Beiträge vom August, 2009

Kin.OSTRALE – die OSTRALE’09 zu Gast im Programmkino Ost

Montag, 31. August 2009 15:36

kinostrale_rongxiangZum ersten Mal findet eine OSTRALE-Veranstaltung außerhalb des Ostrageheges statt – in Zusammenarbeit mit der Striesener Kino-Institution PK Ost wird am Mittwoch ein Kunstfilmabend präsentiert. Das zweistündige Programm vereint vier Filme, welche von deutschen, amerikanischen, ungarischen und italienischen Filmemachern stammen. Der Film RONG XIANG des in New York lebenden Künstlers Caspar Stracke ist eine Arbeit über Le Corbusiers Kapelle Notre Dame Du Haut in Ronchamp, Frankreich, und seine originalgetreue Replik in Zhengzhou in der Provinz Henan in Ostchina. Die Ronchamp Replik in Zhengzhou wurde zu einer Legende, war jedoch nur kurzlebig: 1994 errichtet, wurde sie in 2006 nach einem dreijährigen Disput mit der “Fondation Le Corbusier” zerstört.

Der Dresdner Fotograf Lothar Sprenger hat zusammen mit dem Maler Reinhard Sandner eine poetische Filmreise durch eine Landschaft gemacht, die noch lebhafte Spuren des Braunkohleabbaus trägt. Der Film “Rauchzeichen” ist auch eine Erkundung von Sinnlichkeit und Würde alter Gemäuer. Wortlos und bildgewaltig erzählen Sandner und Sprenger von Menschen, verwehtem Ruß und einer Landschaft, die es so nicht mehr gibt. Der Film entstand zwischen 1994 und 1997. Als er geschnitten wurde, begann man mit den Einebnungen und Sprengungen.

Der Film “MUTO” des italienischen Künstlers BLU ist auf Dresdner Leinwänden schon kein Unbekannter mehr: Beim diesjährigen Filmfest gewann er den Goldenen Reiter in der Kategorie Animationsfilm. Auch nach mehrmaligem Sehen beeindruckt immer wieder, wie BLU mithilfe von Farbe auf haushohen Fassaden einen kompletten Animationsfilm realisiert – zudem ist der Streifen ein augefallenes Beispiel für die Vielseitigkeit von Streetart, welche ja bei der OSTRALE’09 durch mehrere Künstler vertreten wird.

Als letzter Film läuft “Einmal Hunne immer Hunne” des ungarischen Künstlers József Szolnoki, hergestellt in Kooperation mit Katharina Roters. Der Film geht den Fragen nach: Was ist das Hunnen-Virus? Wer sind die Hobby-Hunnen, und was wollen sie von uns? Wir erleben eine skurrile Forschungsreise auf den Spuren von Hunnenkönig Attila, seinen Getreuen und seinen Nachfolgern. Gezeigt werden Beobachtungen und Begegnungen zwischen Budapester Kultstätten und Kölner Karneval – manchmal aberwitzig, manchmal schaurig, in jedem Fall aber erstaunlich.

Kin.OSTRALE: Mittwoch, 2. September, 20 Uhr, Programmkino Ost, Schandauer Str. 73

“Rong Xiang” (8:34) von Caspar Stracke (D/USA)

“RAUCHZEICHEN” (35:00) von Lothar Sprenger und Reinhard Sandner (D)

“MUTO” (7:30) von BLU (IT)

“Einmal Hunne immer Hunne” (51:00) von Jozsef Szolnoki (HUN)

Bild: Le Corbusier; Kapelle Notre-Dame-du-Haut; Ronchamp, Franche-Comté, Ostfrankreich; 1950 bis 1955.

www.ostrale-zentrum.de

Kapelle Notre-Dame-du-Haut

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Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz besuchte die OSTRALE’09

Sonntag, 30. August 2009 23:55

Orosz-Lunau_bear-cutAm gestrigen Wahl-Sonntag nutzte Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz die Zeit nach der Stimmabgabe, um bei strahlendem Sonnenschein einen Rundgang durch die Kunstausstellung OSTRALE’09 im Dresdner Ostragehege zu machen. Begleitet wurde sie von Kulturbürgermeister Dr. Ralf Lunau sowie von den Initiatoren der OSTRALE, Andrea Hilger (künstlerische Leitung) und Torsten Rommel (Geschäftsführung). Die OSTRALE’09 besetzt zehn Gebäude des ehemaligen Großschlachthofes mit aktueller Kunst von 135 Künstlern und Künstlergruppen aus 23 Ländern. Angesichts der Dimensionen dieser Ausstellung konnte der einstündige Rundgang nur einen Überblick vermitteln. Interessiert ließ sich die Oberbürgermeisterin die ausgestellten Werke in den “Futterställen” und in der “Rinderhalle” erläutern und zeigte sich beeindruckt vom Umfang der OSTRALE. Gesprächsthema war auch die geplante weitere Entwicklung des OSTRALE-Zentrums für zeitgenössische Kunst. Die OSTRALE’09 läuft noch bis zum 6. September 2009. Zusätzlich zur Ausstellung finden im Rahmen der OSTRALE.xtra zahlreiche Events der Bereiche Performance, Livemusik, Tanz, Live-Literatur, Live-Malerei, Film u.a.m. statt. Dieses Programm wird von weiteren 100 Künstlern gestaltet.

Informationen: www.ostrale-zentrum.de

Bild: Oberbürgermeisterin Helma Orosz im Gespräch mit dem Geschäftsführer der OSTRALE, Torsten Rommel. Die Kulisse bildet die “Große Rinderhalle”, welche eines von 10 bespielten Gebäuden der OSTRALE’09 ist.Entnommen von: www.ostrale-zentrum.de

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obART – Ein Kunstlabel stellt sich vor

Sonntag, 30. August 2009 22:28

obART


Ab Frühjahr 2010 startet die Kunstinitiative Kirschau mit dem Label obART die künstlerische Belebung der Region Oberland in Ostsachsen. Das vielschichtige Kunstprojekt ist in der 2.540 Einwohner zählenden Gemeinde Kirschau angesiedelt.

obART – das Kunstlabel im sächsischen Oberland – wird mit interdisziplinären künstlerischen Aktivitäten konsequent der zunehmenden Metropolisierung von Kunstveranstaltungen entgegenwirken. Es bietet eine Plattform für vielgestaltige künstlerische Entäußerungen im ländlichen Raum. Als Präsentationsmöglichkeit für Kunst soll obART die Anziehungskraft und Attraktivität der Region Oberland in Ostsachsen steigern und einen substanziellen Beitrag zur urbanen Regeneration der Gemeinde Kirschau beisteuern.
Das Konzept von obART basiert auf mehreren Säulen, die sich gegenseitig inhaltlich beeinflussen. So wird über das Etablieren eines Kunsthauses “ARTresidenz”, eines Arbeits- und Veranstaltungskomplexes “Werk IV” mit angegliedertem Kunstpräsentationsort “obARTgalerie” sowie des jährlich stattfindenden Oberland Performance Art Festival grenzART”, den Hörkunsttagen “obPHON” und des länderübergreifenden Kunstprojekts “Projekt 11″ im unmittelbaren Grenzraum der Euro-Neiße-Region Nachhaltigkeit in diesem Prozess ermöglicht.

Ferner werden Schüler der regionalen Schulen in dem eigens von Kunstpädagogen erarbeiteten Konzept “obARTig” alljährlich ihre eigene Kunstausstellung gestalten. In Kooperation mit der regionalen Wirtschaft und Stiftungen für eine länderübergreifende Zusammenarbeit werden Arbeitsstipendien für Absolventen der Fachbereiche Textilkunst / Textildesign nationaler Kunsthochschulen sowie Austauschstipendien für tschechische und polnische Künstler vor Ort aufgebaut.

In all seinen Aktivitäten versteht sich die Initiative obART als ein lebendiges Kunstprojekt von überregionaler und grenzüberschreitender Reichweite.

obARTAktuell

Vom 17.- 20. September 2009 findet in der ARTresidenz Kirschau das 1. obARTsymposium für eine künstlerische Kooperation zwischen deutschen, tschechischen und polnischen Kunstschaffenden und den Organisationsaufbau der grenzübergreifenden Kunstausstellung Projekt 11 statt.

Zusammen mit Kuratoren werden Persönlichkeiten aus den Bereichen bildende Kunst, Musik und Kunstwissenschaften ein Gesamtkonzept für diese trilaterale Zusammenarbeit und Durchführungsstrukturen beraten und entwickeln. [mehr]

Zukünftig wird es auf K-DD.de sowie im K-DD-Weblog regelmäßig Terminankündigungen  und Berichte von und über das Kunstlabel obART geben.

www.obart.eu

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Programm-Ankündigung 4. OSTRALE-Wochenende /// Finissage

Samstag, 29. August 2009 15:58

OEXTR_Rob-SweereNoch eine reichliche Woche, dann schließt die OSTRALE’09 ihre Tore. Am letzten Wochenende gibt es noch einmal ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm (OSTRALE.xtra).

Die OSTRALE hat es geschafft, sich mit Ihrer ’09er Ausgabe neu zu erfinden. Neben der stringenteren Setzung von Schwerpunkten im Gefüge der Großausstellung ist mit der klaren Bündelung des Veranstaltungs- und Performance-Programms unter dem Label “OSTRALE.xtra” ein zusätzlicher Besuchermagnet entstanden. Das bevorstehende Abschlusswochenende wartet noch einmal mit einer Reihe hochkarätiger Kunstevents auf.

Eine außergewöhnliche Kunstaktion wird der niederländische Künstler Rob Sweere zum Abschluss der OSTRALE’09 organisieren. Sein “SilentSKYproject” versammelt an unterschiedlichsten Orten der ganzen Welt Menschen, die dann als Gruppe liegend in eine stille Kommunikation mit dem Himmel treten. Bei jeder dieser Aktionen entsteht ein Foto, so dass die Serie von Aufnahmen immer größer wird – das Projekt läuft bereits seit 2004. Zwanzig dieser mehrere Quadratmeter großen Arbeiten sind während der OSTRALE’09 zu sehen. Am 6. September, dem Abschlusstag der Ausstellung, wird ein neues Werk hinzu kommen, es entsteht direkt vor Ort im OSTRALE-Zentrum. Über 100 Dresdner haben die Chance, an der Aktion teilzunehmen und so Teil eines weltweiten Projektes zu werden. Das Dresdner Bild wird dann wie die Vorgängeraufnahmen auf Weltreise gehen, in anderen Ausstellungen zu sehen sein, an anderen Orten, auf anderen Kontinenten. Wer gerne mitmachen möchte, der sollte sich um 14.30 Uhr mit einer Decke oder einem großen Handtuch an der Hauptkasse der OSTRALE melden (Sozialtrakt, am Messeparkplatz 2).

P R O G R A M M

FREITAG, 4. September 2009:

16, 18, 20 Uhr:

Tonlast // Henry Friedrich (key, git, bass, PC), Thomas Hofmann (git), Arend Zwicker (drums, samples) // Konzert // open air

20 Uhr:

Nebel-Leben // Marcel Leemann, Physical Dance Theater (CH) // Tanz

ab 20 Uhr:

Der Warst // Simon Schäfer // 72-stündige Audio-Visuelle-Performance

21 Uhr:

Stillleben Herr mit Kätzchen // Martin Sommer // Theater // open air

22 Uhr:

du haszt basz? // ARTISAR (Detlef Schweiger, Eric Heyde) // Konzert

23 Uhr:

Tarentatec //Christian Döpping (git, voc), Johannes Döpping (dr, voc), Patrick Köhler (b, voc), Lars Mäurer (organ), Jonas Reinhardt (voc) Konzert // open air

ab 23 Uhr:

tanzbar // DJ Spunky & DJ Tiny // Party

SAMSTAG, 5. September 2009

ab 14 Uhr:

Der Warst // Simon Schäfer // 72-stündige Audio-Visuelle-Performance

20 Uhr:

Schlaglicht // Iris Sputh, Michael Vorfeld // Licht-Klang-Peformance

21 Uhr:

DuoDezim // Diethard Krause, Stefan Jaenicke // Konzert mit Cello und Gitarre

22 Uhr:

Nebel-Leben // Marcel Leemann, Physical Dance Theater // Tanz

20-24 Uhr:

Gualaceo // Eleonora Gehrisch (voc), Georg Wieland Wagner (Vibraphon, Marimba, Piano, voc)
Sina Fehre (Fretless- / Kontrabass, voc), Karla Pfützenreuther (dr) // PERCUSSIONKonzert

ab 23 Uhr:

tanzbar // DJs High:Finesse // Party

SONNTAG, 6. September 2009

11 Uhr:

Frühstückssalon // Brunch im Kunstzentrum & Konzert

ab 12 Uhr:

Der Warst // Simon Schäfer // 72-stündige Audio-Visuelle-Performance

14, 16, 18 Uhr:

Lapanchina // Rolf Dennemann – artscenico // Tanzperformance // open air
Choreographie von Rieke Steierl mit Noriko Melchior, Conny Kepper und Rieke Steierl

14.30 Uhr:

Silent Sky Project // Rob Sweere // Briefing der Teilnehmer

16 Uhr:

Silent Sky Project // Rob Sweere // Performance, Fotoaufnahme vor dem OSTRALE-Zentrum

18 Uhr:

Die Rose Jenseits der Straße // Rainer König, Katja Langnäse // Pantomime-Vorstellung

I N F O  OSTRALE.xtra

Die OSTRALE’09 verbindet ein klassisches Ausstellungsformat mit einem gattungsübergreifenden Veranstaltungsprogramm. Alle performativen Elemente der Ausstellung werden dabei im Vergleich zum letzten Jahr schärfer gebündelt und zeitlich auf die Wochenenden konzentriert. Unter dem neuen Label “OSTRALE.xtra” findet man die Darbietungen der Bereiche Performance, Tanz, Theater, Live-Literatur, Film und Musik. Sie werden als solche auch gesondert kommuniziert, dazu gibt es einen eigenen Programmflyer und eine detaillierte Übersicht auf der Webseite.
Ein “Klassiker” aus dem vergangenen Jahr wird wieder neu aufgelegt – die familientauglichen Frühstücks-Salons an den Sonntagen, bei denen entspannt gebruncht und dann zur Kunstbetrachtung übergegangen werden kann. In Kooperation mit dem Programmkino Ost werden am 2. September ausgewählte Kurz- und Animationsfilme gezeigt. Damit finden erstmals  Veranstaltungen der OSTRALE auch außerhalb des Ostrageheges statt.

T O N L A S T

OEXTR_TonlastTONLAST ist ein experimentelles Soundprojekt aus Dresden, das im eigenen Stage-Truck durch das Land zieht und meist mit weiteren, avantgardistischen Gruppen bei Kunstevents oder Festivals unter freiem Himmel andockt. Ein schwer verdaulicher, zäh angerichteter Noise-Brocken.Stilistisch frei ? zwischen, Alternativ-Metal, Hard-Freestyle, Industrial-Jazz und Noise-Core, stark orientiert an improvisatorischen Strukturen. Die Performance ist stilistisch dehnbar und wandelbar je nach Anlass und Stimmung, z.B. über längere Zeiträume durch live präparierte Echtzeit-Signal-Wandler oder z.B. extreme Geräuschschichtungen. Die klassische Instrumentalbesetzung des Metal oder Doom bleiben dabei aber als solide Säulen stehen.

M A R C E L   L E E M A N N

OEXTR_Marcel-Leemann_nebel_1_b300Tänzer: Azusa Nishimura, Silvya Rijmer, Ismael Oiartzabal, Marie-Caroline Hominal, Emma Ribbing, Christos Strinopoulos, Mariusz Jedrzejewski, Joshua Monten

Marcel Leemann Physical Dance Theater produziert emotionales und physisch anstrengendes Tanztheater. Leemanns Arbeiten sind unerwartet roh, leidenschaftlich und auch humorvoll. Tanztheater, das herausfordert. Seine Arbeiten beruhen auf strukturierten Improvisationen mit einer klaren Tanztechnik Leemanns. Kollaborationen mit DJs, VJs, Komponisten und Schriftstellern runden die wiedererkennbaren Choreographien ab. Marcel Leemann Physical Dance Theater arbeitet mit einem festen Kern von exzellenten Tänzerinnen und Tänzern.

Der Nebel dämpft auch die akustische Wahrnehmung. Im dichten Nebel entsteht ein anderer Klangraum, beinahe eine Hörspielsituation. Der Nebel ist ein helles Dunkel. In diesem Umfeld werden sich die acht PerformerInnen bewegen. Gemeinsam mit Choreograph, Autor und Musiker begeben sie sich auf die Recherche. Geben Dinge preis, oder nicht, wahrnehmbar oder nicht. Im Nebel kann geschehen, was man bei klaren Sichtverhältnissen nicht oder anders kontrolliert tun würde. Der Nebel birgt ein Paradoxon: Im Eingehülltsein liegt die Möglichkeit der Offenbarung. Im Nebel liegt mehr Phantasie als bei Klarsicht. Im Nebel eingebettet, liegt neben der gespannten Wachsamkeit auch das Vertrauen in die ureigene Wahrnehmung und den Instinkt. Dass Nebel im Deutschen rückwärts gelesen Leben ergibt, ist eine spannende Koinzidenz.

D E R   W A R S T

OEXTR_der-warst_tanzhauswarstlive_b300Seit 2000 macht Simon Schäfer unter dem Namen “der Warst” Musik mit einem Laboratorium aus modifizierten elektronischen Instrumenten, Effektgeräten und Kinderspielzeugen. Diese Geräte wurden nach einem Verfahren, das sich “circuit-bending” nennt, umgebaut. Hierbei werden interne Datenleitungen über neu hinzugefügte Tasten, Schalter und Regler während des Betriebs kurzgeschlossen. Dies ermöglicht weitreichende, semi-chaotische Eingriffe in die erzeugten Signale und ein breites Spektrum an musikalischen Verwendungen. Im Jahr 2007 erweiterte sich das Projekt um bildgebende und -verarbeitende Hardware wie Super Nintendos, Videomischpulte und ähnliches, welche auf dieselbe Art bearbeitet wurden. Von 2003-2006 bestritt Schäfer eine monatliche Veranstaltung im Offenbacher Club Rotari, die sich “Noiselounge” nannte. Die Besonderheit hierbei war, dass er den kompletten Abend über die Musik live improvisierte. Die Beschaffenheit seiner Instrumente ermöglichte es ihm, sich jedes mal aufs Neue auf eine Forschungsreise zu begeben, die ein weites Feld zwischen melodiösen Passagen und ohrenbetäubendem Lärm abdeckte. Durch die Zeitspannen von bis zu 5 Stunden konnte er zudem mit anderen musikalischen Strukturen experimentieren als bei einem 45-minütigen Konzert. Für die Ostrale wird er dieses Konzept wieder aufgreifen, allerdings in deutlich erweiterter Form: Zunächst in zeitlicher Hinsicht – die Performance wird sich über 72 Stunden erstrecken. Zusätzlich zur Musik werden auch Visuals live erzeugt. Es entsteht ein Film, von dem jeder einzelne Zuschauer nur seinen persönlichen Bruchteil mitbekommt, weil er in seiner Gänze nicht (oder nur sehr schwer) erfassbar ist.

M A R T I N   S O M M E R

Ein Poet zurückgezogen in seine Bücherwelten auf der Suche nach dem kreativen Prozeß, sucht, erzählt, spricht, philosophiert mit sich mit dir?? Tanzt zwischen Bühne und Publikum, solistische Glanzleistung.

A R T I S A R

Bass Borderline SynDrones
Artisar zelebrieren die ambivalente Wirkung und Wahrnehmung tieffrequenter Bassläufe auf das Gehör und vielmehr auf den gesamten Körper, denn diese Frequenzgänge werden bei einem entsprechenden Schalldruck, der mittels einer speziellen Anlage im Performance-Raum der OSTRALE erzeugt wird, mit der gesamten Körperoberfläche ?gehört?. Je nach persönlichem Empfinden wird dabei der Bass-Sound als angenehm oder bedrückend oder oft beides gleichzeitig wahrgenommen. Darauf spielt der Titel an, wie auf den Paralleleinsatz von zwei spezifischen Bass-Modulen mit dem kuriosen Namen ?du hast?. Die seltenen, von einer russischen Firma gebauten Komponenten erzeugen ganz besonders knarzige Bass-Sounds, wie sie etwa bei Rammstein, John Zorn, Sunn O u. a. zum Einsatz kommen. Zum Klangverlauf wird eine oszillographische Projektion gezeigt, welche die Amplitude der Frequenzgänge von der unhörbaren nur körperlich wahrnehmbaren Bass-Zone bis zu den höher exaltierten Drones der finalen Gitarreneskapaden visuell veranschaulicht.

D U O   D E Z I M

Zwei Musiker – zehn Saiten. Als DuoDezim widmen sich Stefan Jaenicke (Gitarre) und Diethard Krause (Violoncello) der Komposition eigener Musik, deren Stil sie als “Kammer-Weltmusik” bezeichnen. Stefan Jaenicke absolviert z.Zt. ein Studium “Gitarre Weltmusik” und “JazzRockPop” an der HfM Dresden. Diethard Krause legte an derselben Hochschule gerade sein Diplom ab und absolviert nun ein Konzertexamen an der HMT Rostock.

T A R E N T A T E C

Transparent emotional organic noise minus rock
Aus hypnotischen Sessions enstand ein Sammelsurium unterschiedlicher Songstrukturen mit Elementen aus Postrock, Noise, Stoner, Elektronika und Jazz, zwischen Breitwandsound und Minimalismus, zwischen instrumentalen Kurzgeschichten und Rock’n'Roll, zwischen Momentaufnahme und Dampfwalze, neue Wege innerhalb der Rockmusik werden gesucht.

I R I S   S P U T H   &   M I C H A E L   V O R F E L D

Geheimnisvoll wird ein Spalt geöffnet zum Laboratorium: Im Farbrausch der Lichter werden Schlaglichter an Wände geworfen, die Performer werden zu Hüllen längst vergessener Phantasien. Diese Grenzüberschreiter sind beide fasziniert von in Lumen umgesetzten elektrischen Strömen und Auswirkungen von Schlagrhythmen auf den menschlichen Körper. Lauschend einer Erzählung aus Tanz, Licht und Schlagschatten, mal fragmentarisch, dann doch überleitend, verbinden die dichten Beats der Perkussion die feingliedrigen, den Raum greifenden Bewegungsabläufe der Tänzerin. Besucher werden entführt in eine Traumwelt, die anderes vergessen lässt …
Die Tänzerin Iris Sputh und der Perkussionist / Lichtperformer Michael Vorfeld bewegen sich seit Jahren in experimentellen Bereichen ihrer Genres. Seit 2004 haben sie diesen PerformanceAbend entwickelt, der sich stets in neuen Räumen wandelt; ein immer währendes Spiel mit den gegebenen Möglichkeiten. Der Umgang mit dem Raum ist beiden Künstlern wichtig. In dieser Performance benutzt Michael Vorfeld ein weit gefächertes Sortiment unterschiedlicher Lichtquellen wie Projektoren, Glühlampen, Leuchtstoffröhren, Neonlicht, Taschenlampen, Leuchtkästen etc. Die elektrischen Impulse werden musikalisch benutzt und mit einem selbst entworfenem Saiteninstrument und Perkussionsinstrumenten ergänzt. Die Führung und Setzung des Lichts geschieht weitgehend manuell und ist stets einsehbarer und nachvollziehbarer Bestandteil der Performance. Es entstehen unterschiedliche Licht Situationen, die die räumliche Wahrnehmung und die atmosphärische Wirkung immer wieder neu definieren. Innerhalb dieser, sich ständig neu generierenden Räume, bewegt sich Iris Sputh mit ihrem tänzerischen sehr eigenen Bewegungsduktus und entlockt Diesen zusätzliche Ebenen des Kryptischen oder architektonisch Figurativen. Ein Spiel mit sehbaren Fragmenten des Körpers und getanzten Raumlinien. Gegenseitig beeinflussen sich die Akteure in der Wahl ihrer Mittel. Mal rhythmisch dicht und bewegungsdynamisch, mal fast nur ein Rest von Klang und Stille.

L A P A N C H I N A

Der Genuss des “Rumhängens” kann auch zur süßen Qual werden, von der man sich schwer lossagen kann. Unbemerkt vergeht die Zeit und man sagt sich: ” I hang around for another round”. Drei Tänzerinnen sind wie Kokons mit einer Parkbank verbunden. In ihrem Ich verwoben, beginnen sie, sich hinaus in die Welt zu werfen. Ihre Haut ? wie elastischer Stoff – hält sie jedoch in Kontakt mit ihrem Ausgangspunkt, zieht sie zurück, lässt sie wieder und wieder versuchen, sich zu befreien.

Thema: Ausstellungen, Ostrale 2009, Veranstaltungstipps | Kommentare (0) | Autor:

Programm-Ankündigung 3. OSTRALE-Wochenende (OSTRALE.xtra)

Donnerstag, 27. August 2009 14:52

ostralextra

FREITAG, 28.8.2009

20 Uhr – Segler im Gebirge – Herzz Hallbauer – Video-Klang-Musik-Kollage zum Thema Caspar David Friedrich

22 Uhr – UNSICHERHEIT und Kommunikationsinstallation – Tanzimprovisation – Der alte englische Choreograph Andy Davenport trifft auf den jungen Tänzer Leopold Müller. Der eine am Ende seiner Kariere, der andere vielleicht am Beginn…

23 Uhr – tanzbar – DJ Albrecht Wassersleben & The Moroders – House / Disco

SAMSTAG, 29.8.2009

20 Uhr – Marek Choloniewski & Olga Szwajgier – Audiovisuelle Performance mit zeitgenössischer Musik und elektronischen Klängen

21 Uhr – Nichts, was dazwischen ist – Julia Vitalis – Tanzperformance

22 Uhr – Don’t touch – Anna Konjetzky & Company – Tanzinstallation über die Verwebung der real anwesenden dreidimensionalen Körper der Tänzer, bewegte, zweidimensionale Projektion und die vermeintlich statischen Körper in den Fotografien von Alvin Booth.

ab 23 Uhr – tanzbar – DJ Team hsl! – House / Minimal / Electro

SONNTAG, 30.8.2009

ab 5 Uhr früh bis nachmittags – Frühstückssalon – Brunchen in der OSTRALE

ab 11 Uhr – live: Flimmerfrühstück – Konzert – Jazz & Pop wird in ungewöhnlich erstaunlicher Weise mit deutschen Texten kombiniert

16 Uhr – Don’t touch – Anna Konjetzky & Company – Tanzinstallation über die Verwebung der real anwesenden dreidimensionalen Körper der Tänzer, bewegte, zweidimensionale Projektion und die vermeintlich statischen Körper in den Fotografien von Alvin Booth.

Info OSTRALE.xtra

Die OSTRALE’09 verbindet ein klassisches Ausstellungsformat mit einem gattungsübergreifenden Veranstaltungsprogramm. Alle performativen Elemente der Ausstellung werden dabei im Vergleich zum letzten Jahr schärfer gebündelt und zeitlich auf die Wochenenden konzentriert. Unter dem neuen Label “OSTRALE.xtra” findet man die Darbietungen der Bereiche Performance, Tanz, Theater, Live-Literatur, Film und Musik. Sie werden als solche auch gesondert kommuniziert, dazu gibt es einen eigenen Programmflyer und eine detaillierte Übersicht auf der Webseite.

Ein “Klassiker” aus dem vergangenen Jahr wird wieder neu aufgelegt – die familientauglichen Frühstücks-Salons an den Sonntagen, bei denen entspannt gebruncht und dann zur Kunstbetrachtung übergegangen werden kann. In Kooperation mit dem Programmkino Ost werden am 2. September ausgewählte Kurz- und Animationsfilme gezeigt. Damit finden erstmals Veranstaltungen der OSTRALE auch außerhalb des Ostrageheges statt.

Anna Konjetzky

anna-konjetzky_dont-touchAnna Konjetzkys “Don’t touch” ist eine Installation. Es ist der Körper, der ausgestellt wird, mit und durch den Bilder kreiert werden. Bilder, bei denen der Betrachter verweilen, an denen er vorübergehen kann. Körperbilder in verschiedenen Konstruktionen und Zuständen: Die Verwebung der real anwesenden dreidimensionalen Körper der Tänzer, bewegte, zweidimensionale Projektion und die vermeintlich statischen Körper in den Fotografien von Alvin Booth.

In dem leeren Heuboden OST ist jedem der Tänzer ein Platz, ein sehr begrenzter und beengter Raum, zugewiesen. Die Körper hängen an Seilen von der Decke, sind in Zellophanpapier aufgehängt, in einem Scherbenkreis gefangen, an eine Platte gebunden. Sie sind ebenso in ihrem Rahmen gefesselt, wie die Körper in den ausgestellten Fotografien von Alvin Booth.

Doch es bleibt genug Raum für das Publikum, das sich frei in der Halle bewegen kann von einem “Bild” zum nächsten; allenfalls geführt durch eine Lichtdramaturgie, die Akzente und Fokusse setzt, den einzelnen Tänzer und seine Bewegungen aus der Masse heraushebt, den Rhythmus der Aufmerksamkeit bestimmt und neue Bilder und Blickwinkel ermöglicht.

Julia Vitalis

Julia-Vitalis_PressefotoEine Gruppe von Menschen befindet sich in einem eingezäunten Quadrat. Es ist verboten, die Absperrung zu übertreten, aber die Folgen sind unklar… So beginnt ein dreistufiges Grundszenario von Kontrolle und den verschiedenen Möglichkeiten des Individuums sich dazu zu verhalten. Kann ein zu Selbstständigkeit fähiger Mensch sich den Luxus leisten, sich einmal gehen zu lassen und anzupassen? Eine Performance von Julia Vitalis über subversives Experimentieren und Konsequenz in einer immer enger werdenden sozialen Spirale. Hintergrund: Thema der Performance sind gesellschaftliche und ideologische Rahmenbedingungen, die nicht an menschlichen Bedürfnissen orientiert sind sowie die Bereitschaft des Individuums, sich diesen anzupassen bzw. zu unterwerfen und sich somit zum Kollaborateur seiner eigenen Unterdrückung zu machen. Letztendlich geht es also um die alte Frage von Anpassung und Konditionierung auf der einen und die Möglichkeit der Revolte und Selbstbefreiung auf der anderen Seite, wobei das Lachen als ur-anarchistische Methode mehrfach rezipiert wird. Handlungen und Ton stehen häufig im Widerspruch, bilden aber über die vier Teile hinweg immer wieder Verknüpfungspunkte.

Flimmerfrühstück

Jazz & Pop In ungewöhnlich erstaunlicher Weise mit deutschen Texten kombiniert: Das ist Flimmerfrühstück. Ungewöhnlich sind vor allem die in charmanter Art vorgetragen bissig witzigen Texte, die durch ihre Leichtigkeit an Elemente des Pops erinnern. Das Erstaunliche daran ist, dass auch ernsthafte Inhalte ihren Eingang in die Texte finden, ohne dabei schwermütig zu wirken, sondern das Publikum eher erheitern und mit einem guten Gefühl aus den Konzerten entlassen. Auftritte von Flimmerfrühstück zeichnen sich durch eine einheitliche, authentische und sympathische Performance der Band aus. Was auf der Bühne zu Einheit findet, wird getragen von der Unterschiedlichkeit der Musiker. Da ist Mark, der im Bebop zu Hause ist, Lothar, der Sänger und Liedermacher, Karl, der Beat und französische Chansons liebt und Eva, die sich durch den Swing der Leipziger Big Bands trommelt.

Tobias Herzz Hallbauer

Die “Pfeiler” der tatsächlichen HERZZKunst sind Text, Klang und Bild, und in den tatsächlichen HERZZKunst-Arbeiten finden sich alle drei Ebenen. Dabei stehen die drei Bereiche stellvertretend für Denken, Hören und Sehen – und somit für drei Ebenen, die primär die permanente Wahrnehmung von uns selbst und des uns Umgebenden ausmachen.

Natürlich hinterfragt die HERZZKunst die kausalen Zusammenhänge dieser drei Ebenen – trennt sie, betont, beleuchtet einzelne davon, hinterfragt Wechselwirkungen, beobachtet intensiv sowohl Innen- als auch Aussenwelt, um sich auf künstlerischem Weg all dem zu nähern, was in den Zwischenräumen liegt und unsere Realität genauso bestimmt, wie das gewohnte Zusammenspiel dieser Bestandteile. Es geht der HERZZKunst also um einen genaueren Blick auf eine Realität, die weit mehr ist als das, was wir üblicherweise mit diesem Begriff verbinden.

Formal ergeben sich daraus die unterschiedlichsten Präsentationsmöglichkeiten: Text kann gesprochen, geschrieben, projiziert sein, er wird zum Bild oder zum Klang; Klang kann Atmosphäre, Musik, Sprache sein, kann mit unterschiedlichem Instrumentarium live gespielt oder Soundtrack sein; das Bild kann Fotografie, Collage, Agieren auf einer Bühne, Aquarell, Film, gedruckter Text sein – und dies immer in den verschiedensten Kombinationsmöglichkeiten. Dabei arbeitet die HERZZKunst immer nur mit dem, was zur Verfügung steht, bzw. mit dem, was sich ergibt. Und in der HERZZKunst ergibt sich immer etwas, das liegt in der Natur der Sache? der Natur.

unsicherheit und kommunikationsinstallation

Für das letzte Tanzstück seines Lebens besucht der englische Choreograph und Tänzer Andy ein weiteres Mal Dresden. Hier trifft er auf den jungen Leopold Müller, der nach 6 Jahre die Palucca-Schule abbrechen musste, den Tanz jedoch immer noch liebt.

Beide kommen zusammen und zeigen ein Stück Improvisation.

Unsicherheit ist Thema. Für den einen am Ende seiner Karriere als freier Künstler im Rückblick stets präsent, ist Unsicherheit für den anderen bei seinem ersten eigenen Bühnenstück im Vorblick auf das Kommende beängstigend und als Gefühl der Jugend wichtig und schwierig.

Ängste, Sorgen und Gefühle verarbeiten die Zwei in einem emotionalen Tanzstück, das sie gemeinsam entwickeln.

www.oatrale-zentrum.de

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Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark – Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst (1548-1709)

Mittwoch, 26. August 2009 23:02

GaleereEine Ausstellung des Grünen Gewölbes der Staatlichen
Kunstsammlungen Dresden und der Königlichen Sammlungen
Schloss Rosenborg, Kopenhagen
Residenzschloss Dresden
24. August 2009 bis 4. Januar 2010

Mit einer großangelegten gemeinsamen Ausstellung erinnern die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und die Königlichen Sammlungen von Schloss Rosenborg in Kopenhagen an eine in der europäischen Geschichte bedeutsame politische Allianz zwischen Sachsen und Dänemark, die 1709 mit einem nicht weniger als einen Monat dauernden Staatsbesuch des dänischen Königs Frederik IV. am Hofe August des Starken einen letzten Höhepunkt erlebte.
Zu diesem Zeitpunkt bestand die Allianz bereits seit fast zwei Jahrhunderten. Sie wurde im Jahr 1548 mit der Eheschließung zwischen Herzog August, dem späteren Kurfürsten von Sachsen, und der dänischen Prinzessin Anna begründet. Drei weitere prachtvoll zelebrierte Hochzeiten folgten im Verlauf des 17. Jahrhunderts und festigten die dynastischen Bande zwischen den beiden zu der Zeit wichtigsten protestantischen Höfen Europas. Die Ausstellung „Mit Fortuna übers Meer. Sachsen und Dänemark – Ehen und Allianzen im Spiegel der Kunst (1548-1709)“ führt rund 250 hochkarätige Exponate zusammen, die den regen kulturellen Austausch zwischen den Höfen in Dresden und Kopenhagen illustrieren. Zudem dokumentieren sie eindrücklich die sächsisch-dänischen Eheschließungen der Jahre 1548, 1602, 1634 und 1666. Besonderes Augenmerk legt die Ausstellung auf die Prinzessinnen, durch die der Kulturaustausch besonders gefördert wurde.

Mehr als die Hälfte der erlesenen Exponate stammen aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, namentlich dem Grünen Gewölbe und der Rüstkammer, es sind aber auch das Kupferstich-Kabinett, der Mathematisch-Physikalische Salon, das Kunstgewerbemuseum, das Münzkabinett, die Gemäldegalerie Alte Meister und die Skulpturensammlung mit Kunstwerken beteiligt. Etwa 100 Werke sind aus den Königlichen Sammlungen von Schloss Rosenborg zu sehen. Weitere dänische Leihgeber sind unter anderem Schloss Frederiksborg, das Nationalmuseum in Kopenhagen und die Königliche Bibliothek.
Hochkarätige Kunstwerke aus Renaissance und Barock zeugen noch heute vom prachtvollen Kunstbesitz der sächsisch-dänischen Paare, den reichen Mitgiften der Bräute und den ausgetauschten Geschenken. Exquisite Objekte der Schatzkunst dokumentieren den hohen Standard fürstlicher Sammelleidenschaft und höfischer Repräsentation. Zur Vielzahl der gezeigten Werke gehören bedeutende Gemälde, wertvolle Schmuckstücke, filigrane Elfenbeindrechseleien, MMedaillen und Gläser, aber auch fürstliche Werkzeuge, Prunkwaffen und höfische Gewänder. Eine Auswahl bisher noch nie gezeigter Zeichnungen führt dem Besucher das Fest von 1709, wie anfangs erwähnt, anschaulich vor Augen.

Vom 13. Februar bis 24. Mai 2010 wird die Ausstellung in leicht veränderter Form in Schloss Rosenborg gezeigt. Es erscheint ein Katalog im Deutschen Kunstverlag München/Berlin, hrsg. von Jutta Kappel und Claudia Brink (ISBN 978–3–422–06909–1).

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft I.M. Königin Margrethe II. von Dänemark und des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland Prof. Dr. Horst Köhler und wird von I.M. Königin Margrethe II. von Dänemark zusammen mit I.K.H. Prinzessin Benedikte und Ministerpräsident Stanislaw Tillich eröffnet.

Besucherinformationen:
Öffnungszeiten
bis 20. September 2009: täglich 10 bis 18 Uhr
ab 21. September 2009: täglich 10 bis 18 Uhr, dienstags geschlossen

Eintrittspreise (auch gültig für das Neue Grüne Gewölbe, die Ausstellung des Münzkabinetts im Hausmannsturm sowie weitere Sonderausstellungen, außer Historisches Grünes Gewölbe):
Eintrittspreis normal: 10,00 Euro
Eintrittspreis ermäßigt: 7,50 Euro
Kinder bis 6 Jahre: frei
Kinder und Jugendliche 6 bis 18 Jahre: 1,00 Euro
Gruppen ab 10 Personen: pro Person: 9,00 Euro

Informationen und Anmeldung von Führungen:
Telefon: 0351-49 14 2000
E-Mail: besucherservice@skd.museum

Artikel entnommen von: www.skd-dresden.de

Bild: Galeere mit Darstellungen aus der antiken Mythologie, Ende 16. Jhd., Grünes Gewölbe

Thema: Ausstellungen, Wissenswertes | Kommentare (1) | Autor:

OSTRALE’09 /// Schnipseljagd für Kunstgenuss

Dienstag, 25. August 2009 23:59

ostrale-09Die OSTRALE’09 feiert bald Bergfest – die Hälfte der Ausstellungszeit ist schon um. Wie bereits angekündigt starten die Organisatoren am heutigen Mittwoch noch einmal eine ungewöhnliche Werbeaktion: An vielen belebten Plätzen der Stadt werden die Passanten auf handelsübliche gelbe Klebezettel stoßen, die per Stempelaufdruck auf die Ausstellung hinweisen.

Der Clou an der Geschichte: Wer den Zettel mitnimmt und bei der OSTRALE’09 an der Kasse vorlegt, bekommt einen Euro Ermäßigung beim Eintritt. Doch das ist noch nicht alles – mit etwas Glück bekommt der Zettelbesitzer auch noch ein kleines Original: Einige Künstler der Ausstellung haben extra für diese Aktion Kunstwerke gestaltet, jedes ein Unikat und handsigniert. Diese werden zur Finisage an die Zettelinhaber verlost. Die OSTRALE’09 mit 158 beteiligten Künstlern läuft noch bis zum 6. September im Dresdner Ostragehege.

www.ostrale-zentrum.de

OSTRALE ’09
Internationale Ausstellung für zeitgenössische Künste im Dresdner Ostragehege
14. August bis 06. September 2009

Thema: Ostrale 2009, Veranstaltungstipps | Kommentare (1) | Autor:

OSTRALE.xtra

Montag, 17. August 2009 13:19

ostralextraOSTRALE.xtra als Veranstaltungsprogramm umfasst zwei zeitlich voneinander getrennte Ebenen. Die erste Ebene stellt ein Angebot an Veranstaltungen, Konzerten, Lesungen, Performances und anderen Formen medienübergreifender Kunstgattungen dar, die in Interaktion mit den ausgestellten Kunstwerken durch die Ausstellung führen.

Beispielweise kann ein Gedicht Inspirationsquelle für bildende Kunst, tonalen Ausdruck oder bewegte Darstellung sein. Voraussetzung für die Künstler ist die vorangegangene Auseinandersetzung mit den Werken, die miteinander kommunizieren. Dieser Austausch, die Inspiration der Künste durch andere Künste, soll ein Wesensmerkmal der Ostrale werden.

Die zweite Ebene bietet außerhalb der Austellungs-Öffnungszeiten und innerhalb des OSTRALE-Zentrums Raum für unterschiedlichsten Präsentationsformen. Dafür stehen verschiedene Bühnen, Veranstaltungsorte, Konzerträume und das Außenareal zur Verfügung. Mit der programmatischen Öffnung der OSTRALE soll eine breite und vielfältige Zielgruppe angezogen werden, welche sich durch die angebotenen Veranstaltungen individuell angesprochen fühlt und sich dadurch zur Auseinandersetzung mit der klassischen Ausstellung verführen lässt. Die Kunst lauert in allen Winkeln des Geländes, um vom Publikum entdeckt zu werden.

Das Augustprogramm zur OSTRALE.xtra gibt es HIER.

Das Septemberprogramm zur OSTRALE.xtra gibt es HIER.

www.ostrale-zentrum.de

Thema: Ausstellungen, Ostrale 2009, Veranstaltungstipps | Kommentare (0) | Autor:

OSTRALE.xtra /// das Veranstaltungsprogramm der OSTRALE’09 Programm September

Samstag, 15. August 2009 13:20

(Außer kin.OSTRALE alle Veranstaltungen im OSTRALE-Zentrum, Ostragehege, Messering 8 )

MITTWOCH, 02. September 2009

Kin.Ostrale

Wann?: 20 Uhr | Wo?: Programmkino Ost

Rong Xiang 8:34

von Caspar Stracke (D/USA)

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Einmal Hunne immer Hunne 51:00

Von Jozsef Szolnoki (HUN)

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Muto 7:30

von BLU (IT)

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RAUCHZEICHEN 35:00

Von Lothar Sprenger und Reinhard Sandner (D)

(Detailliertes Programm kin.OSTRALE am Ende)

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FREITAG, 04. September 2009

Tonlast

Arend Zwicker

Wann?: 16 Uhr, 18 Uhr, 20 Uhr | Wo?: Open Air

Konzert

TONLAST ist ein Projekt alternativer Musiker in einem eigenen, autonomen Multimedia-Truck.

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Nebel-Leben

Marcel Lehmann

Physical-Dance-Theater

Wann?: 20 Uhr | Wo:? VA1

Tanz

emotional und physisch anstrengendes Tanztheater, unerwartet roh, leidenschaftlich und auch humorvoll. Komponisten und Schriftsteller runden die Choreographien ab.

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Der Warst

Simon Schäfer

Wann?: ab 20 Uhr| Wo?: Lauftheater

Audio-Visuelle-Performance

Der Umbau von musikalischen Verwendungen modifizierten elektronischen Instrumenten, Effektgeräten und Kinderspiel-zeugen ermöglicht weitreichende, semi-chaotische Eingriffe in erzeugte Signale und  bietet ein breites Spektrum an musikalischer Verwendung.

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Stillleben Herr mit Kätzchen

Martin Sommer

Wann?: 21 Uhr | Wo?: Open Air

Theater

Ein Poet zurückgezogen in seine Bücherwelten auf der Suche nach dem kreativen Prozeß, sucht, erzählt, spricht, philosophiert mit sich mit dir?? Tanzt zwischen Bühne und Publikum, solistische Glanzleistung.

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du haszt basz ?

ARTISAR

Von Detlef Schweiger und Eric Heyde

Wann?: 22 Uhr | Wo?: Performanceraum

Konzert

Bass Borderline SynDrones

ARTISAR zelebrieren die ambivalente Wirkung und Wahrnehmung tieffrequenter

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Tarentatec

Band Konzert

Wann?: 23 Uhr | Wo?: Open Air

T R A N S P A R E N T  E M O T I O N A L O R G A N I C  N O I S E  M I N U S  R O C K

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Ave Bach

Michael Petermann

Wann?: 20 Uhr, 22 Uhr, 24 Uhr | Wo?: Lüftungsraum

Konzertinstallation

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ZEBRA Award Siegerfilme

Wann?: 20 – 24 Uhr | Wo?: Zebraraum

Gedichtverfilmung

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tanzbar

Wann?: ab 23 Uhr | Wo?: Foyer

DJ Spunky & DJ Tiny

House/ Disco

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SAMSTAG, 05.September 2009

Der Warst

Simon Schäfer

Wann?: ab 14 Uhr| Wo?: Lauftheater

Audio-Visuelle Performance

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Schlaglicht

Iris Sputh & Michael Vorfeld

Wann?: 20 Uhr | Wo?: VA1

Licht-Klang-Performance

Geheimnisvoll wird ein Spalt geöffnet zum Laboratorium: Im Farbrausch der Lichter werden Schlaglichter an Wände geworfen.

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Ave Bach

Michael Petermann

Wann?: 20 Uhr, 22 Uhr, 24 Uhr | Wo?: Lüftungsraum

Konzertinstallation

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ZEBRA Award Siegerfilme

Wann?: 20 – 24 Uhr| Wo?: Zebraraum

Gedichtverfilmung

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DuoDezim

Diethard Krause und

Stefan Jaenicke

Wann?: 21 Uhr | Wo?: Performanceraum

Konzert mit Cello und Gitarre

Zwei Musiker – zehn Saiten. Musik, deren Stil sie als “Kammer-Weltmusik” bezeichnen.

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Nebel-Leben

Marcel Lehmann

Physical-Dance-Theater

Wann?: 22 Uhr | Wo?: VA1

Tanz

emotional und physisch anstrengendes Tanztheater, unerwartet roh, leidenschaftlich und auch humorvoll. Komponisten und Schriftsteller runden die Choreographien ab.

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Gualaceo

Wann?: 23 Uhr | Wo?: Zeppelinraum

Konzert

Faszination im Geiste einer Welt – Musik, die zum Tanzen und Lauschen bedingungslos verführt. Leidenschaft, Rhythmus und Melancholie wirken suggestiv und unmittelbar.

tanzbar

Wann?: ab 24 Uhr

High:Finesse

Fusion Jungle, Drum’n’Bass

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SONNTAG. 06. September

Konzert zum Frühstückssalon

Wann?: 11 Uhr

Wo?: Foyer

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ZEBRA Award Siegerfilme

Wann?: 11 – 20 Uhr

Wo?: Zebraraum

Gedichtverfilmung

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Der Warst

Simon Schäfer

Wann?: ab 12 Uhr

Wo?: Lauftheater

Audio-Visuelle-Performance

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Lapanchina

Rolf Dennemann artscenico

Wann?: 14 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr

Wo?: Open Air

Tanzperformance

Der Genuss des “Rumhängens” kann auch zur süßen Qual werden, von der man sich schwer lossagen kann. Unbemerkt vergeht die Zeit und man sagt sich: ” I hang around for another round”.

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Ave Bach

Michael Petermann

Wann?: 14 Uhr, 16 Uhr, 18 Uhr

Wo?: Lüftungsraum

Konzertinstallation

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Rob Sweere

Performance

Wann?: 16 Uhr

Wo?: Open Air

Silent Sky

Fotoprojekt mit hundert freiwilligen Fotomodels

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Die Rose Jenseits der Straße

Rainer König und Katja Langnäse

Wann?: 18 Uhr

Wo?: VA1

Pantomime-Vorstellung

Ein Märchen unter der Regie von Tom Quaas

Leidenschaft, Rhythmus und Melancholie wirken suggestiv und unmittelbar.

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KIN.ostrale

Mittwoch, 02. September 2009

20 Uhr

Programmkino Ost

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Rong Xiang

Regie: Caspar Stracke

Deutschland 2008 / 08:34 / Sprachfassung: keine Dialoge / Untertitel: en, mandarin

RONG XIANG ist eine Arbeit über Le Corbusiers Kapelle Notre Dame Du Hautin in Ronchamp, Frankreich, und seine originalgetreue Replik in Zhengzhou in der Provinz Henan in Ostchina. Die Ronchamp Replik in Zhengzhou wurde zu einer Legende, war jedoch nur kurzlebig: 1994 errichtet, wurde sie in 2006 nach einem dreijährigen Disput mit der „Fondation Le Corbusier” zerstört.

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Einmal Hunne immer Hunne Dokumentation/ 2009 / 51:00

Regie und Buch: József Szolnoki, in Kooperation mit Katharina Roters
Musik: Franziska Windisch
Animation: Pauline Flory

Eine Produktion der Kunsthochschule für Medien Köln

Was ist das Hunnen-Virus? Wer sind die Hobby-Hunnen, und was wollen sie von uns? Eine skurrile Forschungsreise auf den Spuren von Hunnenkönig Attila, seinen Getreuen und seinen Nachfolgern. Beobachtungen und Begegnungen zwischen Budapester Kultstätten und Kölner Karneval – manchmal aberwitzig, manchmal schaurig, in jedem Fall aber erstaunlich.

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Muto 7:30

Animation und Schnitt von Blu

Music von Andrea Martignoni

Produziert von Mercurio Film

MUTO – eine vieldeutige Animation, gemalt auf öffentlichen Wänden

realisiert in Buenos Aires und Baden

Gewinner “Goldener Reiter” Filmfest Dresden 2009

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RAUCHZEICHEN 35:00

Regie: Lothar Sprenger zusammen mit dem Maler Reinhard Sandner

Darsteller:

Junge – Franz Harprecht | Fee – Anja Epperlein | Arbeiterdenkmal – Holger Fuchs | Musik: Last Delay, Tina Maxim, Sabine Harprecht, Sardh, Wolfgang A. Mozart

Die Filmaufnahmen entstanden in der Zeit von 1994 – 1998 im Lausitzer Braunkohlerevier.

Der Film wurde durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert.

“Rauchzeichen” ist eine poetische Filmreise durch eine Landschaft, die noch lebhafte Spuren des Braunkohleabbaus trägt. Es ist auch eine Erkundung von Sinnlichkeit und Würde alter Gemäuer. Gedreht haben ihn zwei bildende Künstler: der Maler Reinhard Sandner und der Fotograf Lothar Sprenger. Ihre gemeinsame Vorliebe für ausgedehnte Spaziergänge um Lauchhammer und ihre Einsichten über die Geschwindigkeit der Wandlungen brachten sie auf die Filmidee. Wortlos und bildgewaltig erzählen Sandner und Sprenger von Menschen, verwehtem Ruß und einer Landschaft, die es so nicht mehr gibt. Der Film entstand zwischen 1994 und 1997. Als er geschnitten wurde, begann man mit den Einebnungen und Sprengungen.”

Quelle: PLUSZ, 46/98 (Kulturbeilage der Sächsischen Zeitung)

Der Film ist Dokument, Zeitzeichen vergangener Tage. Die Landschaft und die Gebäude gibt es so nicht mehr. “Rauchzeichen” ist ein Dokumentarfilm der besonderen Art, ein künstlerischer Akt der Erinnerung an die Lausitzer Braunkohlengebiete, die grausig, schöne Landschaft des Tagebaus.

Zwei Künstler haben den Streifen gedreht, der Maler Reinhard Sander und der Fotograf Lothar Sprenger. Ihnen ist ein verdichteter, poetischer kleiner Film gelungen, der in seiner Bildsprache kein wirkliches Wort benötigt, keine Erklärungen und damit keine direkte Handlung. Kein einfacher Film also, aber ein bezwingender, was die Bilderwelt und damit die Sicht auf die Dinge von den Machern betrifft. …

… Das Ganze hat viel von einem filmischen Gedicht, von einem geschlossenen Kunstwerk, das beim Betrachter Wehmut und Erstaunen gleichermaßen hervorrief. Wehmut, weil die Morbidität der Gebäude in ihrer Einsamkeit fast würdevoll wirkte, ihr Sterben und Verfallen regelrecht berührte. Ein kleiner Junge, als Ritter bewaffnet, ergründet diese geheimnisvolle, unheimliche Welt verlassener Werkhallen und Landschaften. Das ist der einzige Handlungsfaden des Ganzen. Rockige Klänge und meditative Musik begleiten ihn auf dieser Reise, die in kurze Etappen gegliedert ist und solche Namen wie “Stahlsonate, Feuerglut und Korinther 13″ trägt. Manche Filmsequenzen erinnern an Tarkowskis “Stalker”, andere zeigen eine poetische Bilderwelt, eine Abfolge stiller, schöner Zustände, die der kleine Junge ebenso entdeckt wie der Betrachter. Da sind die hohen Fenster einer Fabrikhalle, die sich zum Altar wandeln, und das Licht straht die Magie von Kirchenräumen aus. Überhaupt lebt der Streifen sehr von seinen Licht-Bildern, vom sensiblen Umgang mit Licht und Schatten. Hier ist der Fotograf unverkennbar, und im Bau der Aufnahmen der Maler ebenso. So ist “Rauchzeichen” mehr der Versuch einer neuen Ausdrucksmöglichkeit zweier Künstler, mit ihren Mitteln das Medium Film für sich zu entdecken und zu gestalten, als ein Dokumentarfilm im klassischen Sinne. Sandner und Sprenger ist es gelungen, in einer ganz eigenen und konzentrierten Handschrift Sichtweisen auf Vergangenes zu transportieren mit dem Zauber poetischer Wehmut. …

Quelle: Sabine Aurich-Rogge, Dresdner Neuesten Nachrichten, 21.11.1998.

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OSTRALE’09 – time.line. machte auf dem Theaterplatz Station

Montag, 10. August 2009 0:14

ostrale_time_lineAm Sonnabend staunten einige Passanten nicht schlecht, als sie den Theaterplatz betraten: Mitten in der historischen Kulisse der Altstadt stand ein hölzerner Fremdkörper, dessen Funktion sich nicht auf den ersten Blick erschloss. Entfernt erinnerte die Szenerie an fernöstliche Großbaustellen, deren hölzerne Gerüste einen ähnlich verwirrenden Anblick bieten – doch hier suchte man vergebens nach einer Baustelle. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich um “time.line.”, eine Kunstaktion der Gruppe Stern/Morgenstern.

Mit ihrer Raumskulptur touren Daniel Stern (28) und Marcus Morgenstern (24) seit 2 Monaten durch Europa. Sie gastierten inmitten von belebten Fußgängerzonen, auf öffentlichen Plätzen, in der Landschaft, auf Bergen und am Meer. Nach Stopps in London, Wales, Offenbach und Frankfurt ist das Projekt nun auf der Zielgeraden – als offizielles Kunstwerk der OSTRALE’09 wird es sich nun vom Theaterplatz ins Ostragehege bewegen und dann dort als feste Installation für die Dauer der Ausstellung zu sehen sein.

Während des Installierens kann sich der Betrachter in das Geschehen mit einbinden. So sind Teile der Konstruktion zu begehen und andere widerum bleiben rein visuell erfahrbar. Die Materialien – Schrauben und Dachlatten – sind begrenzt, so dass der Vorrat nicht ausreicht, um einen großen Streckenabschnitt zu meistern. Für ein Weiterkommen ist es erforderlich, die Konstruktion ständig umzubauen, um wieder Material zu gewinnen. Durch diese Vorgabe befindet sich das Gebilde in einem permanenten Wandel.

Eine Dokumentation in Form von Stop-Motion-Technik hält die einzelnen Abschnitte der Installation fest. Aus diesem Material wird ein Film geschnitten, der die Teilstücke zusammenfügt und die Bewegung und Transformation der gesamten Installation sichtbar macht. Film und Installation sind vom 14. August bis zum 6. September bei der OSTRALE’09 zu sehen. Für ihre Installation benötigen die beiden Künstler noch rund 1500 m Dachlatten – wer Holzvorräte übrig hat, kann sich an das OSTRALE-Zentrum wenden. Außerdem benötigt die OSTRALE in der heißen Phase des Aufbaus noch jede Menge freiwilliger Helfer. Kontakt: 0351-6533763

Kontakt zu Daniel Stern / Marcus Morgenstern: 0177-9631271
(Pressetext entnommen von: www.ostrale-zentrum.de)

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