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„Moderne braucht Vergangenheit“ – 5 Jahre Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung an der TU Dresden

Mittwoch, 3. Dezember 2008 15:08

Keine Moderne ohne Vergangenheit, das könnte ein Wahlspruch für den Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung sein. Dieser existiert seit nunmehr 5 Jahren an der TU Dresden. Am 28.11.2008 war dieses Jubiläum Anlass für einen feierlichen Festakt in den Räumen des Landesamtes für Denkmalpflege im Dresdner Ständehaus.

Neben einleitenden Grußworten, unter anderem von Prof. Rosemarie Pohlack, Landeskonservatorin von Sachsen, Prof. Hermann Kokenge, Rektor der TU Dresden und Gerhard Eichhorn, dem Vorstandsmitglied der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, standen eine thematische Einführung durch Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer, Stiftungsprofessur der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, auf dem weiteren Programm der Feierlichkeiten. Prof. Hermann Kokenge, Gerhard Eichhorn und auch Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer lobten die Interdisziplinarität und die zukunftsweisende Beispielfunktion des Masterstudienganges. Dieser ist nicht zuletzt ein Ergebnis der guten Kooperation und einem erfolgreichen Gedankenaustausch zwischen der TU Dresden, dem Landesamtes für Denkmalpflege und dem Görlitz Kompetenzzentrum Revitalisierender Städtebau. Alle Redner hoben das enorme Engagement von Prof. Dr. Hans-Rudolf Meier heraus, welcher als Mitbegründer und Koordinator des Masterstudiengangs an der TU Dresden Teil am grandiosen Erfolg des Ganzen hat. Prof. Dr.-Ing. Jürg Sulzer fasste es so zusammen: „Ohne Hans-Rudolf Meier hätte der Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung nie seinen heutigen Rang in Lehre und Präsenz erreicht.”

Auf die stimmungsvollen Grußworte folgte ein denkwürdiger Vortrag von Prof. Dr. Dr. hc. Hans Joachim Meyer, Sächsischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst a.D., der die Frage: „Braucht die Moderne keine Vergangenheit?” zu beantworten suchte und die Denkmalpflege zum Anwalt jeglicher Form von Kunst proklamierte, welche nicht mehr für sich selbst sprechen kann – und lobte so den Anspruch und die Aufgabe des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung. Im Anschluss trug Prof. Dr. Werner Sewing seine Erkenntnisse über den Mythos „europäische Stadt” vor und betonte, dass die Wahrnehmung und Wahrung des kulturellen Erbes innerhalb der heutigen Stadtentwicklung zentrale Grundpfeiler der modernen Denkmalpflege darstellen.

Den Abschluss des offiziellen Teils bildeten Erfahrungsberichte über den Studienalltag von Dr. Susanne Jaeger, langjähriger Mitarbeiterin am Studiengang und von Absolventen die innerhalb ihrer Ausführungen besonders die „Nichtverschulung” des postgradualen Studiengangs in Zeiten des Bologna-Prozesses in den Vordergrund stellten.

Der gesamte Festakt stand und steht als gelungene Bilanz eines innovativen Prozesses der nicht nur für die TU Dresden richtungweisend ist.

Man kann gespannt und sicher sein, dass die Wirkung und die Ergebnisse des Masterstudiengangs Denkmalpflege und Stadtentwicklung auch zum 10. Jubiläum erneut den Anlass zu einem verdienten Festakt bieten werden. Exemplarisch steht der Masterstudiengang für eine positive Entwicklung innerhalb der Architektur-, Kultur- und Geisteswissenschaft und zeigt zum einen, dass die Vergangenheit den Grund und Ausgangspunkt für jede Form von Moderne bildet und die Beschäftigung und die Wahrung der Vergangenheit eindeutig zur Aufgabe jeglicher Kultur zählt.

Keine Moderne ohne Vergangenheit.

Text und Fotos: Olav Helbig und Andreas Gosch

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Weitere Informationen:

Kontakt: Masterstudiengang Denkmalpflege und Stadtentwicklung

Sekretariat: Frau Peggy Torau / Email: info@masterstudiengang-denkmalpflege.de / Telefon: 0351-463 39500

Technische Universität Dresden / Professur für Denkmalkunde und angewandte Bauforschung / 01062 Dresden

www.masterstudiengang-denkmalpflege.de

Infobroschüre zum Studiengang (.pdf)

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„In Deutschland wird ja nicht so viel geredet…“ – Interview mit Jan Brokof

Dienstag, 2. Dezember 2008 14:56

Das sagt zumindest Jan Brokof, mit dem sich k-dd.de über seine Arbeit und das Wirken der heutigen Kunstgeschichte unterhalten hat.

Nach dem Studium an der HfBK in Dresden und dem Abschluss bei Prof. Ralf Kerbach arbeitet Jan Brokof heute in Dresden und Berlin. Zu den bevorzugten künstlerischen Techniken des Grafikers gehören die Bleistiftzeichnung, die Radierung, das Tuschen und vor allem der Holzschnitt.

Wie sah Deine Entwicklung zu einem Künstler aus?

Irgendwie wollte man in der Schule schon immer anders sein, als die anderen. Weil man auch cool sein wollte, hat man das dann auch durchgezogen. Ich habe in der zehnten Klasse gesagt ich werde Künstler.  Eigentlich hat man gar nicht gewusst worauf man sich einlässt. Richtig gebrannt für diese Sache habe ich dann während des Studiums.

Wie schafft der Künstler seine Werke? Gibt es bestimmte Faktoren, die dich zu einem Bild treiben?

Auslöser kann alles sein. Für mich und für viele andere sind emotionale Auslöser sehr wichtig. Das kann eine Straßenszene oder eine Ausstellung sein. Man ist ja permanent Künstler. Das ist nicht wie ein Job bei dem man hingeht und sich zu Hause etwas ganz anderem widmen kann. Du stehst auf und bist Künstler und gehst ins Bett und bist Künstler.

Jeder hat seine Strategie. Ich zum Beispiel habe immer eine Kamera dabei. Mit der wird alles festgehalten wird, was ich sehe und wie ich es sehe. Im Moment sind viele Straßenszenen dabei. Man fokussiert sich vorher schon sehr stark auf einen Gegenstand. Lauf mal durch die Stadt und achte auf Totenköpfe. Du wirst staunen, wie viel Totenköpfe du auf einmal siehst: auf Poster, T-Shirts, Autos. Das ist der Hammer, was man alles in seiner Wahrnehmung filtern kann. Dahinter steht für mich die Frage: Was bedingt eigentlich was? Im Atelier ist es das eigene Arbeiten, das mich permanent weiterbringt. Dass man sozusagen in seiner eigenen Kunst forscht oder irgendwelche anderen Auslöser findet, die dann wieder neue Wege eröffnen.

Dass man nicht von anderen Künstlern zitiert, was ja eigentlich viele machen, wenn sie sich ein Vorbild nehmen?

Ich habe den Eindruck in dem Fall gibt es zwei große Wege: Die Einen wollen sich in einer eigenständigen Position, die wieder erkennbar ist, etablieren. Die Anderen gehören in einen großen Pool. Da spielt dann noch ein gewisser Zeitgeist rein, der zu immer mehr Häufungen von Stilen in einer Zeit führt und schon geführt hat. Heute gibt es scheinbar zu viele Zeitgeister nebeneinander, die sofort zum Trend ausgerufen werden, während eigentlich nichts mehr Zeit hat sich zu entwickeln. Beispiel: Das Ornamentale ist im Moment in vielen künstlerischen Positionen vorhanden, aber in ganz verschiedenen Ausrichtungen. Ich fände es wahnsinnig toll, wenn so was nicht als Kritikpunkt, sondern als neue Stärke angesehen würde.

Mir geht es einfach darum, dass Kunst nichts Einsames und Elitäres ist. Mit dieser Einsicht kommt man wohl am schnellsten vorwärts. Mir persönlich ist es oft passiert, dass ich gedacht habe: Oh, das kommt zu dicht an den und den ran. Dann arbeitet man permanent – nur damit es nicht mehr so aussieht. Irgendwann kommt man jedoch an den Punkt, wo man sagt: Das ist doch totaler Bullshit. Zieh doch einfach dein Ding durch und verschwende deine Energie nicht an solche Gedanken. Damit fährt man meiner Meinung nach irgendwie besser.

Wie sieht die Arbeit in deinem Atelier schließlich aus?

Ich habe verschiedene Strategien. Am produktivsten ist es, wenn ich die Zeit und Kraft finde, wirklich alles gleichzeitig zu machen. Das geht von Grafik über Tusche, Kleinstbastelarbeiten, Wandcollagen, Holzschnitt, Farbpapier, Scherenschnitte und so weiter. Wenn man bei keiner Sache einen Zeitdruck hat, dann befruchten sich die verschiedenen Arbeiten gegenseitig. Die Vorbereitungen von größeren Arbeiten sind aber sehr kopflastig. Gerade die technischen Dinge: Wie steht’s am Besten, wie fällt’s nicht um, wie müssen die Materialen sein – all das Banale ist viel Vorarbeit. Gerade ist es so, dass ein größeres Projekt im Kopf entsteht und das geht dann doch meistens ziemlich zügig, weil es wirklich lange vorgedacht ist und mit allem möglichen angereichert wird. Das wird eine Straßenszene sein, die im Januar hier zu sehen ist – zumindest ein Teil davon. Im Moment entstehen kleine Skizzen, Zeichnungen, was zwar auch eigenständige Werke sind, aber für die große Arbeit dann umso wichtiger sind.

Ansonsten bin ich eher ein Tagarbeiter. Es gibt ja die Theorie, dass man tagsüber mehr mit dem Verstand und nachts mehr mit Emotionen arbeitet. Dann bin ich ein „Tagarbeiter”, weil Nachtaktionen tatsächlich meist sehr exzessiv enden. Deshalb leiste ich mir die eher seltener. Meine Art zu arbeiten würde ich als abarbeiten beschreiben. Eine Idee ist schnell gefunden und dieser kreative Moment viel zu schnell vorbei. Der muss bei mir sofort umgesetzt werden. Wenn ich zum Beispiel eine Zeichnung habe, dann setze ich gleich eine Form für den Druck. Wenn die dann schraffiert werden soll, muss ich das auch sofort machen. Die Tat an sich ist für mich sehr wichtig, obwohl man dabei oft nicht mehr viel nachdenkt, weil im Grunde keine kreative Handlung mehr dahinter steht.

Kunsthistoriker definieren einen Künstler ja gerne über solche Aspekte. Wie und worüber würdest du dich selbst definieren?

Ich denke über das Machen, denn das ist die meiste Zeit, in der ich was mit meiner Kunst zu tun habe. Das ganze drum herum: Künstler in der Öffentlichkeit, Kunstmarkt und so ist ein notwendiges Übel. Es geht ja auch nicht ohne und ich finde einige Sachen auch ganz spannend, aber dass ich mich selbst darüber definieren würde, kann ich für mich ausschließen.

Wie gehst du als junger Künstler dann mit Ehrungen und Preisen um? Wird ein Künstler stark an dieses Fakten gemessen?

Die sichern natürlich erstmal eine Existenzgrundlage. Das Beste daran ist, dass man mit dem Preisgeld ein halbes Jahr, ohne sich einen Kopf zu machen, arbeiten kann. Dann ist es mit den Preisen ja auch immer so eine Sache: Wenn die kein Risiko eingehen wollen, dann bekommt der einen Preis, der schon mal einen bekommen hat. Da ist man auf der sicheren Seite. Viele Künstler hätten einen Preis verdient, die bisher nicht einen einzigen bekommen haben, die vielleicht keine Lobby haben oder keinen Fan, der das getragen hat. Diejenigen, die mit meinen Arbeiten handeln, fördern mich im Endeffekt ja auch. Ich versuche das immer ein bisschen außen vor zu lassen, denn das kann auch hemmend sein. Der Kunst tut es nicht gut, wenn man zu strategisch arbeitet. Das ist eine arge Gradwanderung. Im Atelier und im Geist ist man meist viel weiter, als das, was schließlich in einer Ausstellung hängt. Wenn ich jetzt alles zeigen würde, dann würde ich es dem Betrachter unglaublich schwer machen. Die paar Schritte dazwischen geht man schon mit dem Betrachter mit und nimmt ihn ein Stück an die Hand – langsam dorthin, wo man hin will.

Vielen Studenten ist beim Betrachten deiner Werke – vornehmlich durch das Internet – aufgefallen, dass du stark die soziale Wohnungsarchitektur in der DDR thematisierst. In vielen Artikel des Internets wird auch gesagt, dass es um eine heile Welt geht.

Echt?

Ja, zumindest bei denen, die man findet. Manche reden dabei sogar von einer Kritik. Wie siehst du das selber?

Wir haben ja vorhin schon von emotionalen Auslösern gesprochen. Ich komme aus solchen Orten und die haben mich schon sehr geprägt. Wenn man genauer hinschaut, dann sieht man, dass das auch nicht nur ostdeutsche Plattenbauten sind. Ich will das weder gutheißen noch schlecht machen, weil ich da auch gelebt habe. Das ist erstmal nichts positives, nichts Negatives. Was weiß diese Zeit von einer anderen? Besser hätte es Julia Schoch in einem Aufsatz nicht sagen können. Man weiß, dass es Realität ist und nimmt es als gegeben hin. Eigentlich waren diese Blockbauten immer da, aber erst wenn sie nach und nach verschwinden, wird man wieder auf sie aufmerksam. Dieser ganze Ostalgie-Kram interessiert mich weniger. Mich interessiert mehr der Ost-West-Konflikt. Ich bin im Grunde das typische Wendekind. Meine Pubertät war zu der Zeit und das ist das geschichtsträchtigste was ich erlebt habe. Das ist ein Ereignis, was über mich hinausstrahlt und mich somit nicht nur persönlich beschäftigt. Man hat den Osten nur wenig miterlebt und dann fängt man an über die vergangene Zeit zu lesen und eigentlich findet man nur Meinungen, die extrem auseinander gehen. Dadurch, dass man es selber nicht so stark miterlebt hat, ist das eine Freifläche, unbesetzt von Erfahrungen, die man wunderbar bearbeiten kann. Ich will dieses Feld nicht besetzt lassen von Meinungsmachern, die mir sagen was gut und was schlecht war. Für mich sind diese Bauten alles. Sie sind zwar gruselig, aber auf der anderen Seite habe ich dort auch tolle Dinge erlebt: das erste Mal knutschen zum Beispiel. Jeder hat ganz persönliche Erlebnisse, die im Endeffekt jeden Ort schön werden lassen. Kann man mit eigenen Erinnerungen überhaupt objektiv sein? Sind die nicht von vornherein geschönt? Vielleicht arbeite ich deshalb mit Echtmaßstäben, um dadurch eine Objektivität zu vermitteln und etwas Privates objektiv zu bearbeiten.

Ist das vielleicht auch ein Dogma der Kunstkritik, dass die immer versucht eine Kritik an irgendwelchen Systemen und sozialen Umständen zu finden, anstatt zu prüfen, ob das nicht eher eine Art Erinnerung ist, die hier technisch festgehalten wurde?

Man muss es als Künstler schaffen, sich von allen Themen frei zu kämpfen. Dass es keine Rolle mehr spielt was du malst. Beispiel: Du zeichnest das Haus, mit den Fenstern und den Gardinen – und wenn du daneben ein Viereck mit kleinen Vierecken drin zeichnest, dann wird es jeder auch als Haus erkennen, obwohl es eigentlich ein abstraktes Bild ist. Und das sind Punkte, die vor allem formal sehr spannend für mich sind: Wie weit kann man abstrahieren, dass immer noch Inhalt vorhanden ist? Muss ich die Leute mit mehr Inhalt füttern, damit sie das andere noch lesen können? Würden sie das überhaupt erkennen, wenn ich nicht den Bezug zu den realistischen Arbeiten aufstellen würde? Dann würden sie das vielleicht aus einem anderen Kontext heraus lesen. Oder: Schafft man es einen dreidimensionalen Raum zweidimensional darzustellen – reliefartig, damit man auf einer Blickachse arbeitet. Da geht es weniger um den Inhalt, sondern mehr um das Bild an sich. Wobei für mich das Bildereignis wohl auch beliebig werden würde, wenn ich mich nur noch damit beschäftigte.

Du hast kurz die Reaktionen der Leute auf deine Kunst angesprochen. Wie wichtig sind die dir? Gehst du auf deine eigenen Ausstellungen und versuchst mitzuhören, was die einzelnen Leute über deine Arbeiten sagen?

In Deutschland wird ja nicht so viel geredet (lacht). Ich war jetzt in den Niederlanden. Dort war es zum Beispiel ganz anders: da wird viel mehr unter den Künstlern über die Arbeiten geredet, was ich ganz klasse finde. Man spricht mit seinem Gegenüber ja immer darüber, worüber er gerade reden will. Also eher über den Inhalt oder die Formalien. Das ist immer unterschiedlich. Ist ja sein gutes Recht, wenn er da hinkommt und sich das ansieht. Ich weiß ja selber, dass ich mich da auf einer Gradwanderung befinde, aber das sind sowieso die Positionen, die ich besonders spannend finde: kurz vorm Kitsch, sodass es sich die Waage kaum mehr halten kann und kurz vorm abkippen steht. Das sind Positionen, die ich als sehr lustvoll empfinde.

Welche Bedeutung misst du dem Schwarz-Weiß in deinen Arbeiten bei?

Gute Frage: Schwarz-Weiß hat was sehr konsequentes… Ja oder nein quasi. Warum mach ich eigentlich schwarz-weiß?

Vielleicht auch wegen des normalen Rhythmus’ des Hochdrucks, der traditionell Schwarz-Weiß druckt?

Das sind auch Gründe, vor allem weil die Technik so viele Seiten hat, die von mir noch nicht ausgereizt sind. Farbe im malerischen Sinne interessiert mich einfach nicht. Zumindest will  ich nicht das Lichtereignis fangen. Würde ich mit Farben arbeiten, dann würden die signalhaft, vielleicht auch über Flächen verwendet werden.

Irgendwie habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Vielleicht sind so viele sozial-kritische Arbeiten farbig, weil schwarz-weiß objektiver wirkt und dich nicht in eine emotionale Richtung schiebt. Ja, vielleicht ist die Grafik eher geistig und die Malerei mehr emotional. Vielleicht ist es eher so was. Also so ganz stimmt das auch noch nicht. Das ist alles sehr schwammig….

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Der Bismarckturm auf Dresdens Räcknitzhöhe

Sonntag, 14. September 2008 20:30

„Es ist ein Vorteil des Altwerdens, dass man gegen Hass und Verleumdung gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für […] Liebe stärker wird.“ [1]

So beschrieb einst ein Politiker die Empfindungen während des Alterns, der auf eine Lebenszeit voller Kontroversen, Krisen und weltgeschichtlicher Ereignisse zurückschauen konnte: Otto von Bismarck war der erste Kanzler des Deutschen Reiches, der unter seinen Zeitgenossen als streitlustiger, wahnsinniger und doch als genialer Politiker galt. Trotz seiner nachhaltig zwielichtigen Bedeutung für überspanntes Deutschtum, kann er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geschichte gesehen werden. Diese außergewöhnliche Position innerhalb der Entwicklung war auch Jahre nach seinem Tod Anlass für zahlreiche Ehrungen. Bismarck wurde nicht nur in Standbildern, Historiengemälden und lyrischen Ehrungen verewigt. Am markantesten sind die 160 erhaltenen Bismarcktürme, die von 1899 bis 1911 auf dem Gebiet des damaligen deutschen Staatsgebietes gebaut wurden [2]. Die einst 240 Türme beflaggten wichtige Punkte von Städten und Landschaften in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik. Nicht nur als Denkmäler im herkömmlichen Sinne geplant, sollten sie zu besonderen Anlässen als weithin sichtbare Feuersäulen fungieren und somit den „Bismarckmythos“ zum Beginn des 20. Jahrhunderts schüren [3].

In der sächsischen Landeshauptstadt findet man vier verschiedene Bismarcktürme [4]: Bekanntester ist wohl jener auf der Räcknitzhöhe im Süden Dresdens. Der Bau des am 23. Juni 1906 eingeweihten Turms, der stilistisch auf den „Standardentwurf“ von Wilhelm Kreis zurückgeht, wurde von damaligen Dresdner Studenten initiiert und mit Spenden der Stadtbevölkerung finanziert. Dieser Entwurf wurde bei 42 dieser Denkmaltürme verwendet, wobei die Kubaturen nie vorgeschrieben waren. Während der ausgehenden Kaiserzeit, der Weimarer Republik, aber speziell während des Dritten Reiches wurde der Turm nicht mehr in seinem eigentlichen Sinn genutzt. Nach der Teilung Deutschlands – man zog sogar seinen Abriss in Erwägung – wurde der Bismarckturm in “Friedensturm” umbenannt [5]. Nach der Wiedervereinigung und der Jahrtausendwende wurde der Turm in miserablem Zustand vorgefunden. Erneut waren es Dresdner Studenten, die 2003 mit der Gründung des „Bismarckturm Dresden e.V.“ den Startschuss für die Rettung und Erhaltung des Bismarckturms gaben. Die Arbeit des Vereins wurde am 30. August 2008 mit der feierlichen Eröffnung des restaurierten Turms für die Öffentlichkeit belohnt [6].

Die 23 m hohe Sandsteinsäule trohnt auf einem quadratischen Standsockel, welcher auf einer kleinen künstlichen Anhöhe sitzt. Nach einem weiteren übermannshohen und gestuften Turmsockel erhebt sich der hohe Turmkörper. Dieser nimmt etwa dreiviertel der Höhe des gesamten Bauwerks ein und spiegelt eine Art überdimensionierten, quadratischen kantonierten Pfeiler wider. An der Ostseite des Turmkörpers befindet sich ein Relief eines Adlers, der von zwei Halbsäulen eingerahmt wird. Kurz vor dem Abschluss des sich verjüngenden Turmkörpers umläuft ein Gesmisband den Bau. Auf dem Turmkörper sitzt der Turmabschluss. Beginnend mit einer konkaven Gebälkzone, schließt dieser Bereich mit einer dreistufigen Kastenarchitektur ab, bei der die dritte und überhöhte Stufe die steinerne Grenze der Aussichtsplattform bildet. Der mit Backsteinen verkleidete Innenraum, der sich aus Turmsockel und -körper zusammensetzt, ist hohl und lässt genug Raum für die Erschließungstreppen. Diese führt die Besucher zur Aussichtsplattform hinauf. Die moderne Stahltreppenkonstruktion setzt einen bewusst genutzten Kontrast zu den Überresten der ehemaligen Treppe, welche man noch heute teilweise sehen kann. Stilistisch könnte man diese Form des Bismarckturms als eine Anlehnung an romanische Festungsarchitektur verstehen. Dieser Effekt wird nicht zuletzt durch das gemischt versetzte, äußere Mauerwerk hervorgerufen [7]. Diese Formensprache schien wohl gut in die romantisierende und heroisierende Mittelaltervorstellung des nationalen Deutschverständnisses zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu passen.

Schließlich auf der Plattform angekommen, erwartet den Besucher ein reizvolles Panorama, das bei gutem Wetter den Blick von der Sächsischen Schweiz über das entfernte Osterzgebirge bis nach Freital lenkt. In Richtung Norden erblickt man das Dresdner Stadtgebiet und man erhält ein Gefühl dafür wie sich Dresden schier unendlich als urbane Masse an der Elbe entlang schlängelt. Bei genauerem Hinsehen kann man zwei weitere Bismarcktürme erspähen. Neben dem Bismarckturm auf den Weinbergen oberhalb von Radebeul, kann man auch den Fichteturm in Dresden-Plauen erblicken.

Erreichen kann man den Bismarckturm über die Südhöhe und die Ludwig-Renn-Allee. Den Eingang findet man auf der Südseite des Turms. Der Eintritt zum Turm und für den Aufstieg ist frei und von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 bis 18 Uhr möglich.

Ein Blick vom Bismarckturm über das abendliche Dresden:

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[1] Zitat entnommen von: www.gedichte-garten.de .
[2] Entnommen von: www.bismarcktuerme.de .
[3] siehe [2] .
[4] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[5] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[6] siehe: www.bismarckturm-dresden.de .
[7] Koch, Wilfried: „Baustilkunde”; München 2006.

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Der Rathausturm – Dresdens Größter

Freitag, 8. August 2008 20:09

Wenn man auf den Hängen des Elbtals wandert, zwischen den Weinreben des Meissner Spaargebirges hin und her schlendert und selbst während eines Spaziergangs auf dem über Pillnitz thronenden Schlossberg sieht man ihn – den Turm des Dresdner Rathauses. Wie ein riesiger, schwarzer Polstab einer übergroßen urbanen Sonnenuhr markiert dieses Bauwerk nicht nur Dresdens Mitte, sondern ist seit jeher einer der lohnensten Aussichtpunkte über die Landeshauptstadt. Grund genug diesen Turm in der Mini-Dokumentation „Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme“ auf Kunstgeschichten-Dresden.de vorzustellen.

Der, von 1905 bis 1910, im Zuge des Rathausneubaus, von den Architekten Karl Roth und Edmund Bräter, errichtete Turm, erreicht eine Höhe von 95,25m. Ergänzt durch die goldene Herkulesstatue von Richard Guhr besitzt der Rathausturm eine Gesamthöhe von 100,30m und ist somit Dresdens höchster Turm[1]. Ein Umstand, der dem letzten König von Sachsen Friedrich August III. missfallen haben dürfte, da er noch vor dem Baubeginn angeordnet hatte, dass der Rathausturm nicht höher, als der des Schlosses – der Hausmannturm mit 100m – sein dürfe. Ob Friedrich August diese „bürgerliche Unflätigkeit“ je auffiel, ist historisch nicht belegt. Eine kunsthistorische Beschreibung und Einordnung hingegen hätte ihn sicherlich interessiert.

Die Grundform des Turms bildet ein sich nach oben hin verjüngendes, oktogonales Prisma aus Sandstein, dessen Ecken durch flache Wandpfeiler verstärkt sind. Horizontal ist der Turm durch flache, unprofilierte Gesimse gegliedert. Wandpfeiler und Gesimse ergeben geschossweise, orthogonale Seiten – Traveen – die durch quadratische Fenster durchbrochen sind. Das siebte und achte Geschoss, heben sich nicht nur wegen ihrer gemeinsamen Höhe von den unteren Geschossen ab, sondern auch in ihrer bau- und formstrukturellen Gestaltung. Dieses Doppelobergeschoss hebt sich durch eine weitere Balustrade von dem unteren Geschoss ab. Auf jeder Seite befinden sich hohe, orthogonale Fenster, über denen jeweils noch Kleineres sitzt. Diese baugleichen Fenster lokalisieren das achte Geschoss - man kann dieses als Zwischen- oder Mezaningeschoss beschreiben. Die Ecken des Prismas werden nun nicht mehr durch flache Wandpfeiler verstärkt, sondern durch ein Zwillingspaar unkanelierter Säulen mit ionischen Kapitellen. Die Säulen tragen jeweils ein sich vom Wandniveau des Oktogons abhebendes Gebälkelement, das durch seine umlaufende Überdachung einen gelungenen Übergang zum darüber liegenden Geschoss bildet. Das neunte Geschoss des Rathausturms besitzt die Höhe der Geschosse eins bis sechs. Die Ecken werden nun wieder durch flache Wandpfeiler verstärkt, die jeweils aus den bereits erwähnten Gebälken hervorgehen. Durchleuchtet wird das neunte Geschoss durch elliptische Ochsenaugen. Das für den Besucher interessanteste Geschoss – hier befindet sich der Aussichtsrundgang – ist das zehnte bzw. elfte Geschoss des Turms. Umringt von einer weiteren Balustrade umläuft hier ein Laufgang den oktogonalen Baukörper. Auf den Kanten, die sich durch die Schnittpunkte der Balustradenseiten ergeben, befindet sich jeweils ein Figurenpaar aus Sandstein. Diese sechzehn übermannshohen Figuren wurden von den Bildhauern Peter Pöppelmann, August Schreitmüller, Bruno Fischer und Arthur Selbmann geschaffen. In wiefern Ersterer mit dem berühmten Zwingerbildhauer Matthäus Daniel Pöppelmann verwandt ist, ist nicht belegt – zumindest stammten beide aus Westfalen. Die Figuren stellen die sechzehn Tugenden Güte, Weisheit, Aufopferung, Stärke, Beharrlichkeit, Mut, Treue, Glaube, Frömmigkeit, Barmherzigkeit, Hoffnung, Liebe, Klugheit, Wachsamkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit dar. Bis auf die beiden Figuren, die die Wachsamkeit und die Weisheit darstellen, sind alle wettergeschwärzt. Diese beiden, von der Witterung noch unversehrten Figuren, wurden in der Bombennacht am 13. Februar 1945 zerstört und erst 1999 als Repliken an ihren alten Bestimmungsort aufgestellt. Hinter den Tugenden, auf den Ecken des Geschosses befinden sich unkanelierte Halbsäulen mit ionischem Kapitel, die auf jeder zweiten Seite des Oktogons als Stützen für einen leicht gesprengten Segmentgiebel dienen. Diese überspannen nicht nur die jeweiligen Seiten und die Aus- und Eingänge zum Aussichtsrundgang, sondern auch die für den Rathausturm so charakteristischen riesigen Uhren. Zudem verhalfen diese Uhren dem Rathausturm zu seinem, eher spöttischen, Beinamen „Die Eule“. Dieser ist gar nicht so verkehrt, denn wenn man zum Beispiel bei Nacht vom Bismarkturm auf der Räcknitzhöhe in Richtung Stadtzentrum schaut, könnte man durchaus den Eindruck von einer gigantischen Eule mit großen, leuchtenden Augen bekommen. Zuletzt soll nun die Turmhaube des Rathausturms beschrieben werden. Der Terminus, der diese Form einer Turmhaube am besten beschreibt, ist der der Glockenhaube [2]. Diese Glocke beherbergt unter dem Dachstuhl, innerhalb ihres „Wolms“, noch zwei Dachgeschosse. Getrennt sind diese beiden Dachgeschosse durch ein umlaufendes Gesims. Das untere Dachgeschoss wird auf den Seiten, unter denen sich die großen Uhren befinden, durch den beschriebenen Segmentgiebel unterbrochen. Zusätzlich sind beiden Dachgeschosse mit Tonnengauben, deren Fensteröffnungen elliptisch sind, durchfenstert. Auf der „Haupe“, der Glockenhaube, befindet sich der berühmte goldene Rathausmann Richard Guhrs, der diesen aus goldenem Kupferblech fertigte. Die Statue zeigt eine im Contrapost stehenden muskulösen, männlichen Akt, der mit seinem entspannten Arm ein mit der Öffnung zum Boden hingewandtes Füllhorn hält und mit dem angespannten Arm einen zeigenden, fast segnenden Gestus vollführt. Der volle Bart und das wellige Haar des Rathausmannes geben ein starres aber gezielt schauendes Gesicht frei, dessen Haupt eine Krone ziert. Die kunst- und architekturhistorische Einordnung wird in manchen Quellen als Übergangsstil beschrieben. Dies wird klar wenn man die verschiedensten baudekorativen Formelemente wie Säulen, Giebel und die Dachform betrachtet. Diese finden ihre Vorbilder klar in der römischen Antike und in der Stilistik des ausgehenden Barock. Soweit die Beschreibung des Bauwerks.

Den „Eingang in die Höhe“ findet man, wenn man die Kreuzstraße in Richtung Altmarkt einbiegt und rechterhand durch das erste rundbogige Portal in den dritten der sechs Lichthöfe des Rathauses gelangt. Nach wenigen Schritten erreicht man auch schon den Aufzug – Zeit genug den ersten Blick am wettergeschwärzten Sandstein hinauf zu wagen. Nach kurzem Warten öffnet sich die Aufzugstür und man gelangt zunächst in den siebten Stock des Turms. Dort erwartet einen das Turmpersonal, welches die Tickets zum Aussichtsrundgang für den kleinen Unkostenaufwand zwischen 1,70€ und 3,00€ bereithält. Danach gelangt man über eine kleine Treppe zum zweiten Aufzug, der einen nun in eine Höhe von 68m hinauffährt. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick über das gesamte Elbtal – bei gutem Wetter kann man sogar die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge und auf der anderen Seite die Spitzen der Meissner Domtürme erkennen. Und selbst die wuselnde und geschäftige „Elbmetropole“ direkt unter dem Turm bietet von oben einen visuellen Rundflug über ihre Dächer. Ein besonderes Highlight ist es, den Rathausturm während der Adventssonntage zu erklimmen, da man so einen noch eindrucksvolleren Blick über das nächtliche Dresden erhält.

Öffnungszeiten: 20. März bis 31. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)

Lageplan:

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[1] Löffler, Fritz: „Das Alte Dresden – Geschichte seiner Bauten“, 16. Auflage, Leipzig 1981.

[2] Koch, Wilfried: „Baustilkunde“; München 2006.

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Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme.

Dienstag, 22. Juli 2008 13:32

Ab August 2008 wird es im Blog von Kunstgeschichten-Dresden, alle zwei Wochen eine Mini-Dokumentation zum Thema ‘Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme.’ geben. Hier stellen Wir alle für den Besucherbetrieb geöffneten, historischen und modernen Turmbauten der Stadt mit Bild und Text vor.

Informationen zur Geschichte des Bauwerks und zur kunsthistorischen Einordnung werden nur einen Teil der Artikel bilden. Eindrucksvolle Panoramablicke über Dresden und Umgebung, Informationen für Besucher, wie Preise und Stufenanzahl, und Vieles mehr.

Wir sehen uns – Über den Dächern.

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Bernhard Fellmann – Zeichnungen und Aquarelle

Dienstag, 24. Juni 2008 9:45

Von der Michelangelostraße über die Räcknitzhöhe, hin zur Bürgerwiese beim Großen Garten, zurück zum Wasaplatz, über Strehlen nach Gruna, hinunter zur Elbe und über die Neustadt direkt weiter zum Blauen Wunder – dies sind nur einige Stationen, die man erleben kann, wenn man die Ausstellung „Bernhard Fellmann – Zeichnungen und Aquarelle“ im Dresdner Kulturrathauses besucht.

Der 1904 in Breslau geborene Architekt lebte seit 1928 in Dresden. In den Jahren seines Ruhestandes – 1976 bis ’84 – hielt er das wiedererwachte Dresden in zahlreichen Aquarellen und Zeichnungen fest. Mit seinem Personalstil, der Schärfe mit Unschärfe und Abstraktion mit Detailtreue kombiniert, zeigen Fellmanns Werke ein urbanes Gesamtportrait, dass durch verschiedenste, anekdotische Szenerien ein lebendiges Dresden wiedergibt.

In erzählenden Blicken aus dem Fenster seiner Wohnung in Zschertnitz, geben die Bilder einen dokumentarischen Einblick in Dresdens Baugeschichte in der DDR. So wird manch jüngerer Betrachter vor den Bildern eine visuelle Zeitreise in die 1980er Jahre erleben und bewundernd feststellen, dass sich in den letzten 25 Jahren einiges verändert hat. Auch das ein oder andere Lächeln wird sich nicht verhindern lassen, denn Fellmann staffierte seine Stadtansichten mit zahlreichen, amüsanten Nebendarstellern aus. So winkt dem Betrachter ein Schornsteinfeger vom Dach eines Hauses in der Priesnitzstraße und ein Brautpaar lächelt aus einem Dresdner Motel verliebt.

Fazit: Dies ist nicht nur eine Ausstellung, sondern viel mehr ein Stadtrundgang, der in den 1970er und 1980er Jahren auf die Leinwand gebannt wurde, zwischen Dokumentation und Romantik.

Weitere Einblicke:

13.05.2008 – 11.07.2008; Amt für Kultur und Denkmalschutz, Foyer 3. Etage im Kulturrathaus, Königstr. 15; Mo. bis Do. 8:00 – 17:00 Uhr, Fr. 8:00 – 15:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Der Zugang ist barrierefrei möglich (Aufzug).

Eine Ausstellung der Abteilung Denkmalschutz im Amt für Kultur und Denkmalschutz.

www.dresden.de

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Buchtipp: Ken Follett – Säulen der Erde

Mittwoch, 7. Mai 2008 23:07

Ken Follett’s großes Meisterwerk „Säulen der Erde“ erzählt die Geschichte des Priors Philip und seines Baumeisters Tom. Beide Protagonisten wurden vom Schicksal schwer getroffen und haben den Traum, trotz Intrigen, Mord, Verrat, dem Widerstand des Klerus und privater Schwierigkeiten, eine in den Himmel ragende Kathedrale zu bauen, ein Zeugnis des christlichen Glaubens und gleichzeitig ein architektonisches Meisterwerk.

Die Kombination der Beschreibung der Biografien der Charaktere und das enorme Wissen Ken Follett’s über die Lebensweise im Mittelalter, sowie seine Sachkenntnis in Architektur, lassen dieses Werk zu einem großen Ganzen verschmelzen, bei dem es manchmal schwer fällt zu glauben, dass diese Geschichte frei erfunden ist. Die detailliert beschriebenen Handlungsstränge , ihre späteren Verbindungen und der historische Rahmen entwickeln sich zu einer monumentalen Erzählung.

Ein Muss für jeden Mittelalterfan!

Ken Follett; Säulen der Erde; Bastei-Lübbe; Bergisch Gladbach; 1990.

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Junge Freunde der SKD – Kunst und Jazz

Dienstag, 6. Mai 2008 17:50

junge

Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentieren Sich und die neue Ausstellung im Dresdner Residenzschloss: ”DruckStelle. Graphik von Chillida bis Uecker”. Bei Livemusik von der Jazz-Combo ‘Flaura & Phona’ kann man sich einen Eindruck von der Ausstellung machen, an nette Gesprächen über Kunst teilnehmen bzw. auch einfach nur lauschen, oder einfach nur mal einen schönen Kulturabend genießen. Für Getränke ist natürlich gesorgt – und eventuell wird man ja auch zu einem jungen Freund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

22.05.08, ab 19:00Uhr – Im Residenzschloss Dresden, Eingang Sophienstraße, Eintritt frei!

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“Gaudí unseen – Vollendung der Sagrada Familia” Ausstellung in Hellerau

Samstag, 26. April 2008 11:59

sagradafamilia_hellerauAn kaum einer der gotischen Kathedralen wurde solange gebaut wie, bis heute, an der Basilika Sagrada Familia in Barcelona. Wie eine mächtige, aber einsame Läuferfigur steht sie auf dem Schachbrett von Eixample und behält nicht nur das Staunen der Besucher, sondern auch die Erinnerung an ihren ‚Erfinder’ – Antoni Gaudí – seit 126 Jahren inne. Die kleine Ausstellung in den Räumen der Deutschen Werkstätten Hellerau, stellt nicht nur Gaudí, seine Methoden und eines seiner bedeutensten Bauwerke vor, sondern auch die heutigen Arbeiten die noch bis 2009 andauern. Gutgemachte Gipsmodelle geben dem Besucher eine gewissen Vorstellung von dem was einmal eines der berühmtesten Bauwerke der Welt sein wird.

Deutsche Werkstätten Hellerau, 28.02.08 – 30.05.08

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“Sein und Wesen – Der unbekannte A.R. Penck” Ausstellung in der Städtischen Galerie Dresden

Donnerstag, 24. April 2008 22:21

paenckZahlreiche Werke des Künstlers A.R. Penck – zweifellos einer der großen deutschen Künstler der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts – sind an den Ort ihrer Entstehung zurückgekehrt! Die Städtische Galerie Dresden zeigt noch bis zum 29. Juni 2008 einen eindrucksvollen Querschnitt durch die neu erworbene Sammlung von Jürgen Schweinebraden, einem Jugendfreund des Künstlers und Penck-Sammler erster Stunde.

Malerei, Grafik und Plastik, aber auch Buchkunst – dank digitaler Fotografie sogar blätterbar – sind in der Ausstellung vertreten und erlauben einen dichten Überblick über das Schaffen A.R. Pencks bis zu seiner Ausreise aus der DDR im Jahr 1980.

Pencks Standart-Figuren sind legendär. (Wer sie noch nicht kennt, der setze sich bitte in die Straßenbahn Linie 11 bis zur Haltestelle „Kongresszentrum“ und lege seinen Kopf in den Nacken…). Die Arbeiten aus dieser Werkgruppe wurden schnell populär und trugen Penck den Beinamen des „Strichmännchen-Malers“ ein. Das markige Schlagwort lässt jedoch einen Großteil von Pencks Schaffen außen vor. Die schöpferische Auseinandersetzung mit der Kunst Rembrandts spiegelt sich in pastos gearbeiteten, erdigen Gemälden. Klassiker der Moderne wie Picasso oder Giacometti haben ihre Spuren im Werk von A.R. Penck hinterlassen.

Doch nicht nur der sich die Kunstgeschichte praktisch aneignende Maler steht im Focus der Ausstellung. Zu sehen ist auch der experimentierfreudige, der zerstörerische, der suchende und forschende Künstler, dessen Interesse an Wissenschaftlichkeit und Information einen Dreh- und Angelpunkt seiner künstlerischen Arbeit bildet.

Der Name der Ausstellung ist Programm, denn bei einem so vielschichtigen Œuvre, wie dem von A.R. Penck, lassen sich bei jeder neuen unvoreingenommenen Betrachtung bisher unbekannte Facetten und Verknüpfungen entdecken.

Fazit: Hingehen – Anschauen – Bekanntschaft machen!

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