Artikel kommentieren

Kommentar abgeben