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Ringvorlesung: Türme der Weisheit – Die Architektur der Universitäten gestern, heute und morgen

Mittwoch, 29. Oktober 2008 19:59

Tag / Zeit: Do., 7. DS (18.30 – 20.00 Uhr)

Ort: HSZ/HS 3

Beginn: 16.10.2008

Die Idee dieser Vorlesung ist es, über die historisch gewachsene wie gegenwärtig mögliche Baukultur von Universitäten aufzuklären. Denn die Gesamtanlagen von Universitäten wie ihre einzelnen Bauten sind oft Stein gewordene Projektionen einer auf der Grundlage von Bildung und Wissen organisierten Gesellschaft. Zugleich müssen sie im Interesse der Forschung oft spezielle technische Anforderungen erfüllen, um praktisch zu funktionieren.
Wie kaum ein anderer Bautypus steht die Universität deshalb im Schnittpunkt zahlreicher Diskurse und Forderungen, die sich in der Qualität ihrer Architektur ausdrücken. Die Universität selbst ist zugleich aber auch der ideale Ort, an dem frei über ihre eigene Gestaltungsperspektive nachgedacht werden kann.

16.10.08
Einführung, Historische Universitätsbauten vor der Moderne
Prof. Dr. Bruno Klein (TU Dresden)

23.10.08
Schlösser für die Wissenschaft. Universitäten und Technische Hochschulen des 19. Jahrhunderts in Deutschland
Prof. Dr. Hans-Georg Lippert (TU Dresden)

30.10.08
Amerikanische Campus-Universitäten
Prof. Dr. Jürgen Paul (TU Dresden)

13.11.08
Die zwanziger Jahre: Köln, das Bauhaus, Le Corbusier
Prof. Dr. Gilbert Lupfer (TU Dresden)

20.11.08
Elfenbeintürme mit Stahlskelett. Amerikanische Wolkenkratzeruniversitäten
Dr. des. Anke Köth (TU Dresden)

27.11.08
Amerikanischer Universitätsbau der Nachkriegszeit
Prof. Dr. Jürgen Paul (TU Dresden

04.12.08
Großstrukturen. Deutschland und die Internationale Moderne nach dem 2. Weltkrieg
Prof. Dr. Bruno Klein (TU Dresden)

11.12.08
Paläste der Wissenschaft. Zur frühneuzeitlichen Universitätsarchitektur Italiens
PD. Dr. Jörg Stabenow (Universität Augsburg)

18.12.08
Die moderne Universität als Weltkulturerbe: Mexiko
Prof. Dr. Peter Krieger (UNAM Mexico)

08.01.09
Werkvorstellung Codeunique-Architekten (Dresden)

15.01.09
Universitätsbibliotheken in den neuen Bundesländern
Katrin Iselt M.A. (TU Dresden)

22.01.09
Werkvorstellung Prof. Ivan Reimann (TU Dresden)

29.01.09
Podiumsdiskussion
Exzellente Universitäten brauchen exzellente Architektur – mäßige Baukultur zeugt von mäßiger Wissenschaftskultur (Arbeitstitel)

Teilnehmer:

  • Prof. Dr. Georg Unland, Staatminister für Finanzen des Freistaats Sachsen (angefragt)
  • Prof. Hermann Kokenge, Rektor TU Dresden
  • Wolf-Eckhard Wormser, Kanzler der TU Dresden (angefragt)
  • Vertreter einer weiteren Universität, eventuell FU Berlin
  • Vertreter der Studierenden
  • Architekt (Olaf Lauströer)

Moderation: Prof. Dr. Bruno Klein, TU Dresden

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Form und Funktion – Museen des 21. Jahrhunderts in historischen Bauten

Mittwoch, 29. Oktober 2008 13:52

Titel des Forschungsprojektes:
Form und Funktion – Museen des 21. Jahrhunderts in historischen Bauten. Ein internationaler Kongress

Projektträger:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden

Kurzbeschreibung:
Die fortschreitende Rekonstruktion des Dresdner Residenz-schlosses bietet Anlass, über die für den Bau vorgesehene Nutzung und speziell über das spannungsvolle Verhältnis zwischen dem bereits wiederhergestellten bzw. noch wiederherzustellenden Gebäude und der darin vorgesehenen musealen Präsentation nachzudenken. Es scheint sinnvoll, das Projekt historisch wie typologisch zu klassifizieren, um Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Zu diesem Zweck soll im Herbst 2008 ein internationales Kolloquium stattfinden, das von der TU Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gemeinsam veranstaltet wird.

Tagungs-Programm (pdf-Dokument)
Um Anmeldung wird gebeten.

Angestrebtes Ergebnis:
Kongress: 6.-8 November 2008

Finanzierung:
Drittmittelgeber, Haushaltsmittel

Projektverantwortlicher:
Herr Prof. Dr. Bruno Klein, TU Dresden
Herr Prof. Dr. Dirk Syndram, Grünes Gewölbe

Ort: Hans-Nadler-Saal, Residenzschloss Dresden

Projektmitarbeiter:
Frau Dr. des. Martina Minning, Grünes Gewölbe

Kontakt:
Martina.Minning@skd-dresden.de

Entnommen von: www.skd-dresden.de

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GOLDENER DRACHE – WEISSER ADLER

Dienstag, 14. Oktober 2008 12:12

Kunst im Dienste der Macht am Kaiserhof von China und am sächsisch-polnischen Hof (1644-1795). Eine Ausstellung der Staatlichen Kunst-sammlungen Dresden und des Palastmuseums Peking.

GOLDENER DRACHE – WEISSER ADLER

Das Siegel des Goldenen Drachens und der Orden des Weißen Adlers waren im 18. Jahrhundert Zeichen höchster Macht. Während das eine die Autorität und Größe des chinesischen Kaisers symbolisiert, steht das andere als Beispiel für herrschaftliche Inszenierung am sächsisch-polnischen Hof. Im historischen Vergleich der beiden kulturell unterschiedlich geprägten „Schaltzentralen der Macht“ zeigt die Ausstellung, wie höfische Repräsentation in China und Europa funktionierte und welche Rolle dabei die Künste spielten. Erstmals sind Kunstwerke aus dem chinesischen Kaiserpalast in Peking zusammen mit Objekten aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen. Der chinesische Kaiserhof, unerreichbar in der Vielfalt seiner Schätze, findet ein würdiges Pendant im sächsisch-polnischen Hof, einem Zentrum der europäischen China-Mode.

Sechs Abteilungen stellen die Themen „Repräsentation der Herrschaft“, „Festkultur“, „Hofstaat“, „Herrschaftliche Architektur“, „Hofkünste und Wissenschaften“ sowie „Politik und Diplomatie“ vor, wobei „Peking“ und „Dresden“ einander stets gegenüberstehen. Die Bandbreite der rund 400 hochkarätigen Exponate reicht vom Thronensemble und kostbaren Gewändern bis hin zu Jagdportraits, Porzellanen oder Damenschuhen. Das Residenzschloss in Dresden und das Palastmuseum in Peking bilden dabei den idealen Rahmen. Anstelle des üblichen Katalogs erscheint ein begleitendes Handbuch, das die wichtigsten Begriffe zur chinesischen und europäischen Repräsentationskunst vorstellt. Alphabetisch geordnet und von ausgewiesenen Experten knapp und informativ formuliert, reichen die Stichworte von Ahnenverehrung bis Zeremonien.

11. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009
Residenzschloss Dresden

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Ausstellung „Neue Pastelle und Zeichnungen von Andreas Meyertöns“

Montag, 22. September 2008 14:13

Neue Pastelle und Zeichnungen des Dresdner Künstlers Andreas Meyertöns, die in den letzten Jahren entstanden sind, zeigt eine Ausstellung der Abteilung Denkmalschutz im Kulturrathaus.

Idyllische Motive aus den historischen Dorfkernen im Dresdner Süden, aber auch Szenen aus der Natur und verträumte ländliche Details werden bis zum 24.10.2008 gezeigt.

Die Ausstellung im 3.OG des Kulturrathauses, Königstr. 15, 01097 Dresden, ist montags und freitags von 8:00 bis 15:00 Uhr und dienstags und donnerstags von 8:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter dresden.de

und bilder-aus-dresden.de

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Der Bismarckturm auf Dresdens Räcknitzhöhe

Sonntag, 14. September 2008 20:30

„Es ist ein Vorteil des Altwerdens, dass man gegen Hass und Verleumdung gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für […] Liebe stärker wird.“ [1]

So beschrieb einst ein Politiker die Empfindungen während des Alterns, der auf eine Lebenszeit voller Kontroversen, Krisen und weltgeschichtlicher Ereignisse zurückschauen konnte: Otto von Bismarck war der erste Kanzler des Deutschen Reiches, der unter seinen Zeitgenossen als streitlustiger, wahnsinniger und doch als genialer Politiker galt. Trotz seiner nachhaltig zwielichtigen Bedeutung für überspanntes Deutschtum, kann er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geschichte gesehen werden. Diese außergewöhnliche Position innerhalb der Entwicklung war auch Jahre nach seinem Tod Anlass für zahlreiche Ehrungen. Bismarck wurde nicht nur in Standbildern, Historiengemälden und lyrischen Ehrungen verewigt. Am markantesten sind die 160 erhaltenen Bismarcktürme, die von 1899 bis 1911 auf dem Gebiet des damaligen deutschen Staatsgebietes gebaut wurden [2]. Die einst 240 Türme beflaggten wichtige Punkte von Städten und Landschaften in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik. Nicht nur als Denkmäler im herkömmlichen Sinne geplant, sollten sie zu besonderen Anlässen als weithin sichtbare Feuersäulen fungieren und somit den „Bismarckmythos“ zum Beginn des 20. Jahrhunderts schüren [3].

In der sächsischen Landeshauptstadt findet man vier verschiedene Bismarcktürme [4]: Bekanntester ist wohl jener auf der Räcknitzhöhe im Süden Dresdens. Der Bau des am 23. Juni 1906 eingeweihten Turms, der stilistisch auf den „Standardentwurf“ von Wilhelm Kreis zurückgeht, wurde von damaligen Dresdner Studenten initiiert und mit Spenden der Stadtbevölkerung finanziert. Dieser Entwurf wurde bei 42 dieser Denkmaltürme verwendet, wobei die Kubaturen nie vorgeschrieben waren. Während der ausgehenden Kaiserzeit, der Weimarer Republik, aber speziell während des Dritten Reiches wurde der Turm nicht mehr in seinem eigentlichen Sinn genutzt. Nach der Teilung Deutschlands – man zog sogar seinen Abriss in Erwägung – wurde der Bismarckturm in “Friedensturm” umbenannt [5]. Nach der Wiedervereinigung und der Jahrtausendwende wurde der Turm in miserablem Zustand vorgefunden. Erneut waren es Dresdner Studenten, die 2003 mit der Gründung des „Bismarckturm Dresden e.V.“ den Startschuss für die Rettung und Erhaltung des Bismarckturms gaben. Die Arbeit des Vereins wurde am 30. August 2008 mit der feierlichen Eröffnung des restaurierten Turms für die Öffentlichkeit belohnt [6].

Die 23 m hohe Sandsteinsäule trohnt auf einem quadratischen Standsockel, welcher auf einer kleinen künstlichen Anhöhe sitzt. Nach einem weiteren übermannshohen und gestuften Turmsockel erhebt sich der hohe Turmkörper. Dieser nimmt etwa dreiviertel der Höhe des gesamten Bauwerks ein und spiegelt eine Art überdimensionierten, quadratischen kantonierten Pfeiler wider. An der Ostseite des Turmkörpers befindet sich ein Relief eines Adlers, der von zwei Halbsäulen eingerahmt wird. Kurz vor dem Abschluss des sich verjüngenden Turmkörpers umläuft ein Gesmisband den Bau. Auf dem Turmkörper sitzt der Turmabschluss. Beginnend mit einer konkaven Gebälkzone, schließt dieser Bereich mit einer dreistufigen Kastenarchitektur ab, bei der die dritte und überhöhte Stufe die steinerne Grenze der Aussichtsplattform bildet. Der mit Backsteinen verkleidete Innenraum, der sich aus Turmsockel und -körper zusammensetzt, ist hohl und lässt genug Raum für die Erschließungstreppen. Diese führt die Besucher zur Aussichtsplattform hinauf. Die moderne Stahltreppenkonstruktion setzt einen bewusst genutzten Kontrast zu den Überresten der ehemaligen Treppe, welche man noch heute teilweise sehen kann. Stilistisch könnte man diese Form des Bismarckturms als eine Anlehnung an romanische Festungsarchitektur verstehen. Dieser Effekt wird nicht zuletzt durch das gemischt versetzte, äußere Mauerwerk hervorgerufen [7]. Diese Formensprache schien wohl gut in die romantisierende und heroisierende Mittelaltervorstellung des nationalen Deutschverständnisses zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu passen.

Schließlich auf der Plattform angekommen, erwartet den Besucher ein reizvolles Panorama, das bei gutem Wetter den Blick von der Sächsischen Schweiz über das entfernte Osterzgebirge bis nach Freital lenkt. In Richtung Norden erblickt man das Dresdner Stadtgebiet und man erhält ein Gefühl dafür wie sich Dresden schier unendlich als urbane Masse an der Elbe entlang schlängelt. Bei genauerem Hinsehen kann man zwei weitere Bismarcktürme erspähen. Neben dem Bismarckturm auf den Weinbergen oberhalb von Radebeul, kann man auch den Fichteturm in Dresden-Plauen erblicken.

Erreichen kann man den Bismarckturm über die Südhöhe und die Ludwig-Renn-Allee. Den Eingang findet man auf der Südseite des Turms. Der Eintritt zum Turm und für den Aufstieg ist frei und von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 bis 18 Uhr möglich.

Ein Blick vom Bismarckturm über das abendliche Dresden:

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[1] Zitat entnommen von: www.gedichte-garten.de .
[2] Entnommen von: www.bismarcktuerme.de .
[3] siehe [2] .
[4] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[5] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[6] siehe: www.bismarckturm-dresden.de .
[7] Koch, Wilfried: „Baustilkunde”; München 2006.

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Neue Veranstaltungen mit den Jungen Freunden der Staatlichen Kunstsammlungen

Samstag, 6. September 2008 9:42

Freitag | 12. September | ab 20 Uhr | Eintritt 5 Euro | Kunsthalle im Lipsiusbau | Brühlsche Terrasse | Fremde Klänge: Live-Konzert mit Kung Pao mit anschließendem DJ-Set. Ein Abend in Zusammenarbeit mit Fly Fast Concepts.

Eine tschechische Band aus Prag spielt chinesischen Revival-Rock – das kann nur krachen! Und danach legt George Lindt, der Kenner der chinesischen Musikszene und Regisseur von “Beijing Bubbles”, chinesischen Rock und Pop auf. Bei dieser erstklassigen Besetzung freuen wir uns schon jetzt auf einen beschwingten, exotischen Abend mit guter Musik und netten Gesprächen im Lipsiusbau – ein Tsingtao-Bier gibt’s für jeden gratis!

Website der Gruppe Kung Pao

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Samstag | 13. September | 14 Uhr | Junge Freunde: Eintritt frei | Nichtmitglieder: Ausstellungseintritt 5 Euro | erm. 3 Euro | Kunsthalle im Lipsiusbau | Brühlsche Terrasse | Rundgang: Zeichen im Wandel der Zeit. Chinesische Tuschmalerei der Gegenwart” mit Isabel und Qin

Die zeitgenössische chinesische Tuschemalerei in ihren riesigen Formaten wirkt beeindruckend, ästhetisch – aber auch rätselhaft fremd. Zusammen mit Isabel, die an der Ausstellung mitgearbeitet hat und mit Qin, unserer chinesischen Expertin für die Kultur Chinas und Deutschlands, wollen wir die Besonderheiten und versteckten Botschaften dieser Malerei entdecken.

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Donnerstag | 18. September | 18:30 Uhr | Eintritt 5 Euro | Kunstgewerbemuseum | Schloss Pillnitz, Bergpalais | Sonderausstellung “Chinese Gardens for Living” Vortrag: Chinesische Gartenbaukunst und heutiges Bauen in China – der Architekt und Stadtplaner Albert Speer (Frankfurt a. M.) spricht über den Einfluss chinesischer Tradition auf seine Projekte für China.

Interview mit Albert Speer im Kunstmagazin Art

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Samstag | 22. November | 14 Uhr | Junge Freunde: Eintritt frei | Nichtmitglieder: Ausstellungseintritt 3 Euro | erm. 2 Euro | Josef-Hegenbarth-Archiv | Calberlastraße 2 | Künstler-Gespräch in der Ausstellung: Jana Morgenstern. Stein. Arbeiten auf Papier.

Website von Jana Morgenstern

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Der Rathausturm – Dresdens Größter

Freitag, 8. August 2008 20:09

Wenn man auf den Hängen des Elbtals wandert, zwischen den Weinreben des Meissner Spaargebirges hin und her schlendert und selbst während eines Spaziergangs auf dem über Pillnitz thronenden Schlossberg sieht man ihn – den Turm des Dresdner Rathauses. Wie ein riesiger, schwarzer Polstab einer übergroßen urbanen Sonnenuhr markiert dieses Bauwerk nicht nur Dresdens Mitte, sondern ist seit jeher einer der lohnensten Aussichtpunkte über die Landeshauptstadt. Grund genug diesen Turm in der Mini-Dokumentation „Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme“ auf Kunstgeschichten-Dresden.de vorzustellen.

Der, von 1905 bis 1910, im Zuge des Rathausneubaus, von den Architekten Karl Roth und Edmund Bräter, errichtete Turm, erreicht eine Höhe von 95,25m. Ergänzt durch die goldene Herkulesstatue von Richard Guhr besitzt der Rathausturm eine Gesamthöhe von 100,30m und ist somit Dresdens höchster Turm[1]. Ein Umstand, der dem letzten König von Sachsen Friedrich August III. missfallen haben dürfte, da er noch vor dem Baubeginn angeordnet hatte, dass der Rathausturm nicht höher, als der des Schlosses – der Hausmannturm mit 100m – sein dürfe. Ob Friedrich August diese „bürgerliche Unflätigkeit“ je auffiel, ist historisch nicht belegt. Eine kunsthistorische Beschreibung und Einordnung hingegen hätte ihn sicherlich interessiert.

Die Grundform des Turms bildet ein sich nach oben hin verjüngendes, oktogonales Prisma aus Sandstein, dessen Ecken durch flache Wandpfeiler verstärkt sind. Horizontal ist der Turm durch flache, unprofilierte Gesimse gegliedert. Wandpfeiler und Gesimse ergeben geschossweise, orthogonale Seiten – Traveen – die durch quadratische Fenster durchbrochen sind. Das siebte und achte Geschoss, heben sich nicht nur wegen ihrer gemeinsamen Höhe von den unteren Geschossen ab, sondern auch in ihrer bau- und formstrukturellen Gestaltung. Dieses Doppelobergeschoss hebt sich durch eine weitere Balustrade von dem unteren Geschoss ab. Auf jeder Seite befinden sich hohe, orthogonale Fenster, über denen jeweils noch Kleineres sitzt. Diese baugleichen Fenster lokalisieren das achte Geschoss - man kann dieses als Zwischen- oder Mezaningeschoss beschreiben. Die Ecken des Prismas werden nun nicht mehr durch flache Wandpfeiler verstärkt, sondern durch ein Zwillingspaar unkanelierter Säulen mit ionischen Kapitellen. Die Säulen tragen jeweils ein sich vom Wandniveau des Oktogons abhebendes Gebälkelement, das durch seine umlaufende Überdachung einen gelungenen Übergang zum darüber liegenden Geschoss bildet. Das neunte Geschoss des Rathausturms besitzt die Höhe der Geschosse eins bis sechs. Die Ecken werden nun wieder durch flache Wandpfeiler verstärkt, die jeweils aus den bereits erwähnten Gebälken hervorgehen. Durchleuchtet wird das neunte Geschoss durch elliptische Ochsenaugen. Das für den Besucher interessanteste Geschoss – hier befindet sich der Aussichtsrundgang – ist das zehnte bzw. elfte Geschoss des Turms. Umringt von einer weiteren Balustrade umläuft hier ein Laufgang den oktogonalen Baukörper. Auf den Kanten, die sich durch die Schnittpunkte der Balustradenseiten ergeben, befindet sich jeweils ein Figurenpaar aus Sandstein. Diese sechzehn übermannshohen Figuren wurden von den Bildhauern Peter Pöppelmann, August Schreitmüller, Bruno Fischer und Arthur Selbmann geschaffen. In wiefern Ersterer mit dem berühmten Zwingerbildhauer Matthäus Daniel Pöppelmann verwandt ist, ist nicht belegt – zumindest stammten beide aus Westfalen. Die Figuren stellen die sechzehn Tugenden Güte, Weisheit, Aufopferung, Stärke, Beharrlichkeit, Mut, Treue, Glaube, Frömmigkeit, Barmherzigkeit, Hoffnung, Liebe, Klugheit, Wachsamkeit, Wahrheit und Gerechtigkeit dar. Bis auf die beiden Figuren, die die Wachsamkeit und die Weisheit darstellen, sind alle wettergeschwärzt. Diese beiden, von der Witterung noch unversehrten Figuren, wurden in der Bombennacht am 13. Februar 1945 zerstört und erst 1999 als Repliken an ihren alten Bestimmungsort aufgestellt. Hinter den Tugenden, auf den Ecken des Geschosses befinden sich unkanelierte Halbsäulen mit ionischem Kapitel, die auf jeder zweiten Seite des Oktogons als Stützen für einen leicht gesprengten Segmentgiebel dienen. Diese überspannen nicht nur die jeweiligen Seiten und die Aus- und Eingänge zum Aussichtsrundgang, sondern auch die für den Rathausturm so charakteristischen riesigen Uhren. Zudem verhalfen diese Uhren dem Rathausturm zu seinem, eher spöttischen, Beinamen „Die Eule“. Dieser ist gar nicht so verkehrt, denn wenn man zum Beispiel bei Nacht vom Bismarkturm auf der Räcknitzhöhe in Richtung Stadtzentrum schaut, könnte man durchaus den Eindruck von einer gigantischen Eule mit großen, leuchtenden Augen bekommen. Zuletzt soll nun die Turmhaube des Rathausturms beschrieben werden. Der Terminus, der diese Form einer Turmhaube am besten beschreibt, ist der der Glockenhaube [2]. Diese Glocke beherbergt unter dem Dachstuhl, innerhalb ihres „Wolms“, noch zwei Dachgeschosse. Getrennt sind diese beiden Dachgeschosse durch ein umlaufendes Gesims. Das untere Dachgeschoss wird auf den Seiten, unter denen sich die großen Uhren befinden, durch den beschriebenen Segmentgiebel unterbrochen. Zusätzlich sind beiden Dachgeschosse mit Tonnengauben, deren Fensteröffnungen elliptisch sind, durchfenstert. Auf der „Haupe“, der Glockenhaube, befindet sich der berühmte goldene Rathausmann Richard Guhrs, der diesen aus goldenem Kupferblech fertigte. Die Statue zeigt eine im Contrapost stehenden muskulösen, männlichen Akt, der mit seinem entspannten Arm ein mit der Öffnung zum Boden hingewandtes Füllhorn hält und mit dem angespannten Arm einen zeigenden, fast segnenden Gestus vollführt. Der volle Bart und das wellige Haar des Rathausmannes geben ein starres aber gezielt schauendes Gesicht frei, dessen Haupt eine Krone ziert. Die kunst- und architekturhistorische Einordnung wird in manchen Quellen als Übergangsstil beschrieben. Dies wird klar wenn man die verschiedensten baudekorativen Formelemente wie Säulen, Giebel und die Dachform betrachtet. Diese finden ihre Vorbilder klar in der römischen Antike und in der Stilistik des ausgehenden Barock. Soweit die Beschreibung des Bauwerks.

Den „Eingang in die Höhe“ findet man, wenn man die Kreuzstraße in Richtung Altmarkt einbiegt und rechterhand durch das erste rundbogige Portal in den dritten der sechs Lichthöfe des Rathauses gelangt. Nach wenigen Schritten erreicht man auch schon den Aufzug – Zeit genug den ersten Blick am wettergeschwärzten Sandstein hinauf zu wagen. Nach kurzem Warten öffnet sich die Aufzugstür und man gelangt zunächst in den siebten Stock des Turms. Dort erwartet einen das Turmpersonal, welches die Tickets zum Aussichtsrundgang für den kleinen Unkostenaufwand zwischen 1,70€ und 3,00€ bereithält. Danach gelangt man über eine kleine Treppe zum zweiten Aufzug, der einen nun in eine Höhe von 68m hinauffährt. Oben angekommen eröffnet sich ein atemberaubender Blick über das gesamte Elbtal – bei gutem Wetter kann man sogar die Festung Königstein im Elbsandsteingebirge und auf der anderen Seite die Spitzen der Meissner Domtürme erkennen. Und selbst die wuselnde und geschäftige „Elbmetropole“ direkt unter dem Turm bietet von oben einen visuellen Rundflug über ihre Dächer. Ein besonderes Highlight ist es, den Rathausturm während der Adventssonntage zu erklimmen, da man so einen noch eindrucksvolleren Blick über das nächtliche Dresden erhält.

Öffnungszeiten: 20. März bis 31. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17.30 Uhr)

Lageplan:

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[1] Löffler, Fritz: „Das Alte Dresden – Geschichte seiner Bauten“, 16. Auflage, Leipzig 1981.

[2] Koch, Wilfried: „Baustilkunde“; München 2006.

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Künstler schneiden Holz

Dienstag, 5. August 2008 17:38

Werner Wittig; Wechselndes Wetter II; 1994/96; Holzriss geschnittenEin Gespräch mit Jan Brokof, Frank Lippold, Werner Wittig und Ralf Gottschlich

Donnerstag, 21. August ’08, 19 Uhr
Studiensaal des Kupferstich-Kabinetts
Residenzschloss, 3. OG. Eingang Sophienstraße.

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Mit Zustandsfolgen und seltenen Probedrucken präsentiert die aktuelle Sonderausstellung „Georg Baselitz. Druckgraphik von 1964 bis 1983″ des Dresdner Kupferstich-Kabinetts einen besonderen Einblick in das druckgraphische Werk von Georg Baselitz. Neben der Kaltnadel, der Radierung, der Aquatinta und dem Linolschnitt hat Baselitz auch mit dem Holzschnitt gearbeitet, einer Hochdrucktechnik, die er 1965 während eines Stipendiums in Florenz kennenlernte. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, welche Rolle der Holzschnitt heute im Werk anderer, auch jüngerer Künstler spielt.

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Wir laden euch ein zu einem Gespräch mit den Künstlern Jan Brokof, Frank Lippold und Werner Wittig, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema Holzschnitt befassen. Sie diskutieren gemeinsam mit dem Kunsthistoriker Ralf Gottschlich vom Spendhaus Reutlingen, einem auf Holzschnitt spezialisierten Museum, über ihre Herangehensweisen an das Medium, dessen Möglichkeiten und Grenzen. Während sich Werner Wittig (*1930) auf den Holzriss konzentriert, bei dem die Darstellung nicht ins Holz geschnitten, sondern eingeritzt und – gekratzt wird, erweitert Jan Brokof (*1977) den Holzschnitt in den Bereich der Installation. Bei Frank Lippold (*1970) hingegen ist die Holzplatte nicht mehr Druckstock, sondern wird selbst zum Objekt. Diese drei verschiedenen Positionen, die nicht nur im Gespräch, sondern auch anhand von Originalen vorgestellt werden, versprechen einen neuen Blick auf eines der ältesten graphischen Verfahren.

Wir sehen uns! – Eure Jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen

Weitere Informationen unter skd-dresden.de

Einladung

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Bernhard Fellmann – Zeichnungen und Aquarelle

Dienstag, 24. Juni 2008 9:45

Von der Michelangelostraße über die Räcknitzhöhe, hin zur Bürgerwiese beim Großen Garten, zurück zum Wasaplatz, über Strehlen nach Gruna, hinunter zur Elbe und über die Neustadt direkt weiter zum Blauen Wunder – dies sind nur einige Stationen, die man erleben kann, wenn man die Ausstellung „Bernhard Fellmann – Zeichnungen und Aquarelle“ im Dresdner Kulturrathauses besucht.

Der 1904 in Breslau geborene Architekt lebte seit 1928 in Dresden. In den Jahren seines Ruhestandes – 1976 bis ’84 – hielt er das wiedererwachte Dresden in zahlreichen Aquarellen und Zeichnungen fest. Mit seinem Personalstil, der Schärfe mit Unschärfe und Abstraktion mit Detailtreue kombiniert, zeigen Fellmanns Werke ein urbanes Gesamtportrait, dass durch verschiedenste, anekdotische Szenerien ein lebendiges Dresden wiedergibt.

In erzählenden Blicken aus dem Fenster seiner Wohnung in Zschertnitz, geben die Bilder einen dokumentarischen Einblick in Dresdens Baugeschichte in der DDR. So wird manch jüngerer Betrachter vor den Bildern eine visuelle Zeitreise in die 1980er Jahre erleben und bewundernd feststellen, dass sich in den letzten 25 Jahren einiges verändert hat. Auch das ein oder andere Lächeln wird sich nicht verhindern lassen, denn Fellmann staffierte seine Stadtansichten mit zahlreichen, amüsanten Nebendarstellern aus. So winkt dem Betrachter ein Schornsteinfeger vom Dach eines Hauses in der Priesnitzstraße und ein Brautpaar lächelt aus einem Dresdner Motel verliebt.

Fazit: Dies ist nicht nur eine Ausstellung, sondern viel mehr ein Stadtrundgang, der in den 1970er und 1980er Jahren auf die Leinwand gebannt wurde, zwischen Dokumentation und Romantik.

Weitere Einblicke:

13.05.2008 – 11.07.2008; Amt für Kultur und Denkmalschutz, Foyer 3. Etage im Kulturrathaus, Königstr. 15; Mo. bis Do. 8:00 – 17:00 Uhr, Fr. 8:00 – 15:00 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Der Zugang ist barrierefrei möglich (Aufzug).

Eine Ausstellung der Abteilung Denkmalschutz im Amt für Kultur und Denkmalschutz.

www.dresden.de

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