Beiträge vom Juni, 2009

Das Palmenhaus im Pillnitzer Schlosspark

Sonntag, 28. Juni 2009 20:51

Palmenhaus_Pillnitz

„Eine richtige Premiere. Und es funktioniert!“ verkündet ein Mann, der bis zur Hüfte in einem Becken mit Wasser steht. Er ist Brunnenbauer und hat gerade das Wasserspiel in dem königlichen Palmenhaus von Schloss Pillnitz bei Dresden in Gang gesetzt. So hörte sich der Abschluss letzter Arbeiten an dem ovalen Brunnen mit Fontäne an, der zentral in dem achteckigen Mittelbau des Gebäudes liegt. 1859 ließ der sächsische König das repräsentative Pflanzenschauhaus bauen. Die Konstruktion aus Gusseisen und Glas, die in Deutschland einzigartig ist, wurde nun restauriert und wird in diesen Tagen wieder zur Besichtigung frei gegeben. Bis 1990 ist mehr als dreißig Jahre nichts an dem Gebäude gemacht worden. Der Kunsthistoriker Fritz Löffler, dem Dresden viel zu verdanken hat, schlug in einem Brief an die SED-Führung sogar vor, das Palmenhaus an Westberlin zu verschenken, anstatt es verfallen zu lassen. Der Bau ist von dem Londoner Crystal Palace inspiriert, der viele Jahrzehnte Sinnbild für britische Innovation war. Joseph Paxton, ein angesehener Gartenarchitekt und spezialisiert auf Gewächshäuser, entwarf den Kristallpalast. Errichtet für die erste Weltausstellung 1851, wurde das Gebäude danach demontiert und in dem Stadtteil Syndenham wieder aufgebaut. 1936 fiel der Bau einem Großbrand vollständig zum Opfer. [Bild]

In der Schlossanlage Pillnitz steht mit dem Palmenhaus der einzige noch erhaltene Vertreter dieser Konstruktionsweise in Deutschland. Dreißig Jahre gehen an einem Bauwerk aus vergleichsweise empfindlichen Baustoffen wie Gusseisen, Holz und Glas nicht spurlos vorbei. „Die äußeren Stützen, die gleichzeitig Regenrohre waren, mussten fast komplett neu gegossen und ausgetauscht werden. Der Frost hatte in den vielen Wintern das Material stark angegriffen“, sagt Roland Puppe, Bereichsleiter Garten der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen. Das Gebäude entstand in der Regierungszeit von König Johann I. von Sachsen. Ab 1858 ließ er alte Gewächshäuser teilweise um- und neu bauen. Der König interessierte sich jedoch mehr für Literatur und Philosophie als für Botanik. „Wahrscheinlich hat König Johann das Palmenhaus in Andenken an seinen verunglückten Bruder, Friedrich August II., bauen lassen“, so Puppe. Friedrich August II. war leidenschaftlicher Botaniker und hatte die Pillnitzer Pflanzenbestände umfassend erweitert. Der historische Bepflanzungsplan des weitläufigen Schlossparks gilt seit langem als verschollen. Die verantwortlichen Gärtner mussten sich bei der Rekonstruktion der historischen Pflanzenanordnung an alte Fotografien und schriftliche Überlieferungen halten. In dem  Palmenhaus, das in Südflügel, Mittelhalle und Nordflügel gegliedert ist, gedeihen hauptsächlich so genannte Holländer und Neuholländer. Das sind Gewächse aus den ehemaligen niederländischen Kolonien in Südafrika Australien.  Die achteckige Mittelhalle ist eines der Warmhäuser und zeigt seltene Palmenarten und prachtvoll blühende Pflanzen, wie die Paradiesvogelblume, deren leuchtend gelbe Blüte einen Akzent setzt. Das Oktogon vereint sowohl die botanischen, als auch die architektonischen Highlights in sich. Die Gestaltung des Innenraums ist teilweise von viktorianischen Rundungen inspiriert, während andere Details und der klare äußere Aufbau an die Industrialisierung erinnern. So haben die Auflageflächen für Hängepflanzen die Form eines Rades dessen Speichen verspielt geschwungen sind. Im 19. Jahrhunderts wurde mit der künstlich geschaffenen Idylle eine Beschaulichkeit und Sicherheit vermittelt, die in Krisenzeiten Ruhe und Geborgenheit suggerierte. Großbritannien entwickelte sich im 18. und 19. Jahrhundert zu einer Wohlfühlinsel, auf der sich adlige und wohlhabende Gesellschaften regelmäßig in die heimischen Tropenhäuser zurückzogen, um sich der traditionellen Tea-time zu widmen.

Palmenhaus_Pillnitz2Bevor in Pillnitz der endgültige Entschluss gefasst wurde das Palmenhaus für die ursprüngliche Nutzung wieder herzurichten, erwog man auch die Einrichtung eines Café- oder besser Teehauses. „Der Vorschlag entpuppte sich schnell als nicht praktikabel. Im Winter muss man allein für die Pflanzen heizen bis das Kondenswasser von der Decke tropft und im Sommer würde man die Sonne kaum aushalten“, sagt Roland Puppe, der seit Anfang der neunziger Jahre mit dem  Palmenhausprojekt beschäftigt ist. Letztlich wurde entschieden das Palmenhaus wieder als botanisches Schauhaus einzurichten und ehemalige Wirtschaftsräume so umzugestalten, dass wechselnde Ausstellungen eingerichtet werden können.

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Weitere Infos unter:

www.schloesser-dresden.de

Bild vom Londoner Crystal Palace entnommen von:  www.prometheus-bildarchiv.de

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Griechisch, römisch oder gotisch? Überlegungen zum Antikenstudium in der französischen Skulptur um 1200

Dienstag, 23. Juni 2009 11:37

tudresden-winckelmannVortrag Prof. Dr. Dr. h.c. Peter Kurmann, Fribourg


Freitag, 26. Juni 2009, 18.30 Uhr
Hörsaalzentrum, Bergstraße 64, HS 2

Wie nie zuvor im Mittelalter lehnte sich die Kunst der Steinbildhauer derart eng an Vorbilder der Antike an wie in den Bauhütten der gotischen Kathedralen um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert. Das ist um so erstaunlicher, als genau in dieser Zeit das System der gotischen Architektur – sozusagen der Antipode der klassischen Baukunst der Antike – zur vollen Reife gelangte. Ist das ein Widerspruch? Wie kam dieses Verständnis für die Skulptur der Antike zustande? Kannten die Bildhauer der Hochgotik nicht nur römische Vorbilder, sondern vielleicht auch solche der griechischen Klassik? Welche Rolle spielte die „antikische“ Phase der Zeit um 1200 innerhalb der Geschichte der gotischen Kunst? All diesen Fragen soll im Verlauf des Vortrags nachgegangen werden.

Der Vortrag findet im Rahmen der Johann Joachim Winckelmann-Vorlesungen der TU Dresden statt, die gemeinsam vom Institut für Kunst- und Musikwissenschaft, der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden veranstaltet wird.

Entnommen von : tu-dresden.de

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Wer braucht schon Gold?! Johann Friedrich Böttger und die Schatzkunst.

Montag, 15. Juni 2009 17:25

JF_JF

Wer braucht schon Gold?!

Jour Fixe | Johann Friedrich Böttger und die Schatzkunst

Mittwoch, 24. Juni 2009 | 19 Uhr | Neues Grünes Gewölbe, Sponselraum | Residenzschloss | Kuratorenführung  | Eintritt für Mitglieder frei | Gäste sind willkommen und zahlen 3,- Euro | Teilnehmerzahl begrenzt, bitte bis Montag, 22.6. anmelden: nadja.schmieder@skd.museum

Der große Traum vom Gold! Am Anfang der Mission Johann Friedrich Böttgers am Dresdner Hof stand der Wunsch Augusts des Starken, mit Hilfe der Alchemie unedle Metalle in Gold zu verwandeln. Das Unmögliche vermochte aber auch Böttger nicht zu vollbringen – sehr wohl jedoch gelang es ihm erstmals in Europa, Porzellan herzustellen. 300 Jahre ist es her, dass der Forscher mit dem nach ihm benannten „Böttgersteinzeug“ den roten Vorläufer des „weißen Goldes“ erfand. Wir erfahren von den Kuratorinnen der Ausstellung, wie es dazu kam, was diesen ganz besonderen Stoff auszeichnet und bekommen im Grünen Gewölbe wunderschöne Objekte zu Gesicht!

Wir freuen uns auf Euch,

Das Team der JUNGEN FREUNDE

Infos: unter www.skd-dresden.de und www.freunde-skd.dejohann_friedrich_boettger

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Portrait Johann Friedrich Böttgers entnommen von: www.portrait.kaar.at

Thema: Ausstellungen, Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Veranstaltungstipps, Wissenswertes | Kommentare (0) | Autor: