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	<title>Kunstgeschichten Dresden &#187; dresdnes türme</title>
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	<description>Das Onlineportal für Kunsthistoriker, Kunstgeschichtsstudierende und allen Kunst- und Kulturinteressierten.</description>
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		<title>Der Rathausturm – Dresdens Größter</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 18:09:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Gosch</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #333333;"><a href="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/rt_1_klein.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-66" title="Turm des Dresdner Rathauses" src="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/rt_1_klein.jpg" alt="" width="171" height="258" /></a></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Wenn man auf den Hängen des Elbtals wandert, zwischen den Weinreben des Meissner Spaargebirges hin und her schlendert und selbst während eines Spaziergangs auf dem über Pillnitz thronenden Schlossberg sieht man ihn – den Turm des Dresdner Rathauses. Wie ein riesiger, schwarzer Polstab einer übergroßen urbanen Sonnenuhr markiert dieses Bauwerk nicht nur Dresdens Mitte, sondern ist seit jeher einer der lohnensten Aussichtpunkte über die Landeshauptstadt. Grund genug diesen Turm in der Mini-Dokumentation „Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme“ auf Kunstgeschichten-Dresden.de vorzustellen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Der, von 1905 bis 1910, im Zuge des Rathausneubaus, von den Architekten Karl Roth und Edmund Bräter, errichtete Turm, </span><span style="color: #333333;">erreicht</span><span style="color: #333333;"> eine Höhe von 95,25m. Ergänzt durch die goldene Herkulesstatue von Richard Guhr </span><span style="color: #333333;">besitzt</span><span style="color: #333333;"> </span><span style="color: #333333;">der Rathausturm eine Gesamthöhe von 100,30m und ist somit Dresdens höchster Turm<strong>[1]</strong>. Ein Umstand, der dem letzten König von Sachsen Friedrich August III. missfallen haben dürfte, da er noch vor dem Baubeginn angeordnet hatte, dass der Rathausturm nicht höher, als der des Schlosses – der Hausmannturm mit 100m – sein dürfe. Ob Friedrich August diese „bürgerliche Unflätigkeit“ je auffiel, ist historisch nicht belegt. Eine kunsthistorische Beschreibung und Einordnung hingegen hätte ihn sicherlich interessiert.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Die Grundform des Turms bildet ein sich nach oben hin verjüngendes, oktogonales Prisma aus Sandstein, dessen Ecken durch flache Wandpfeiler verstärkt sind. Horizontal ist der Turm durch flache, unprofilierte Gesimse gegliedert. Wandpfeiler und Gesimse ergeben geschossweise, orthogonale Seiten – Traveen – die durch quadratische Fenster durchbrochen sind. Das siebte und achte Geschoss, heben sich nicht nur wegen ihrer gemeinsamen Höhe von </span><span style="color: #333333;">den unteren Geschossen</span><span style="color: #333333;"> ab, sondern auch in ihrer bau- und formstrukturellen Gestaltung. Dieses Doppelobergeschoss hebt sich durch eine weitere Balustrade von dem unteren Geschoss ab. Auf jeder Seite befinden sich hohe, orthogonale Fenster, über denen jeweils noch Kleineres sitzt. Diese baugleichen Fenster lokalisieren das achte Geschoss</span><span style="color: #333333;"> -</span><span style="color: #333333;"> </span><span style="color: #333333;">m</span><span style="color: #333333;">an kann dieses als Zwischen- oder Mezaningeschoss beschreiben. Die Ecken des Prismas werden nun nicht mehr durch flache Wandpfeiler verstärkt, sondern durch ein Zwillingspaar unkanelierter Säulen mit ionischen Kapitellen. Die Säulen tragen jeweils ein sich vom Wandniveau des Oktogons abhebendes Gebälkelement, das durch seine umlaufende Überdachung einen gelungenen Übergang zum darüber liegenden Geschoss bildet. Das neunte Geschoss des Rathausturms besitzt die Höhe der Geschosse eins bis sechs. Die Ecken werden nun wieder durch flache Wandpfeiler verstärkt, die jeweils aus den bereits erwähnten Gebälken hervorgehen. Durchleuchtet wird das neunte Geschoss durch elliptische Ochsenaugen. Das für den Besucher interessanteste Geschoss – hier befindet sich </span><span style="color: #333333;">der Aussichtsrundgang</span><span style="color: #333333;"> – ist das zehnte bzw. elfte Geschoss des Turms. Umringt von einer weiteren Balustrade umläuft hier ein Laufgang den oktogonalen Baukörper. Auf den Kanten, die sich durch die Schnittpunkte der Balustradenseiten ergeben, befindet sich jeweils ein Figurenpaar aus Sandstein. Diese sechzehn </span><span style="color: #333333;">übermannshohen</span><span style="color: #333333;"> Figuren wurden von den Bildhauern Peter Pöppelmann, August Schreitmüller, Bruno Fischer und Arthur Selbmann geschaffen. In wiefern Ersterer mit dem berühmten Zwingerbildhauer Matthäus Daniel Pöppelmann </span><span style="color: #333333;">verwandt</span><span style="color: #333333;"> </span><span style="color: #333333;">ist, ist nicht </span><span style="color: #333333;">belegt – zumindest stammten beide aus Westfalen.</span><span style="color: #333333;"> Die Figuren stellen die sechzehn Tugenden Güte, Weisheit, Aufopferung, Stärke, Beharrlichkeit, Mut, Treue, Glaube, Frömmigkeit, Barmherzigkeit, Hoffnung, Liebe, Klugheit, Wachsamkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit dar<em></em>. <a href="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/figuren.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-68" title="Figurenübersicht" src="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/figuren.jpg" alt="" width="259" height="116" /></a>Bis auf die beiden </span><span style="color: #333333;">Figuren</span><span style="color: #333333;">, die die Wachsamkeit und die Weisheit darstellen, sind alle </span><span style="color: #333333;">wettergeschwärzt.</span><span style="color: #333333;"> Diese beiden, von der Witterung noch unversehrten </span><span style="color: #333333;">Figuren</span><span style="color: #333333;">, wurden in der Bombennacht am 13. Februar 1945 zerstört und erst 1999 als Repliken an ihren alten Bestimmungsort aufgestellt. Hinter den </span><span style="color: #333333;">Tugenden</span><span style="color: #333333;">, auf den Ecken des Geschosses befinden </span><span style="color: #333333;">sich</span><span style="color: #333333;"> unkanelierte Halbsäulen mit ionischem Kapitel, die auf jeder zweiten Seite des Oktogons als Stützen für einen leicht gesprengten Segmentgiebel dienen. Diese überspannen nicht nur die jeweiligen Seiten und die Aus- und Eingänge zum Aussichtsrundgang, sondern auch die für den Rathausturm so charakteristischen riesigen Uhren. Zudem </span><span style="color: #333333;">verhalfen</span><span style="color: #333333;"> diese Uhren dem Rathausturm zu seinem, eher spöttischen, </span><span style="color: #333333;">Beinamen</span><span style="color: #333333;"> „Die Eule“. Dieser ist gar nicht so verkehrt, denn wenn man zum Beispiel bei Nacht vom Bismarkturm auf der Räcknitzhöhe in Richtung Stadtzentrum schaut, könnte man durchaus den Eindruck von einer gigantischen Eule mit großen, leuchtenden Augen bekommen. Zuletzt soll nun die Turmhaube des Rathausturms beschrieben werden. Der Terminus, der diese Form einer Turmhaube am besten beschreibt, ist der der Glockenhaube <strong>[2]</strong>. Diese Glocke beherbergt unter dem Dachstuhl, innerhalb ihres „Wolms“, noch zwei Dachgeschosse. Getrennt sind diese</span><span style="color: #333333;"> beiden Dachgeschosse</span> durch ein umlaufe<span style="color: #333333;">ndes Gesims.</span><span style="color: #333333;"> </span><span style="color: #333333;">Das untere Dachgeschoss wird auf den Seiten, unter denen sich die großen Uhren befinden, durch den beschriebenen Segmentgiebel unterbrochen. </span><span style="color: #333333;">Zusätzlich sind beiden </span><span style="color: #333333;">Dachgeschosse</span><span style="color: #333333;"> mit Tonnengauben, deren Fensteröffnungen elliptisch </span><span style="color: #333333;">sind, durchfenstert</span><span style="color: #333333;">. Auf der „Haupe“, der Glockenhaube, befindet sich der berühmte goldene Rathausmann Richard Guhrs, der diesen aus goldenem Kupferblech fertigte. Die Statue zeigt eine im Contrapost stehenden muskulösen, männlichen Akt, der mit seinem entspannten Arm ein mit der Öffnung zum Boden hingewandtes Füllhorn hält und mit dem angespannten Arm einen zeigenden, fast segnenden Gestus vollführt. Der volle Bart und das wellige Haar des Rathausmannes geben ein starres aber gezielt schauendes Gesicht frei, dessen Haupt eine Krone ziert. Die kunst- und architekturhistorische Einordnung wird in manchen Quellen als Übergangsstil beschrieben. Dies wird klar wenn man die verschiedensten baudekorativen Formelemente wie Säulen, Giebel und die Dachform betrachtet. Diese finden ihre Vorbilder klar in der römischen Antike und in der Stilistik des ausgehenden Barock. Soweit die Beschreibung des Bauwerks.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;"><a href="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/ausblick_nacht.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-67" title="Dresden bei Nacht" src="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/ausblick_nacht.jpg" alt="" width="247" height="152" /></a>Den „Eingang in die Höhe“ findet man, wenn man die Kreuzstraße in Richtung Altmarkt einbiegt und rechterhand durch das erste rundbogige Portal in den dritten der sechs Lichthöfe des Rathauses </span><span style="color: #333333;">gelangt</span><span style="color: #333333;">. Nach wenigen Schritten erreicht man auch schon den Aufzug &#8211; Zeit genug den ersten Blick am wettergeschwärzten Sandstein hinauf zu wagen. Nach kurzem Warten öffnet sich die Aufzugstür und man gelangt zunächst in den siebten Stock des Turms. Dort erwartet einen das Turmpersonal, </span><span style="color: #333333;">welches die Tickets z</span><span style="color: #333333;">um Aussichtsrundgang für den kleinen Unkostenaufwand </span><span style="color: #333333;">zwischen 1,70€ und 3,00€ bereithält.</span><span style="color: #333333;"> Danach gelangt man über eine kleine Treppe zum zweiten Aufzug, der einen nun in eine Höhe von 68m hinauffährt. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick über das gesamte Elbtal – bei gutem Wetter kann man sogar die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge und auf der anderen Seite die Spitzen der Meissner Domtürme </span><span style="color: #333333;">erkennen</span><span style="color: #333333;">. Und selbst die wuselnde und geschäftige „Elbmetropole“ direkt unter dem Turm bietet von oben einen visuellen Rundflug über ihre Dächer. Ein besonderes Highlight ist es, den Rathausturm während der Adventssonntage zu erklimmen, da man so einen noch eindrucksvolleren Blick über das nächtliche Dresden erhält.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="font-family: Arial; color: #333333;">Öffnungszeiten: 20. März bis 31. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;">Lageplan:</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: #333333;"><a href="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/lageplan.jpg"><img class="alignnone size-thumbnail wp-image-69" title="lageplan" src="http://blog.k-dd.de/uploads/2008/08/lageplan-150x150.jpg" alt="" width="59" height="59" /></a></span><span style="color: #333333;"><span>______________________________________________________________________________</span></span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 10pt; color: #333333;">[1]</span></span><span style="font-size: 10pt; color: #333333;"> Löffler, Fritz: „Das Alte Dresden – Geschichte seiner Bauten“, 16. Auflage, Leipzig 1981.</span></p>
<p><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 10pt; color: #333333;">[2]</span></span><span style="font-size: 10pt; color: #333333;"> Koch, Wilfried: „Baustilkunde“; München 2006.</span></p>
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