Programm-Ankündigung 3. OSTRALE-Wochenende (OSTRALE.xtra)

ostralextra

FREITAG, 28.8.2009

20 Uhr – Segler im Gebirge – Herzz Hallbauer – Video-Klang-Musik-Kollage zum Thema Caspar David Friedrich

22 Uhr – UNSICHERHEIT und Kommunikationsinstallation – Tanzimprovisation – Der alte englische Choreograph Andy Davenport trifft auf den jungen Tänzer Leopold Müller. Der eine am Ende seiner Kariere, der andere vielleicht am Beginn…

23 Uhr – tanzbar – DJ Albrecht Wassersleben & The Moroders – House / Disco

SAMSTAG, 29.8.2009

20 Uhr – Marek Choloniewski & Olga Szwajgier – Audiovisuelle Performance mit zeitgenössischer Musik und elektronischen Klängen

21 Uhr – Nichts, was dazwischen ist – Julia Vitalis – Tanzperformance

22 Uhr – Don’t touch – Anna Konjetzky & Company – Tanzinstallation über die Verwebung der real anwesenden dreidimensionalen Körper der Tänzer, bewegte, zweidimensionale Projektion und die vermeintlich statischen Körper in den Fotografien von Alvin Booth.

ab 23 Uhr – tanzbar – DJ Team hsl! – House / Minimal / Electro

SONNTAG, 30.8.2009

ab 5 Uhr früh bis nachmittags – Frühstückssalon – Brunchen in der OSTRALE

ab 11 Uhr – live: Flimmerfrühstück – Konzert – Jazz & Pop wird in ungewöhnlich erstaunlicher Weise mit deutschen Texten kombiniert

16 Uhr – Don’t touch – Anna Konjetzky & Company – Tanzinstallation über die Verwebung der real anwesenden dreidimensionalen Körper der Tänzer, bewegte, zweidimensionale Projektion und die vermeintlich statischen Körper in den Fotografien von Alvin Booth.

Info OSTRALE.xtra

Die OSTRALE’09 verbindet ein klassisches Ausstellungsformat mit einem gattungsübergreifenden Veranstaltungsprogramm. Alle performativen Elemente der Ausstellung werden dabei im Vergleich zum letzten Jahr schärfer gebündelt und zeitlich auf die Wochenenden konzentriert. Unter dem neuen Label “OSTRALE.xtra” findet man die Darbietungen der Bereiche Performance, Tanz, Theater, Live-Literatur, Film und Musik. Sie werden als solche auch gesondert kommuniziert, dazu gibt es einen eigenen Programmflyer und eine detaillierte Übersicht auf der Webseite.

Ein “Klassiker” aus dem vergangenen Jahr wird wieder neu aufgelegt – die familientauglichen Frühstücks-Salons an den Sonntagen, bei denen entspannt gebruncht und dann zur Kunstbetrachtung übergegangen werden kann. In Kooperation mit dem Programmkino Ost werden am 2. September ausgewählte Kurz- und Animationsfilme gezeigt. Damit finden erstmals Veranstaltungen der OSTRALE auch außerhalb des Ostrageheges statt.

Anna Konjetzky

anna-konjetzky_dont-touchAnna Konjetzkys “Don’t touch” ist eine Installation. Es ist der Körper, der ausgestellt wird, mit und durch den Bilder kreiert werden. Bilder, bei denen der Betrachter verweilen, an denen er vorübergehen kann. Körperbilder in verschiedenen Konstruktionen und Zuständen: Die Verwebung der real anwesenden dreidimensionalen Körper der Tänzer, bewegte, zweidimensionale Projektion und die vermeintlich statischen Körper in den Fotografien von Alvin Booth.

In dem leeren Heuboden OST ist jedem der Tänzer ein Platz, ein sehr begrenzter und beengter Raum, zugewiesen. Die Körper hängen an Seilen von der Decke, sind in Zellophanpapier aufgehängt, in einem Scherbenkreis gefangen, an eine Platte gebunden. Sie sind ebenso in ihrem Rahmen gefesselt, wie die Körper in den ausgestellten Fotografien von Alvin Booth.

Doch es bleibt genug Raum für das Publikum, das sich frei in der Halle bewegen kann von einem “Bild” zum nächsten; allenfalls geführt durch eine Lichtdramaturgie, die Akzente und Fokusse setzt, den einzelnen Tänzer und seine Bewegungen aus der Masse heraushebt, den Rhythmus der Aufmerksamkeit bestimmt und neue Bilder und Blickwinkel ermöglicht.

Julia Vitalis

Julia-Vitalis_PressefotoEine Gruppe von Menschen befindet sich in einem eingezäunten Quadrat. Es ist verboten, die Absperrung zu übertreten, aber die Folgen sind unklar… So beginnt ein dreistufiges Grundszenario von Kontrolle und den verschiedenen Möglichkeiten des Individuums sich dazu zu verhalten. Kann ein zu Selbstständigkeit fähiger Mensch sich den Luxus leisten, sich einmal gehen zu lassen und anzupassen? Eine Performance von Julia Vitalis über subversives Experimentieren und Konsequenz in einer immer enger werdenden sozialen Spirale. Hintergrund: Thema der Performance sind gesellschaftliche und ideologische Rahmenbedingungen, die nicht an menschlichen Bedürfnissen orientiert sind sowie die Bereitschaft des Individuums, sich diesen anzupassen bzw. zu unterwerfen und sich somit zum Kollaborateur seiner eigenen Unterdrückung zu machen. Letztendlich geht es also um die alte Frage von Anpassung und Konditionierung auf der einen und die Möglichkeit der Revolte und Selbstbefreiung auf der anderen Seite, wobei das Lachen als ur-anarchistische Methode mehrfach rezipiert wird. Handlungen und Ton stehen häufig im Widerspruch, bilden aber über die vier Teile hinweg immer wieder Verknüpfungspunkte.

Flimmerfrühstück

Jazz & Pop In ungewöhnlich erstaunlicher Weise mit deutschen Texten kombiniert: Das ist Flimmerfrühstück. Ungewöhnlich sind vor allem die in charmanter Art vorgetragen bissig witzigen Texte, die durch ihre Leichtigkeit an Elemente des Pops erinnern. Das Erstaunliche daran ist, dass auch ernsthafte Inhalte ihren Eingang in die Texte finden, ohne dabei schwermütig zu wirken, sondern das Publikum eher erheitern und mit einem guten Gefühl aus den Konzerten entlassen. Auftritte von Flimmerfrühstück zeichnen sich durch eine einheitliche, authentische und sympathische Performance der Band aus. Was auf der Bühne zu Einheit findet, wird getragen von der Unterschiedlichkeit der Musiker. Da ist Mark, der im Bebop zu Hause ist, Lothar, der Sänger und Liedermacher, Karl, der Beat und französische Chansons liebt und Eva, die sich durch den Swing der Leipziger Big Bands trommelt.

Tobias Herzz Hallbauer

Die “Pfeiler” der tatsächlichen HERZZKunst sind Text, Klang und Bild, und in den tatsächlichen HERZZKunst-Arbeiten finden sich alle drei Ebenen. Dabei stehen die drei Bereiche stellvertretend für Denken, Hören und Sehen – und somit für drei Ebenen, die primär die permanente Wahrnehmung von uns selbst und des uns Umgebenden ausmachen.

Natürlich hinterfragt die HERZZKunst die kausalen Zusammenhänge dieser drei Ebenen – trennt sie, betont, beleuchtet einzelne davon, hinterfragt Wechselwirkungen, beobachtet intensiv sowohl Innen- als auch Aussenwelt, um sich auf künstlerischem Weg all dem zu nähern, was in den Zwischenräumen liegt und unsere Realität genauso bestimmt, wie das gewohnte Zusammenspiel dieser Bestandteile. Es geht der HERZZKunst also um einen genaueren Blick auf eine Realität, die weit mehr ist als das, was wir üblicherweise mit diesem Begriff verbinden.

Formal ergeben sich daraus die unterschiedlichsten Präsentationsmöglichkeiten: Text kann gesprochen, geschrieben, projiziert sein, er wird zum Bild oder zum Klang; Klang kann Atmosphäre, Musik, Sprache sein, kann mit unterschiedlichem Instrumentarium live gespielt oder Soundtrack sein; das Bild kann Fotografie, Collage, Agieren auf einer Bühne, Aquarell, Film, gedruckter Text sein – und dies immer in den verschiedensten Kombinationsmöglichkeiten. Dabei arbeitet die HERZZKunst immer nur mit dem, was zur Verfügung steht, bzw. mit dem, was sich ergibt. Und in der HERZZKunst ergibt sich immer etwas, das liegt in der Natur der Sache? der Natur.

unsicherheit und kommunikationsinstallation

Für das letzte Tanzstück seines Lebens besucht der englische Choreograph und Tänzer Andy ein weiteres Mal Dresden. Hier trifft er auf den jungen Leopold Müller, der nach 6 Jahre die Palucca-Schule abbrechen musste, den Tanz jedoch immer noch liebt.

Beide kommen zusammen und zeigen ein Stück Improvisation.

Unsicherheit ist Thema. Für den einen am Ende seiner Karriere als freier Künstler im Rückblick stets präsent, ist Unsicherheit für den anderen bei seinem ersten eigenen Bühnenstück im Vorblick auf das Kommende beängstigend und als Gefühl der Jugend wichtig und schwierig.

Ängste, Sorgen und Gefühle verarbeiten die Zwei in einem emotionalen Tanzstück, das sie gemeinsam entwickeln.

www.oatrale-zentrum.de

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Datum: Donnerstag, 27. August 2009 14:52
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