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Blattgold. Zeitgenössische Grafik.

Montag, 30. März 2009 17:56

Blattgold. Zeitgenössische Grafik – Eine Ausstellung des Kunstfonds der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Sächsischen Staatsministerium der Finanzen.

Special zwischendurch!

8. April | Mittwoch | 17 Uhr | JUNGE FREUNDE kostenlos | Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Carolaplatz 1, 01097 Dresden

Achtung: Bitte am Empfang im Finanzministerium melden, bevor ihr in die Ausstellung geht!

Tilo Baumgärtel, Begegnung, 2001, Öl/Papier, 24 x 35 cm. Kunstfonds, Staatliche Kunstsammlungen Dresden.Immobilienanleihen, Wertpapiere und Aktienfonds sind im Moment ziemlich out da räumt sogar das Finanzministerium seinen beeindruckenden Innenhof  für die Kunst, denn die erweist sich jetzt als wahrer Schatz! Die Ausstellung BLATTGOLD, durch die uns Silke Wagler, Leiterin des Kunstfonds und Kuratorin der Ausstellung führt, wartet mit einer repräsentativen Auswahl zeitgenössischer Grafik auf, darunter so bekannter Künstler wie Georg Baselitz, Eberhard Havekost, Thomas Scheibitz oder Matthias Weischer. Alles graphische Gold, das hier glänzt, stammt aus der Sammlung des Kunstfonds, die seit 1992 überwiegend durch die Förderankäufe des Freistaates Sachsen zusammengetragen wurde. Diese Förderankäufe sind ein wichtiger Bestandteil der Förderung bildender Kunst in Sachsen und unterstützen in besonderer Weise das zeitgenössische Kunstschaffen in der Region und dienen der Stärkung der sächsischen Kunstlandschaft.

Die so zusammengetragenen Sammlung des Kunstfonds sind durchaus als Staatsschatz zu betrachten, ein Gedanke, auf den auch der Ausstellungstitel Bezug nimmt. Die Ausstellung BLATTGOLD vereint mehr als 70 Arbeiten von insgesamt 38 Künstlern, die eindrucksvoll Vielfalt und Breite grafischer Techniken und künstlerischer Handschriften von Holzschnitt bis Offset vor Augen führen.

Wir freuen uns auf goldene Zeiten am nächsten Mittwoch!

Das Team der JUNGEN FREUNDE

www.freunde-skd.de

Weitere Infos unter:

www.skd-dresden.de/de/ausstellungen/aktuell/blattgold.html

Thema: Ausstellungen, Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Veranstaltungstipps | Kommentare (0) | Autor:

Ringvorlesung: Türme der Weisheit – Die Architektur der Universitäten gestern, heute und morgen

Mittwoch, 29. Oktober 2008 19:59

Tag / Zeit: Do., 7. DS (18.30 – 20.00 Uhr)

Ort: HSZ/HS 3

Beginn: 16.10.2008

Die Idee dieser Vorlesung ist es, über die historisch gewachsene wie gegenwärtig mögliche Baukultur von Universitäten aufzuklären. Denn die Gesamtanlagen von Universitäten wie ihre einzelnen Bauten sind oft Stein gewordene Projektionen einer auf der Grundlage von Bildung und Wissen organisierten Gesellschaft. Zugleich müssen sie im Interesse der Forschung oft spezielle technische Anforderungen erfüllen, um praktisch zu funktionieren.
Wie kaum ein anderer Bautypus steht die Universität deshalb im Schnittpunkt zahlreicher Diskurse und Forderungen, die sich in der Qualität ihrer Architektur ausdrücken. Die Universität selbst ist zugleich aber auch der ideale Ort, an dem frei über ihre eigene Gestaltungsperspektive nachgedacht werden kann.

16.10.08
Einführung, Historische Universitätsbauten vor der Moderne
Prof. Dr. Bruno Klein (TU Dresden)

23.10.08
Schlösser für die Wissenschaft. Universitäten und Technische Hochschulen des 19. Jahrhunderts in Deutschland
Prof. Dr. Hans-Georg Lippert (TU Dresden)

30.10.08
Amerikanische Campus-Universitäten
Prof. Dr. Jürgen Paul (TU Dresden)

13.11.08
Die zwanziger Jahre: Köln, das Bauhaus, Le Corbusier
Prof. Dr. Gilbert Lupfer (TU Dresden)

20.11.08
Elfenbeintürme mit Stahlskelett. Amerikanische Wolkenkratzeruniversitäten
Dr. des. Anke Köth (TU Dresden)

27.11.08
Amerikanischer Universitätsbau der Nachkriegszeit
Prof. Dr. Jürgen Paul (TU Dresden

04.12.08
Großstrukturen. Deutschland und die Internationale Moderne nach dem 2. Weltkrieg
Prof. Dr. Bruno Klein (TU Dresden)

11.12.08
Paläste der Wissenschaft. Zur frühneuzeitlichen Universitätsarchitektur Italiens
PD. Dr. Jörg Stabenow (Universität Augsburg)

18.12.08
Die moderne Universität als Weltkulturerbe: Mexiko
Prof. Dr. Peter Krieger (UNAM Mexico)

08.01.09
Werkvorstellung Codeunique-Architekten (Dresden)

15.01.09
Universitätsbibliotheken in den neuen Bundesländern
Katrin Iselt M.A. (TU Dresden)

22.01.09
Werkvorstellung Prof. Ivan Reimann (TU Dresden)

29.01.09
Podiumsdiskussion
Exzellente Universitäten brauchen exzellente Architektur – mäßige Baukultur zeugt von mäßiger Wissenschaftskultur (Arbeitstitel)

Teilnehmer:

  • Prof. Dr. Georg Unland, Staatminister für Finanzen des Freistaats Sachsen (angefragt)
  • Prof. Hermann Kokenge, Rektor TU Dresden
  • Wolf-Eckhard Wormser, Kanzler der TU Dresden (angefragt)
  • Vertreter einer weiteren Universität, eventuell FU Berlin
  • Vertreter der Studierenden
  • Architekt (Olaf Lauströer)

Moderation: Prof. Dr. Bruno Klein, TU Dresden

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Der Bismarckturm auf Dresdens Räcknitzhöhe

Sonntag, 14. September 2008 20:30

„Es ist ein Vorteil des Altwerdens, dass man gegen Hass und Verleumdung gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für […] Liebe stärker wird.“ [1]

So beschrieb einst ein Politiker die Empfindungen während des Alterns, der auf eine Lebenszeit voller Kontroversen, Krisen und weltgeschichtlicher Ereignisse zurückschauen konnte: Otto von Bismarck war der erste Kanzler des Deutschen Reiches, der unter seinen Zeitgenossen als streitlustiger, wahnsinniger und doch als genialer Politiker galt. Trotz seiner nachhaltig zwielichtigen Bedeutung für überspanntes Deutschtum, kann er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geschichte gesehen werden. Diese außergewöhnliche Position innerhalb der Entwicklung war auch Jahre nach seinem Tod Anlass für zahlreiche Ehrungen. Bismarck wurde nicht nur in Standbildern, Historiengemälden und lyrischen Ehrungen verewigt. Am markantesten sind die 160 erhaltenen Bismarcktürme, die von 1899 bis 1911 auf dem Gebiet des damaligen deutschen Staatsgebietes gebaut wurden [2]. Die einst 240 Türme beflaggten wichtige Punkte von Städten und Landschaften in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik. Nicht nur als Denkmäler im herkömmlichen Sinne geplant, sollten sie zu besonderen Anlässen als weithin sichtbare Feuersäulen fungieren und somit den „Bismarckmythos“ zum Beginn des 20. Jahrhunderts schüren [3].

In der sächsischen Landeshauptstadt findet man vier verschiedene Bismarcktürme [4]: Bekanntester ist wohl jener auf der Räcknitzhöhe im Süden Dresdens. Der Bau des am 23. Juni 1906 eingeweihten Turms, der stilistisch auf den „Standardentwurf“ von Wilhelm Kreis zurückgeht, wurde von damaligen Dresdner Studenten initiiert und mit Spenden der Stadtbevölkerung finanziert. Dieser Entwurf wurde bei 42 dieser Denkmaltürme verwendet, wobei die Kubaturen nie vorgeschrieben waren. Während der ausgehenden Kaiserzeit, der Weimarer Republik, aber speziell während des Dritten Reiches wurde der Turm nicht mehr in seinem eigentlichen Sinn genutzt. Nach der Teilung Deutschlands – man zog sogar seinen Abriss in Erwägung – wurde der Bismarckturm in “Friedensturm” umbenannt [5]. Nach der Wiedervereinigung und der Jahrtausendwende wurde der Turm in miserablem Zustand vorgefunden. Erneut waren es Dresdner Studenten, die 2003 mit der Gründung des „Bismarckturm Dresden e.V.“ den Startschuss für die Rettung und Erhaltung des Bismarckturms gaben. Die Arbeit des Vereins wurde am 30. August 2008 mit der feierlichen Eröffnung des restaurierten Turms für die Öffentlichkeit belohnt [6].

Die 23 m hohe Sandsteinsäule trohnt auf einem quadratischen Standsockel, welcher auf einer kleinen künstlichen Anhöhe sitzt. Nach einem weiteren übermannshohen und gestuften Turmsockel erhebt sich der hohe Turmkörper. Dieser nimmt etwa dreiviertel der Höhe des gesamten Bauwerks ein und spiegelt eine Art überdimensionierten, quadratischen kantonierten Pfeiler wider. An der Ostseite des Turmkörpers befindet sich ein Relief eines Adlers, der von zwei Halbsäulen eingerahmt wird. Kurz vor dem Abschluss des sich verjüngenden Turmkörpers umläuft ein Gesmisband den Bau. Auf dem Turmkörper sitzt der Turmabschluss. Beginnend mit einer konkaven Gebälkzone, schließt dieser Bereich mit einer dreistufigen Kastenarchitektur ab, bei der die dritte und überhöhte Stufe die steinerne Grenze der Aussichtsplattform bildet. Der mit Backsteinen verkleidete Innenraum, der sich aus Turmsockel und -körper zusammensetzt, ist hohl und lässt genug Raum für die Erschließungstreppen. Diese führt die Besucher zur Aussichtsplattform hinauf. Die moderne Stahltreppenkonstruktion setzt einen bewusst genutzten Kontrast zu den Überresten der ehemaligen Treppe, welche man noch heute teilweise sehen kann. Stilistisch könnte man diese Form des Bismarckturms als eine Anlehnung an romanische Festungsarchitektur verstehen. Dieser Effekt wird nicht zuletzt durch das gemischt versetzte, äußere Mauerwerk hervorgerufen [7]. Diese Formensprache schien wohl gut in die romantisierende und heroisierende Mittelaltervorstellung des nationalen Deutschverständnisses zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu passen.

Schließlich auf der Plattform angekommen, erwartet den Besucher ein reizvolles Panorama, das bei gutem Wetter den Blick von der Sächsischen Schweiz über das entfernte Osterzgebirge bis nach Freital lenkt. In Richtung Norden erblickt man das Dresdner Stadtgebiet und man erhält ein Gefühl dafür wie sich Dresden schier unendlich als urbane Masse an der Elbe entlang schlängelt. Bei genauerem Hinsehen kann man zwei weitere Bismarcktürme erspähen. Neben dem Bismarckturm auf den Weinbergen oberhalb von Radebeul, kann man auch den Fichteturm in Dresden-Plauen erblicken.

Erreichen kann man den Bismarckturm über die Südhöhe und die Ludwig-Renn-Allee. Den Eingang findet man auf der Südseite des Turms. Der Eintritt zum Turm und für den Aufstieg ist frei und von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 bis 18 Uhr möglich.

Ein Blick vom Bismarckturm über das abendliche Dresden:

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[1] Zitat entnommen von: www.gedichte-garten.de .
[2] Entnommen von: www.bismarcktuerme.de .
[3] siehe [2] .
[4] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[5] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[6] siehe: www.bismarckturm-dresden.de .
[7] Koch, Wilfried: „Baustilkunde”; München 2006.

Thema: Über den Dächern - Dresden, Stadt der Türme, Wissenswertes | Kommentare (1) | Autor:

Der Rathausturm – Dresdens Größter

Freitag, 8. August 2008 20:09

Wenn man auf den Hängen des Elbtals wandert, zwischen den Weinreben des Meissner Spaargebirges hin und her schlendert und selbst während eines Spaziergangs auf dem über Pillnitz thronenden Schlossberg sieht man ihn – den Turm des Dresdner Rathauses. Wie ein riesiger, schwarzer Polstab einer übergroßen urbanen Sonnenuhr markiert dieses Bauwerk nicht nur Dresdens Mitte, sondern ist seit jeher einer der lohnensten Aussichtpunkte über die Landeshauptstadt. Grund genug diesen Turm in der Mini-Dokumentation „Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme“ auf Kunstgeschichten-Dresden.de vorzustellen.

Der, von 1905 bis 1910, im Zuge des Rathausneubaus, von den Architekten Karl Roth und Edmund Bräter, errichtete Turm, erreicht eine Höhe von 95,25m. Ergänzt durch die goldene Herkulesstatue von Richard Guhr besitzt der Rathausturm eine Gesamthöhe von 100,30m und ist somit Dresdens höchster Turm[1]. Ein Umstand, der dem letzten König von Sachsen Friedrich August III. missfallen haben dürfte, da er noch vor dem Baubeginn angeordnet hatte, dass der Rathausturm nicht höher, als der des Schlosses – der Hausmannturm mit 100m – sein dürfe. Ob Friedrich August diese „bürgerliche Unflätigkeit“ je auffiel, ist historisch nicht belegt. Eine kunsthistorische Beschreibung und Einordnung hingegen hätte ihn sicherlich interessiert.

Die Grundform des Turms bildet ein sich nach oben hin verjüngendes, oktogonales Prisma aus Sandstein, dessen Ecken durch flache Wandpfeiler verstärkt sind. Horizontal ist der Turm durch flache, unprofilierte Gesimse gegliedert. Wandpfeiler und Gesimse ergeben geschossweise, orthogonale Seiten – Traveen – die durch quadratische Fenster durchbrochen sind. Das siebte und achte Geschoss, heben sich nicht nur wegen ihrer gemeinsamen Höhe von den unteren Geschossen ab, sondern auch in ihrer bau- und formstrukturellen Gestaltung. Dieses Doppelobergeschoss hebt sich durch eine weitere Balustrade von dem unteren Geschoss ab. Auf jeder Seite befinden sich hohe, orthogonale Fenster, über denen jeweils noch Kleineres sitzt. Diese baugleichen Fenster lokalisieren das achte Geschoss - man kann dieses als Zwischen- oder Mezaningeschoss beschreiben. Die Ecken des Prismas werden nun nicht mehr durch flache Wandpfeiler verstärkt, sondern durch ein Zwillingspaar unkanelierter Säulen mit ionischen Kapitellen. Die Säulen tragen jeweils ein sich vom Wandniveau des Oktogons abhebendes Gebälkelement, das durch seine umlaufende Überdachung einen gelungenen Übergang zum darüber liegenden Geschoss bildet. Das neunte Geschoss des Rathausturms besitzt die Höhe der Geschosse eins bis sechs. Die Ecken werden nun wieder durch flache Wandpfeiler verstärkt, die jeweils aus den bereits erwähnten Gebälken hervorgehen. Durchleuchtet wird das neunte Geschoss durch elliptische Ochsenaugen. Das für den Besucher interessanteste Geschoss – hier befindet sich der Aussichtsrundgang – ist das zehnte bzw. elfte Geschoss des Turms. Umringt von einer weiteren Balustrade umläuft hier ein Laufgang den oktogonalen Baukörper. Auf den Kanten, die sich durch die Schnittpunkte der Balustradenseiten ergeben, befindet sich jeweils ein Figurenpaar aus Sandstein. Diese sechzehn übermannshohen Figuren wurden von den Bildhauern Peter Pöppelmann, August Schreitmüller, Bruno Fischer und Arthur Selbmann geschaffen. In wiefern Ersterer mit dem berühmten Zwingerbildhauer Matthäus Daniel Pöppelmann verwandt ist, ist nicht belegt – zumindest stammten beide aus Westfalen. Die Figuren stellen die sechzehn Tugenden Güte, Weisheit, Aufopferung, Stärke, Beharrlichkeit, Mut, Treue, Glaube, Frömmigkeit, Barmherzigkeit, Hoffnung, Liebe, Klugheit, Wachsamkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit dar. Bis auf die beiden Figuren, die die Wachsamkeit und die Weisheit darstellen, sind alle wettergeschwärzt. Diese beiden, von der Witterung noch unversehrten Figuren, wurden in der Bombennacht am 13. Februar 1945 zerstört und erst 1999 als Repliken an ihren alten Bestimmungsort aufgestellt. Hinter den Tugenden, auf den Ecken des Geschosses befinden sich unkanelierte Halbsäulen mit ionischem Kapitel, die auf jeder zweiten Seite des Oktogons als Stützen für einen leicht gesprengten Segmentgiebel dienen. Diese überspannen nicht nur die jeweiligen Seiten und die Aus- und Eingänge zum Aussichtsrundgang, sondern auch die für den Rathausturm so charakteristischen riesigen Uhren. Zudem verhalfen diese Uhren dem Rathausturm zu seinem, eher spöttischen, Beinamen „Die Eule“. Dieser ist gar nicht so verkehrt, denn wenn man zum Beispiel bei Nacht vom Bismarkturm auf der Räcknitzhöhe in Richtung Stadtzentrum schaut, könnte man durchaus den Eindruck von einer gigantischen Eule mit großen, leuchtenden Augen bekommen. Zuletzt soll nun die Turmhaube des Rathausturms beschrieben werden. Der Terminus, der diese Form einer Turmhaube am besten beschreibt, ist der der Glockenhaube [2]. Diese Glocke beherbergt unter dem Dachstuhl, innerhalb ihres „Wolms“, noch zwei Dachgeschosse. Getrennt sind diese beiden Dachgeschosse durch ein umlaufendes Gesims. Das untere Dachgeschoss wird auf den Seiten, unter denen sich die großen Uhren befinden, durch den beschriebenen Segmentgiebel unterbrochen. Zusätzlich sind beiden Dachgeschosse mit Tonnengauben, deren Fensteröffnungen elliptisch sind, durchfenstert. Auf der „Haupe“, der Glockenhaube, befindet sich der berühmte goldene Rathausmann Richard Guhrs, der diesen aus goldenem Kupferblech fertigte. Die Statue zeigt eine im Contrapost stehenden muskulösen, männlichen Akt, der mit seinem entspannten Arm ein mit der Öffnung zum Boden hingewandtes Füllhorn hält und mit dem angespannten Arm einen zeigenden, fast segnenden Gestus vollführt. Der volle Bart und das wellige Haar des Rathausmannes geben ein starres aber gezielt schauendes Gesicht frei, dessen Haupt eine Krone ziert. Die kunst- und architekturhistorische Einordnung wird in manchen Quellen als Übergangsstil beschrieben. Dies wird klar wenn man die verschiedensten baudekorativen Formelemente wie Säulen, Giebel und die Dachform betrachtet. Diese finden ihre Vorbilder klar in der römischen Antike und in der Stilistik des ausgehenden Barock. Soweit die Beschreibung des Bauwerks.

Den „Eingang in die Höhe“ findet man, wenn man die Kreuzstraße in Richtung Altmarkt einbiegt und rechterhand durch das erste rundbogige Portal in den dritten der sechs Lichthöfe des Rathauses gelangt. Nach wenigen Schritten erreicht man auch schon den Aufzug – Zeit genug den ersten Blick am wettergeschwärzten Sandstein hinauf zu wagen. Nach kurzem Warten öffnet sich die Aufzugstür und man gelangt zunächst in den siebten Stock des Turms. Dort erwartet einen das Turmpersonal, welches die Tickets zum Aussichtsrundgang für den kleinen Unkostenaufwand zwischen 1,70€ und 3,00€ bereithält. Danach gelangt man über eine kleine Treppe zum zweiten Aufzug, der einen nun in eine Höhe von 68m hinauffährt. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick über das gesamte Elbtal – bei gutem Wetter kann man sogar die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge und auf der anderen Seite die Spitzen der Meissner Domtürme erkennen. Und selbst die wuselnde und geschäftige „Elbmetropole“ direkt unter dem Turm bietet von oben einen visuellen Rundflug über ihre Dächer. Ein besonderes Highlight ist es, den Rathausturm während der Adventssonntage zu erklimmen, da man so einen noch eindrucksvolleren Blick über das nächtliche Dresden erhält.

Öffnungszeiten: 20. März bis 31. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)

Lageplan:

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[1] Löffler, Fritz: „Das Alte Dresden – Geschichte seiner Bauten“, 16. Auflage, Leipzig 1981.

[2] Koch, Wilfried: „Baustilkunde“; München 2006.

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Ausstellungseröffnungen: 27. Juni 2008 – Zeichen im Wandel der Zeit und Gardens for Living: Illusion into Reality

Donnerstag, 26. Juni 2008 16:53

Im Rahmen des Themenjahres China in Dresden in China findet ab dem 27. Juni 2008 eine weitere Ausstellung in der Kunsthalle des Lipsiusbaus ihr zeitweiliges Heim. – Zeichen im Wandel der Zeit – Chinesische Tuschemalerei der Gegenwart. Am Samstag dem 28. Juni 2008 erhält man als Besucher die Möglichkeit eine ganztägige Vortragsreihe von Kuratoren und Künstlern der Ausstellung, moderiert von Dr. Adele Schlombs, Direktorin des Ostasiatischen Museum in Köln, mitzuerleben.

Ebenfalls eröffnet am 27. Juni, um 19:00 Uhr die Ausstellung – Chinese Gardens for Living: Illusion into Reality – in den Räumlichkeiten des Wasserpalais im Schloss Pillnitz. Wer beide Eröffnungen miterleben möchte, kann um 18:00 Uhr vom Georg-Treu-Platz, hinter dem Lipsiusbau mit Shuttlebussen den Weg nach Pillnitz antreten. Dies erfordert jedoch eine vorherige Anmeldung.

Zeichen im Wandel der Zeit:

27. Juni um 16:30Uhr

Kunsthalle im Lipsiusbau, Brühlsche Terrasse

Es sprechen

Prof. Dr. Martin Roth

Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Fan Di’ian

Direktor des National Art Museum of China, Peking; Kurator der Ausstellung

Mit einer Tuschekünstlerin Zhang Jianjun

Chinese Gardens for Living:

27. Juni um 18:00 Uhr

Schloss Pillnitz, Wasserpalais

Es sprechen

Prof. Dr. Martin Roth

Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden

Fan Di’ian

Direktor des National Art Museum of China, Peking; Kurator der Ausstellung

Prof. Dr. Erika Schmidt

Technische Universität Dresden Institut für Landschaftsarchitektur

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STEPS of TIME – Zeitgenössische Kunst aus Aserbaidschan, 13.06. – 20.07.2008

Donnerstag, 12. Juni 2008 18:02

Im Rahmen des Kulturprogramms des Jahres von Aserbaidschan in Deutschland 2008 zeigen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eine Ausstellung, die einen kleinen Einblick in die aserbaidschanische Kunst von der Sowjetzeit bis zur Gegenwart vermitteln möchte.

»Steps of Time« führt in drei kleinen Kapiteln verschiedene inhaltliche und formale Aspekte künstlerischen Schaffens zusammen. Am Beginn steht die Malerei, die in einigen Bildern der älteren Künstlergeneration exemplarisch vorgestellt wird. Unter der sowjetischen Herrschaft entwickelte sich trotz kultureller Repression eine Malerei mit landestypischen Merkmalen. In ihr vereinen sich die farbenfrohe Ornamentik der in Aserbaidschan traditionell bedeutenden Teppichkunst und Elemente der mittelalterlichen Miniaturmalerei mit neoabstrakten und neoexpressiven Strömungen in der internationalen Kunst der 1960er bis 1980er Jahre. Für das Projekt »UdSSR-Remix« haben einige Künstler ihre zwiespältigen Erinnerungen an die Sowjetunion zum Gegenstand einer künstlerischen Analyse gemacht.

Die sichtbaren und unsichtbaren Hinterlassenschaften des Sowjetregimes geben Hinweise auf persönliche Schicksale und kollektive Erfahrungen, die bis heute nachwirken. Schließlich richtet sich der Fokus auf die junge Kunstszene, die ganz selbstverständlich im internationalen Kontext agiert. Viele der aktuellen Arbeiten kreisen um Fragen der nationalen Identität und Tradition und verweisen auf die radikalen ökonomischen und gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge des politischen Wandels seit der Unabhängigkeit Aserbaidschans. Doch verhandelt werden nicht nur lokale oder regionale Spannungsfelder, sondern auch interkulturelle Erfahrungen, die für die jungen Künstler in Baku ebenso relevant sind wie in Moskau, London oder Berlin.

Öffnungszeiten: täglich 10–18 Uhr,
dienstags geschlossen

Besuchereingang: Residenzschloss,
Sophienstraße, 2. Obergeschoss

Eintritt: 3 EUR, ermäßigt 2 EUR,
Gruppen (ab 10 Personen) 2,50 EUR p.P.

Information und
Anmeldung von Führungen:

Tel. +49-(0)351-49 14 20 00
Fax +49-(0)351-49 14 20 01
besucherservice@skd-dresden.de
www.skd-dresden.de
Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

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Das Kunstfest vor dem Festspielhaus in Hellerau, 21. – 22.06.2008

Dienstag, 10. Juni 2008 10:39

70 internationale Künstler, Performer, Tänzer zeigen auf dem Platz vor dem Festspielhaus Hellerau Performances, Installationen und Shows zum Thema “Was ist das WERT”:

Die Wertedebatte ist ein Phantom, welches zyklisch auftaucht. Ob im Zuge von Migration und Gewalt, Wahlkampf, Familienpolitik oder den Auseinandersetzungen über das Verhältnis zwischen christlicher und islamischer Wertewelt, stets steht die mitunter gequält anmutende Suche nach Werten, die als Basis für soziales Einvernehmen und folglich für eine größere Anerkennung von Staat und Politik dienen könnten, im Zentrum. Aber je häufiger von Werten gesprochen wird, desto mehr verblasst die reale Bedeutung des Begriffs. Ziel innerhalb dieses Kunstfestes ist es, den WERT-Begriff als Projektionsfläche für eine künstlerische Begriffsbestimmung zu nutzen. Die einzelnen Beiträge versprechen subtile Einblicke in eine Wertewelt, in der sich künstlerischer Wert und Marktwert gleichermaßen lustvoll spiegeln.

So 22. Juni, 19 Uhr: Gespräch zum Thema “Vom zweifelhaften Mehrwert des Lebens” mit Petra Gehring, Ernst Peter Fischer und Carsten Ludwig

In einem öffentlichen Gespräch zum Thema „Vom zweifelhaften Mehrwert des Lebens“ mit Petra Gehring, Ernst Peter Fischer und Carsten Ludwig geht es unter dem Gesichtspunkt Was ist das WERT um die Frage nach einem neuen Menschenbild, um die Konstruktion des Humanen. Petra Gehring, Philosophie-Professorin an der TU Darmstadt, gab mit ihrem Buch Was ist Biomacht? Vom zweifelhaften Mehrwert des Lebens die Anregung für den Titel dieses Gesprächs. Sie sucht nach „ganz“ anderen Sichtweisen, die wir diskutieren möchten. Als weiteren Gast haben wir Ernst Peter Fischer eingeladen, Professor für Wissenschaftsgeschichte an der Universität Konstanz. Er studierte Mathematik und Physik in Köln sowie Biologie am California Institute of Technology. Mit seinem aktuellen Buch Die andere Bildung trägt Ernst Peter Fischer nicht nur im besten Sinne zu einer Popularisierung wissenschaftlicher Erkenntnis bei, er plädiert darin auch dafür, Wissenschaft als Kunst zu denken. Carsten Ludwig ist Theaterwissenschaftler und Regisseur und hat u.a. am Festspielhaus Hellerau das Projekt Golem I und II – von der Natur der Technik erarbeitet.

21. + 22.6.2008

ab 16 Uhr Performances | Installationen | Shows | Diskussionen

zum Thema: Was ist das WERT

ab 20 Uhr 45 WERT-FUßBALL EM Viertelfinalbegegnung

auf Großleinwand inklusive Fußballreporter-Karaoke

ab 23 Uhr Party

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Festspielhausgelände Hellerau

Karl-Liebknecht-Straße 56 • D-01109 Dresden

Eintritt: 12 / 10 Euro – Kartenvorverkauf: www.ticket2day.de

www.kunstforumhellerau.de

Eine Produktion des Europäischen Zentrum der Künste Hellerau

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Willkommen bei k-dd.de

Mittwoch, 16. April 2008 9:36

Es ist vollbracht! Das Online-Portal kunstgeschichten-dresden.de hat es endlich in die weite Welt des Internets geschafft. In diesem dazugehörigen Blog soll über Kunst- und Kultur relevante Themen, in aber auch außerhalb der Dresdner Kulturlandschaft, diskutiert werden. Auch finden hier aktuelle Terminankündigungen ihren Platz. Und natürlich alles was dem Kunsthistoriker und Kunstinteressierten sonst noch auf dem Herzen liegt.

Also viel Spaß beim ‘Bloggen’, Diskutieren und Austauschen.

Mit freundlichem Gruß

Das K-DD-Team.

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