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Zu Gast bei den Schmalfilmtagen Dresden

Montag, 19. Januar 2009 14:40

Die JUNGEN FREUNDE der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu Gast bei den Schmalfilmtagen

Besuch des Films „Passagen” von Lisl Ponger |22. Januar | Donnerstag | 21 Uhr | Motorenhalle, Wachsbleichstraße 4a, 01067 Dresden | Eintritt 4 €

Das leise Schnurren des Projektors, das Klackern, und ein echter Film, der durch die Spulen läuft – die Leidenschaft der Schmalfilmtage gehört dem Super8- und 16mm-Film – und das nun schon zum 10. Mal! Wir freuen uns, dabei zu sein, diesem ganz besonderen Medium mal wieder in extenso frönen und mit Lisl Pongers „Passagen” einen ganz besonderen Künstlerfilm erleben zu können.

Schon um 18 Uhr sind wir noch vor der offiziellen Eröffnung zu einem Umtrunk eingeladen, bei dem es auch die Gelegenheit zum Gespräch mit den Machern der Schmalfilmtage gibt! Wer auch die Filmcompilation „Best of Festival. 10 Jahre dresdner schmalfilmtage” um 19.30 sehen will oder „Zuckerzeit” danach , zahlt als Junger Freund für die Tageskarte nur den ermäßigten Preis von 6 €!

Die Schmalfilmtage schreiben: Lisl Ponger: Passagen

Reisebilder, pittoreske Ethno-Szenen, das Abbild echter, erlebter Exotik auf Super8 Wer kennt sie nicht, die kleinen, sorgsam beschrifteten Filmspulen – Rumänien 1984, Algerien 1990 – Relikte eines kollektiven Reisefiebers. Ganze Privatfilmarchive haben wir der touristischen Neugier zu verdanken. Einen wahren Ozean an Bildern, den die Künstlerin und Filmemacherin Lisl Ponger seit nunmehr 20 Jahren behutsam zu erkunden versucht. Found Footage, die Arbeit mit bereits existierendem Bild- und Ton- material, ist dabei eine ihrer zentralen, künstlerischen Methoden. In ihren Filmessays collagiert und zersetzt Ponger das Vorgefundene virtuos, entführt und führt ein in neue, verwirrend vielschichtige Zusammenhänge. Die Bilder und Zeiten, die bekannten wie unbekannten Orte, Stimmen und Klänge reiben, stoßen und verknoten sich. Das Klischee, die Idee einer homogenen Weltsicht, strauchelt, krümmt sich, implodiert. Nicht immer klappt das beim allerersten Versuch. Doch auch das, die Fehlschläge, spart Ponger nicht aus. Wie sonst ließen sie sich finden, die Haken und Schlingen der fremden wie der eigenen Existenz.

Zum Filmprogramm wird Lisl Ponger persönlich anwesend sein.

Zu empfehlen ist auch die noch bis 8. März laufende Ausstellung „Lasst tausend Blumen blühen“ von Lisl Ponger im Kunsthaus mehr dazu bald, wir organisieren demnächst einen gemeinsamen Besuch!

Wir freuen uns auf Donnerstag – ach so: Treffen um 18 Uhr am Eingang! Bis dahin, Katharina und Nadja

PS: Noch nicht Mitglied bei den JUNGEN FREUNDEN?  Jetzt auf www.freunde-skd.de anmelden, nur 24 Jahresbeitrag zahlen und für 2009 alle Vorteile sichern: so oft ihr wollt kostenlos die 11 Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden besuchen, am riesigen Angebot an Vorträgen, Kunstgesprächen, Sonderführungen kostenlos teilnehmen, Workshops besuchen und natürlich bei unseren JUNGE FREUNDE-Veranstaltungen und unseren exklusiven Blicken hinter die Kulissen der Museen dabei sein. Außerdem bekommt ihr Einladungen zu allen Ausstellungseröffnungen (!) und werdet per Mail über das aktuelle Geschehen informiert! Ideen, was wir unbedingt mal machen sollten, Fragen oder Anregungen? Dann schreibt uns einfach: freunde@skd.museum oder besucht unsere Gruppe „Wir sind Freunde“ bei Studi-VZ.

Thema: Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Veranstaltungstipps | Kommentare (0) | Autor:

„In Deutschland wird ja nicht so viel geredet…“ – Interview mit Jan Brokof

Dienstag, 2. Dezember 2008 14:56

Das sagt zumindest Jan Brokof, mit dem sich k-dd.de über seine Arbeit und das Wirken der heutigen Kunstgeschichte unterhalten hat.

Nach dem Studium an der HfBK in Dresden und dem Abschluss bei Prof. Ralf Kerbach arbeitet Jan Brokof heute in Dresden und Berlin. Zu den bevorzugten künstlerischen Techniken des Grafikers gehören die Bleistiftzeichnung, die Radierung, das Tuschen und vor allem der Holzschnitt.

Wie sah Deine Entwicklung zu einem Künstler aus?

Irgendwie wollte man in der Schule schon immer anders sein, als die anderen. Weil man auch cool sein wollte, hat man das dann auch durchgezogen. Ich habe in der zehnten Klasse gesagt ich werde Künstler.  Eigentlich hat man gar nicht gewusst worauf man sich einlässt. Richtig gebrannt für diese Sache habe ich dann während des Studiums.

Wie schafft der Künstler seine Werke? Gibt es bestimmte Faktoren, die dich zu einem Bild treiben?

Auslöser kann alles sein. Für mich und für viele andere sind emotionale Auslöser sehr wichtig. Das kann eine Straßenszene oder eine Ausstellung sein. Man ist ja permanent Künstler. Das ist nicht wie ein Job bei dem man hingeht und sich zu Hause etwas ganz anderem widmen kann. Du stehst auf und bist Künstler und gehst ins Bett und bist Künstler.

Jeder hat seine Strategie. Ich zum Beispiel habe immer eine Kamera dabei. Mit der wird alles festgehalten wird, was ich sehe und wie ich es sehe. Im Moment sind viele Straßenszenen dabei. Man fokussiert sich vorher schon sehr stark auf einen Gegenstand. Lauf mal durch die Stadt und achte auf Totenköpfe. Du wirst staunen, wie viel Totenköpfe du auf einmal siehst: auf Poster, T-Shirts, Autos. Das ist der Hammer, was man alles in seiner Wahrnehmung filtern kann. Dahinter steht für mich die Frage: Was bedingt eigentlich was? Im Atelier ist es das eigene Arbeiten, das mich permanent weiterbringt. Dass man sozusagen in seiner eigenen Kunst forscht oder irgendwelche anderen Auslöser findet, die dann wieder neue Wege eröffnen.

Dass man nicht von anderen Künstlern zitiert, was ja eigentlich viele machen, wenn sie sich ein Vorbild nehmen?

Ich habe den Eindruck in dem Fall gibt es zwei große Wege: Die Einen wollen sich in einer eigenständigen Position, die wieder erkennbar ist, etablieren. Die Anderen gehören in einen großen Pool. Da spielt dann noch ein gewisser Zeitgeist rein, der zu immer mehr Häufungen von Stilen in einer Zeit führt und schon geführt hat. Heute gibt es scheinbar zu viele Zeitgeister nebeneinander, die sofort zum Trend ausgerufen werden, während eigentlich nichts mehr Zeit hat sich zu entwickeln. Beispiel: Das Ornamentale ist im Moment in vielen künstlerischen Positionen vorhanden, aber in ganz verschiedenen Ausrichtungen. Ich fände es wahnsinnig toll, wenn so was nicht als Kritikpunkt, sondern als neue Stärke angesehen würde.

Mir geht es einfach darum, dass Kunst nichts Einsames und Elitäres ist. Mit dieser Einsicht kommt man wohl am schnellsten vorwärts. Mir persönlich ist es oft passiert, dass ich gedacht habe: Oh, das kommt zu dicht an den und den ran. Dann arbeitet man permanent – nur damit es nicht mehr so aussieht. Irgendwann kommt man jedoch an den Punkt, wo man sagt: Das ist doch totaler Bullshit. Zieh doch einfach dein Ding durch und verschwende deine Energie nicht an solche Gedanken. Damit fährt man meiner Meinung nach irgendwie besser.

Wie sieht die Arbeit in deinem Atelier schließlich aus?

Ich habe verschiedene Strategien. Am produktivsten ist es, wenn ich die Zeit und Kraft finde, wirklich alles gleichzeitig zu machen. Das geht von Grafik über Tusche, Kleinstbastelarbeiten, Wandcollagen, Holzschnitt, Farbpapier, Scherenschnitte und so weiter. Wenn man bei keiner Sache einen Zeitdruck hat, dann befruchten sich die verschiedenen Arbeiten gegenseitig. Die Vorbereitungen von größeren Arbeiten sind aber sehr kopflastig. Gerade die technischen Dinge: Wie steht’s am Besten, wie fällt’s nicht um, wie müssen die Materialen sein – all das Banale ist viel Vorarbeit. Gerade ist es so, dass ein größeres Projekt im Kopf entsteht und das geht dann doch meistens ziemlich zügig, weil es wirklich lange vorgedacht ist und mit allem möglichen angereichert wird. Das wird eine Straßenszene sein, die im Januar hier zu sehen ist – zumindest ein Teil davon. Im Moment entstehen kleine Skizzen, Zeichnungen, was zwar auch eigenständige Werke sind, aber für die große Arbeit dann umso wichtiger sind.

Ansonsten bin ich eher ein Tagarbeiter. Es gibt ja die Theorie, dass man tagsüber mehr mit dem Verstand und nachts mehr mit Emotionen arbeitet. Dann bin ich ein „Tagarbeiter”, weil Nachtaktionen tatsächlich meist sehr exzessiv enden. Deshalb leiste ich mir die eher seltener. Meine Art zu arbeiten würde ich als abarbeiten beschreiben. Eine Idee ist schnell gefunden und dieser kreative Moment viel zu schnell vorbei. Der muss bei mir sofort umgesetzt werden. Wenn ich zum Beispiel eine Zeichnung habe, dann setze ich gleich eine Form für den Druck. Wenn die dann schraffiert werden soll, muss ich das auch sofort machen. Die Tat an sich ist für mich sehr wichtig, obwohl man dabei oft nicht mehr viel nachdenkt, weil im Grunde keine kreative Handlung mehr dahinter steht.

Kunsthistoriker definieren einen Künstler ja gerne über solche Aspekte. Wie und worüber würdest du dich selbst definieren?

Ich denke über das Machen, denn das ist die meiste Zeit, in der ich was mit meiner Kunst zu tun habe. Das ganze drum herum: Künstler in der Öffentlichkeit, Kunstmarkt und so ist ein notwendiges Übel. Es geht ja auch nicht ohne und ich finde einige Sachen auch ganz spannend, aber dass ich mich selbst darüber definieren würde, kann ich für mich ausschließen.

Wie gehst du als junger Künstler dann mit Ehrungen und Preisen um? Wird ein Künstler stark an dieses Fakten gemessen?

Die sichern natürlich erstmal eine Existenzgrundlage. Das Beste daran ist, dass man mit dem Preisgeld ein halbes Jahr, ohne sich einen Kopf zu machen, arbeiten kann. Dann ist es mit den Preisen ja auch immer so eine Sache: Wenn die kein Risiko eingehen wollen, dann bekommt der einen Preis, der schon mal einen bekommen hat. Da ist man auf der sicheren Seite. Viele Künstler hätten einen Preis verdient, die bisher nicht einen einzigen bekommen haben, die vielleicht keine Lobby haben oder keinen Fan, der das getragen hat. Diejenigen, die mit meinen Arbeiten handeln, fördern mich im Endeffekt ja auch. Ich versuche das immer ein bisschen außen vor zu lassen, denn das kann auch hemmend sein. Der Kunst tut es nicht gut, wenn man zu strategisch arbeitet. Das ist eine arge Gradwanderung. Im Atelier und im Geist ist man meist viel weiter, als das, was schließlich in einer Ausstellung hängt. Wenn ich jetzt alles zeigen würde, dann würde ich es dem Betrachter unglaublich schwer machen. Die paar Schritte dazwischen geht man schon mit dem Betrachter mit und nimmt ihn ein Stück an die Hand – langsam dorthin, wo man hin will.

Vielen Studenten ist beim Betrachten deiner Werke – vornehmlich durch das Internet – aufgefallen, dass du stark die soziale Wohnungsarchitektur in der DDR thematisierst. In vielen Artikel des Internets wird auch gesagt, dass es um eine heile Welt geht.

Echt?

Ja, zumindest bei denen, die man findet. Manche reden dabei sogar von einer Kritik. Wie siehst du das selber?

Wir haben ja vorhin schon von emotionalen Auslösern gesprochen. Ich komme aus solchen Orten und die haben mich schon sehr geprägt. Wenn man genauer hinschaut, dann sieht man, dass das auch nicht nur ostdeutsche Plattenbauten sind. Ich will das weder gutheißen noch schlecht machen, weil ich da auch gelebt habe. Das ist erstmal nichts positives, nichts Negatives. Was weiß diese Zeit von einer anderen? Besser hätte es Julia Schoch in einem Aufsatz nicht sagen können. Man weiß, dass es Realität ist und nimmt es als gegeben hin. Eigentlich waren diese Blockbauten immer da, aber erst wenn sie nach und nach verschwinden, wird man wieder auf sie aufmerksam. Dieser ganze Ostalgie-Kram interessiert mich weniger. Mich interessiert mehr der Ost-West-Konflikt. Ich bin im Grunde das typische Wendekind. Meine Pubertät war zu der Zeit und das ist das geschichtsträchtigste was ich erlebt habe. Das ist ein Ereignis, was über mich hinausstrahlt und mich somit nicht nur persönlich beschäftigt. Man hat den Osten nur wenig miterlebt und dann fängt man an über die vergangene Zeit zu lesen und eigentlich findet man nur Meinungen, die extrem auseinander gehen. Dadurch, dass man es selber nicht so stark miterlebt hat, ist das eine Freifläche, unbesetzt von Erfahrungen, die man wunderbar bearbeiten kann. Ich will dieses Feld nicht besetzt lassen von Meinungsmachern, die mir sagen was gut und was schlecht war. Für mich sind diese Bauten alles. Sie sind zwar gruselig, aber auf der anderen Seite habe ich dort auch tolle Dinge erlebt: das erste Mal knutschen zum Beispiel. Jeder hat ganz persönliche Erlebnisse, die im Endeffekt jeden Ort schön werden lassen. Kann man mit eigenen Erinnerungen überhaupt objektiv sein? Sind die nicht von vornherein geschönt? Vielleicht arbeite ich deshalb mit Echtmaßstäben, um dadurch eine Objektivität zu vermitteln und etwas Privates objektiv zu bearbeiten.

Ist das vielleicht auch ein Dogma der Kunstkritik, dass die immer versucht eine Kritik an irgendwelchen Systemen und sozialen Umständen zu finden, anstatt zu prüfen, ob das nicht eher eine Art Erinnerung ist, die hier technisch festgehalten wurde?

Man muss es als Künstler schaffen, sich von allen Themen frei zu kämpfen. Dass es keine Rolle mehr spielt was du malst. Beispiel: Du zeichnest das Haus, mit den Fenstern und den Gardinen – und wenn du daneben ein Viereck mit kleinen Vierecken drin zeichnest, dann wird es jeder auch als Haus erkennen, obwohl es eigentlich ein abstraktes Bild ist. Und das sind Punkte, die vor allem formal sehr spannend für mich sind: Wie weit kann man abstrahieren, dass immer noch Inhalt vorhanden ist? Muss ich die Leute mit mehr Inhalt füttern, damit sie das andere noch lesen können? Würden sie das überhaupt erkennen, wenn ich nicht den Bezug zu den realistischen Arbeiten aufstellen würde? Dann würden sie das vielleicht aus einem anderen Kontext heraus lesen. Oder: Schafft man es einen dreidimensionalen Raum zweidimensional darzustellen – reliefartig, damit man auf einer Blickachse arbeitet. Da geht es weniger um den Inhalt, sondern mehr um das Bild an sich. Wobei für mich das Bildereignis wohl auch beliebig werden würde, wenn ich mich nur noch damit beschäftigte.

Du hast kurz die Reaktionen der Leute auf deine Kunst angesprochen. Wie wichtig sind die dir? Gehst du auf deine eigenen Ausstellungen und versuchst mitzuhören, was die einzelnen Leute über deine Arbeiten sagen?

In Deutschland wird ja nicht so viel geredet (lacht). Ich war jetzt in den Niederlanden. Dort war es zum Beispiel ganz anders: da wird viel mehr unter den Künstlern über die Arbeiten geredet, was ich ganz klasse finde. Man spricht mit seinem Gegenüber ja immer darüber, worüber er gerade reden will. Also eher über den Inhalt oder die Formalien. Das ist immer unterschiedlich. Ist ja sein gutes Recht, wenn er da hinkommt und sich das ansieht. Ich weiß ja selber, dass ich mich da auf einer Gradwanderung befinde, aber das sind sowieso die Positionen, die ich besonders spannend finde: kurz vorm Kitsch, sodass es sich die Waage kaum mehr halten kann und kurz vorm abkippen steht. Das sind Positionen, die ich als sehr lustvoll empfinde.

Welche Bedeutung misst du dem Schwarz-Weiß in deinen Arbeiten bei?

Gute Frage: Schwarz-Weiß hat was sehr konsequentes… Ja oder nein quasi. Warum mach ich eigentlich schwarz-weiß?

Vielleicht auch wegen des normalen Rhythmus’ des Hochdrucks, der traditionell Schwarz-Weiß druckt?

Das sind auch Gründe, vor allem weil die Technik so viele Seiten hat, die von mir noch nicht ausgereizt sind. Farbe im malerischen Sinne interessiert mich einfach nicht. Zumindest will  ich nicht das Lichtereignis fangen. Würde ich mit Farben arbeiten, dann würden die signalhaft, vielleicht auch über Flächen verwendet werden.

Irgendwie habe ich mir darüber noch nie Gedanken gemacht. Vielleicht sind so viele sozial-kritische Arbeiten farbig, weil schwarz-weiß objektiver wirkt und dich nicht in eine emotionale Richtung schiebt. Ja, vielleicht ist die Grafik eher geistig und die Malerei mehr emotional. Vielleicht ist es eher so was. Also so ganz stimmt das auch noch nicht. Das ist alles sehr schwammig….

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CHINESISCHER KRIMIABEND mit Tatort-Kommissar Jörg Schüttauf: Tod in der Festung

Mittwoch, 26. November 2008 16:50

Donnerstag,  4. Dezember, 18.30 Uhr, Tonnengewölbe im Residenzschloss, Eintritt: 5€

Am Tag zuvor dreht er noch an einer neuen Folge des „Tatort“ mit Andrea Sawatzki alias Kommissarin Charlotte Sänger in Frankfurt am Main – am 4. Dezember steht er dann bei uns auf der Bühne: Jörg Schüttauf, als Fritz Dellwo wohl einer unserer Lieblings-„Tatort“-Kommissare.  Anlässlich der Ausstellung „Goldener Drache – Weißer Adler“ im Residenzschloss im Rahmen von „China in Dresden in China“ liest er eine Kriminalgeschichte, die im alten China spielt. Die Hauptfigur Richter Di ermittelt im 7. Jahrhundert im Tang-Reich – aber seine Fälle sind verblüffend modern.

Wir freuen uns auf einen spannenden Fall und ganz großes Kino für die Ohren!

Euer JUNGE-FREUNDE-Team

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MADONNA MEETS MAO – DIE PARTY

Montag, 3. November 2008 21:53

Die Jungen Freunde und Altes Wettbüro präsentieren:

MADONNA MEETS MAO – DIE PARTY

Dienstag, 18. November 2008, ab 20 Uhr, 5 EUR Eintritt, Mitglieder JUNGE FREUNDE Eintritt frei!
Kunsthalle im Lipsiusbau, Brühlsche Terrasse, Dresden (Straßenbahn Synagoge, Theaterplatz)

MADONNA MEETS MAO – DIE PARTY öffnet die Ausstellung in der Kunsthalle im Lipsiusbau exklusiv am Abend und holt Musik in die Räume der Kunst: „Bodi Bill” im Live-Konzert und DJ „Studio 17″. Neben feinstem Berliner Elektropop und Dresdner DJ für die Ohren gibt es im wahrsten Sinne Großes für die Augen: Man kann einen echten Warhol sehen, in die Massenszenen Gurskys abtauchen oder die Wucht der Malerei Bacons erleben – die Ausstellung mit Werken aus der Yageo-Foundation macht’s möglich. Neben dem „Who is who” der westlichen Kunst nach 1945 zeigt die Schau auch chinesische und taiwanesische Kunst der Gegenwart und der 1920er bis 1940er Jahre: Madonna meets Mao. Wer mehr wissen will über die Werke und die Ausstellung, der schließt sich einer unserer Kurzführungen an. Und wer Lust auf einen Drink hat, ist an unserer Bar genau richtig. Wir können schon mal im Voraus versichern: Tolle Kunst, Super Musik!

Eine Veranstaltung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in Zusammenarbeit mit dem Freundeskreis der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden MUSEIS SAXONICIS USUI e.V. und dem Alten Wettbüro, Dresden.

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ACHTUNG: WER JETZT FÜR 2009 den JUNGEN FREUNDEN des MSU BEITRITT, BEKOMMT DIE ZEIT BIS ZUM JAHRESWECHSEL GESCHENKT UND FREIEN EINTRITT ZUR PARTY! Einfach anmelden unter www.freunde-skd.de

Ausstellungen entdecken, Künstler befragen, Kontakte knüpfen, zusammen feiern, über Kunst und Kultur diskutieren,…

das sind die JUNGEN FREUNDE bis 35 Jahre!

Ihr habt freien Eintritt in alle elf Museen und deren Sonderausstellungen +++ ihr nehmt kostenlos an Vorträgen, Kunstgesprächen und Führungen teil +++ ihr bekommt Einladungen zu den Eröffnungen +++ ihr werdet per E-Mail über das aktuelle Geschehen informiert +++ ihr nehmt kostenlos an allen „WIR SIND FREUNDE“- Veranstaltungen teil +++ für nur 24 Euro im Jahr!

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Ringvorlesung: Türme der Weisheit – Die Architektur der Universitäten gestern, heute und morgen

Mittwoch, 29. Oktober 2008 19:59

Tag / Zeit: Do., 7. DS (18.30 – 20.00 Uhr)

Ort: HSZ/HS 3

Beginn: 16.10.2008

Die Idee dieser Vorlesung ist es, über die historisch gewachsene wie gegenwärtig mögliche Baukultur von Universitäten aufzuklären. Denn die Gesamtanlagen von Universitäten wie ihre einzelnen Bauten sind oft Stein gewordene Projektionen einer auf der Grundlage von Bildung und Wissen organisierten Gesellschaft. Zugleich müssen sie im Interesse der Forschung oft spezielle technische Anforderungen erfüllen, um praktisch zu funktionieren.
Wie kaum ein anderer Bautypus steht die Universität deshalb im Schnittpunkt zahlreicher Diskurse und Forderungen, die sich in der Qualität ihrer Architektur ausdrücken. Die Universität selbst ist zugleich aber auch der ideale Ort, an dem frei über ihre eigene Gestaltungsperspektive nachgedacht werden kann.

16.10.08
Einführung, Historische Universitätsbauten vor der Moderne
Prof. Dr. Bruno Klein (TU Dresden)

23.10.08
Schlösser für die Wissenschaft. Universitäten und Technische Hochschulen des 19. Jahrhunderts in Deutschland
Prof. Dr. Hans-Georg Lippert (TU Dresden)

30.10.08
Amerikanische Campus-Universitäten
Prof. Dr. Jürgen Paul (TU Dresden)

13.11.08
Die zwanziger Jahre: Köln, das Bauhaus, Le Corbusier
Prof. Dr. Gilbert Lupfer (TU Dresden)

20.11.08
Elfenbeintürme mit Stahlskelett. Amerikanische Wolkenkratzeruniversitäten
Dr. des. Anke Köth (TU Dresden)

27.11.08
Amerikanischer Universitätsbau der Nachkriegszeit
Prof. Dr. Jürgen Paul (TU Dresden

04.12.08
Großstrukturen. Deutschland und die Internationale Moderne nach dem 2. Weltkrieg
Prof. Dr. Bruno Klein (TU Dresden)

11.12.08
Paläste der Wissenschaft. Zur frühneuzeitlichen Universitätsarchitektur Italiens
PD. Dr. Jörg Stabenow (Universität Augsburg)

18.12.08
Die moderne Universität als Weltkulturerbe: Mexiko
Prof. Dr. Peter Krieger (UNAM Mexico)

08.01.09
Werkvorstellung Codeunique-Architekten (Dresden)

15.01.09
Universitätsbibliotheken in den neuen Bundesländern
Katrin Iselt M.A. (TU Dresden)

22.01.09
Werkvorstellung Prof. Ivan Reimann (TU Dresden)

29.01.09
Podiumsdiskussion
Exzellente Universitäten brauchen exzellente Architektur – mäßige Baukultur zeugt von mäßiger Wissenschaftskultur (Arbeitstitel)

Teilnehmer:

  • Prof. Dr. Georg Unland, Staatminister für Finanzen des Freistaats Sachsen (angefragt)
  • Prof. Hermann Kokenge, Rektor TU Dresden
  • Wolf-Eckhard Wormser, Kanzler der TU Dresden (angefragt)
  • Vertreter einer weiteren Universität, eventuell FU Berlin
  • Vertreter der Studierenden
  • Architekt (Olaf Lauströer)

Moderation: Prof. Dr. Bruno Klein, TU Dresden

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Form und Funktion – Museen des 21. Jahrhunderts in historischen Bauten

Mittwoch, 29. Oktober 2008 13:52

Titel des Forschungsprojektes:
Form und Funktion – Museen des 21. Jahrhunderts in historischen Bauten. Ein internationaler Kongress

Projektträger:
Staatliche Kunstsammlungen Dresden und Institut für Kunst- und Musikwissenschaft der TU Dresden

Kurzbeschreibung:
Die fortschreitende Rekonstruktion des Dresdner Residenz-schlosses bietet Anlass, über die für den Bau vorgesehene Nutzung und speziell über das spannungsvolle Verhältnis zwischen dem bereits wiederhergestellten bzw. noch wiederherzustellenden Gebäude und der darin vorgesehenen musealen Präsentation nachzudenken. Es scheint sinnvoll, das Projekt historisch wie typologisch zu klassifizieren, um Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen. Zu diesem Zweck soll im Herbst 2008 ein internationales Kolloquium stattfinden, das von der TU Dresden und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gemeinsam veranstaltet wird.

Tagungs-Programm (pdf-Dokument)
Um Anmeldung wird gebeten.

Angestrebtes Ergebnis:
Kongress: 6.-8 November 2008

Finanzierung:
Drittmittelgeber, Haushaltsmittel

Projektverantwortlicher:
Herr Prof. Dr. Bruno Klein, TU Dresden
Herr Prof. Dr. Dirk Syndram, Grünes Gewölbe

Ort: Hans-Nadler-Saal, Residenzschloss Dresden

Projektmitarbeiter:
Frau Dr. des. Martina Minning, Grünes Gewölbe

Kontakt:
Martina.Minning@skd-dresden.de

Entnommen von: www.skd-dresden.de

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GOLDENER DRACHE – WEISSER ADLER

Dienstag, 14. Oktober 2008 12:12

Kunst im Dienste der Macht am Kaiserhof von China und am sächsisch-polnischen Hof (1644-1795). Eine Ausstellung der Staatlichen Kunst-sammlungen Dresden und des Palastmuseums Peking.

GOLDENER DRACHE – WEISSER ADLER

Das Siegel des Goldenen Drachens und der Orden des Weißen Adlers waren im 18. Jahrhundert Zeichen höchster Macht. Während das eine die Autorität und Größe des chinesischen Kaisers symbolisiert, steht das andere als Beispiel für herrschaftliche Inszenierung am sächsisch-polnischen Hof. Im historischen Vergleich der beiden kulturell unterschiedlich geprägten „Schaltzentralen der Macht“ zeigt die Ausstellung, wie höfische Repräsentation in China und Europa funktionierte und welche Rolle dabei die Künste spielten. Erstmals sind Kunstwerke aus dem chinesischen Kaiserpalast in Peking zusammen mit Objekten aus den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in einer gemeinsamen Ausstellung zu sehen. Der chinesische Kaiserhof, unerreichbar in der Vielfalt seiner Schätze, findet ein würdiges Pendant im sächsisch-polnischen Hof, einem Zentrum der europäischen China-Mode.

Sechs Abteilungen stellen die Themen „Repräsentation der Herrschaft“, „Festkultur“, „Hofstaat“, „Herrschaftliche Architektur“, „Hofkünste und Wissenschaften“ sowie „Politik und Diplomatie“ vor, wobei „Peking“ und „Dresden“ einander stets gegenüberstehen. Die Bandbreite der rund 400 hochkarätigen Exponate reicht vom Thronensemble und kostbaren Gewändern bis hin zu Jagdportraits, Porzellanen oder Damenschuhen. Das Residenzschloss in Dresden und das Palastmuseum in Peking bilden dabei den idealen Rahmen. Anstelle des üblichen Katalogs erscheint ein begleitendes Handbuch, das die wichtigsten Begriffe zur chinesischen und europäischen Repräsentationskunst vorstellt. Alphabetisch geordnet und von ausgewiesenen Experten knapp und informativ formuliert, reichen die Stichworte von Ahnenverehrung bis Zeremonien.

11. Oktober 2008 bis 11. Januar 2009
Residenzschloss Dresden

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Like a bridge. Die Ausstellung “troubled waters” in der Gemäldegalerie Alte Meister.

Mittwoch, 1. Oktober 2008 17:20

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Das Stillleben als Darstellung der unbelebten Natur entstand als eigenständige Bildgattung im Laufe des 16. Jahrhunderts und wird derzeit in zahlreichen Veröffentlichungen und mit Ausstellungen wie beispielsweise “Die Natur der Dinge” im Frankfurter Städel, wo Werke der Zeit von 1500-1800 versammelt waren, einer Revision unterzogen.

In der Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister kann zur Zeit ein interessanter Zweig künstlerischer Auseinandersetzung mit den Dingen – und dem Menschen – gesehen werden: Die Ausstellung “troubled waters” präsentiert Stilllebenfotografie von 12 bedeutenden Künstlern aus der Zeit von 1967 bis in die 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Schnell stellt sich heraus, dass der traditionelle Begriff des Stilllebens flexibel gehandhabt wird, spielt doch der Mensch in den ausgestellten Werke eine zentrale Rolle. Diese äußert sich einerseits in seiner unmittelbaren Präsenz im Bild bei Michael Schmidt, Dan Graham, Lindwien van de Ven und William Eggleston, dessen Serie der Ausstellung ihren Namen lieh. Andererseits spielen auch die wirklich stilllebenhaften Arbeiten mit der gewesenen Anwesenheit lebenden Personals. Gerade dieser implizite Protagonist verleiht den meisten Werken erst ihren Reiz, wie beispielsweise in Thomas Struths “South Lake Street Appartment 2″, wo eine massive Wohnmaschine einen mehr funktional als liebevoll angelegten Spielplatz überschattet. Auch die Fotografien (?) des “Alchemisten” Sigmar Polke überschreiten eine imaginäre Gattungsgrenze, indem sie auf ihrem Weg in die Abstraktion eine Reflexion über das bilderzeugende Material ermöglichen.

So changieren die ausgestellten Arbeiten zwischen Abstraktion und zum Teil porträthaftem Menschenbezug und erlauben zum einen anregende Einblicke in das Werk bekannter Fotokünstler, zum anderen aber stellt diese kleine Ausstellung durch ihre prägnante Werkauswahl die Frage nach Gattungsbestimmung und der generellen Möglichkeit der Kategorisierung von Kunst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 11. Januar 2009 in der Gemäldegalerie Alte Meister.

Abbildungen entnommen von: sk-dresden.de

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Ausstellung „Neue Pastelle und Zeichnungen von Andreas Meyertöns“

Montag, 22. September 2008 14:13

Neue Pastelle und Zeichnungen des Dresdner Künstlers Andreas Meyertöns, die in den letzten Jahren entstanden sind, zeigt eine Ausstellung der Abteilung Denkmalschutz im Kulturrathaus.

Idyllische Motive aus den historischen Dorfkernen im Dresdner Süden, aber auch Szenen aus der Natur und verträumte ländliche Details werden bis zum 24.10.2008 gezeigt.

Die Ausstellung im 3.OG des Kulturrathauses, Königstr. 15, 01097 Dresden, ist montags und freitags von 8:00 bis 15:00 Uhr und dienstags und donnerstags von 8:00 bis 18:00 Uhr zu besichtigen, der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen unter dresden.de

und bilder-aus-dresden.de

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Der Bismarckturm auf Dresdens Räcknitzhöhe

Sonntag, 14. September 2008 20:30

„Es ist ein Vorteil des Altwerdens, dass man gegen Hass und Verleumdung gleichgültig wird, während die Empfänglichkeit für […] Liebe stärker wird.“ [1]

So beschrieb einst ein Politiker die Empfindungen während des Alterns, der auf eine Lebenszeit voller Kontroversen, Krisen und weltgeschichtlicher Ereignisse zurückschauen konnte: Otto von Bismarck war der erste Kanzler des Deutschen Reiches, der unter seinen Zeitgenossen als streitlustiger, wahnsinniger und doch als genialer Politiker galt. Trotz seiner nachhaltig zwielichtigen Bedeutung für überspanntes Deutschtum, kann er als einer der bedeutendsten Persönlichkeiten deutscher Geschichte gesehen werden. Diese außergewöhnliche Position innerhalb der Entwicklung war auch Jahre nach seinem Tod Anlass für zahlreiche Ehrungen. Bismarck wurde nicht nur in Standbildern, Historiengemälden und lyrischen Ehrungen verewigt. Am markantesten sind die 160 erhaltenen Bismarcktürme, die von 1899 bis 1911 auf dem Gebiet des damaligen deutschen Staatsgebietes gebaut wurden [2]. Die einst 240 Türme beflaggten wichtige Punkte von Städten und Landschaften in Deutschland, Polen und in der Tschechischen Republik. Nicht nur als Denkmäler im herkömmlichen Sinne geplant, sollten sie zu besonderen Anlässen als weithin sichtbare Feuersäulen fungieren und somit den „Bismarckmythos“ zum Beginn des 20. Jahrhunderts schüren [3].

In der sächsischen Landeshauptstadt findet man vier verschiedene Bismarcktürme [4]: Bekanntester ist wohl jener auf der Räcknitzhöhe im Süden Dresdens. Der Bau des am 23. Juni 1906 eingeweihten Turms, der stilistisch auf den „Standardentwurf“ von Wilhelm Kreis zurückgeht, wurde von damaligen Dresdner Studenten initiiert und mit Spenden der Stadtbevölkerung finanziert. Dieser Entwurf wurde bei 42 dieser Denkmaltürme verwendet, wobei die Kubaturen nie vorgeschrieben waren. Während der ausgehenden Kaiserzeit, der Weimarer Republik, aber speziell während des Dritten Reiches wurde der Turm nicht mehr in seinem eigentlichen Sinn genutzt. Nach der Teilung Deutschlands – man zog sogar seinen Abriss in Erwägung – wurde der Bismarckturm in “Friedensturm” umbenannt [5]. Nach der Wiedervereinigung und der Jahrtausendwende wurde der Turm in miserablem Zustand vorgefunden. Erneut waren es Dresdner Studenten, die 2003 mit der Gründung des „Bismarckturm Dresden e.V.“ den Startschuss für die Rettung und Erhaltung des Bismarckturms gaben. Die Arbeit des Vereins wurde am 30. August 2008 mit der feierlichen Eröffnung des restaurierten Turms für die Öffentlichkeit belohnt [6].

Die 23 m hohe Sandsteinsäule trohnt auf einem quadratischen Standsockel, welcher auf einer kleinen künstlichen Anhöhe sitzt. Nach einem weiteren übermannshohen und gestuften Turmsockel erhebt sich der hohe Turmkörper. Dieser nimmt etwa dreiviertel der Höhe des gesamten Bauwerks ein und spiegelt eine Art überdimensionierten, quadratischen kantonierten Pfeiler wider. An der Ostseite des Turmkörpers befindet sich ein Relief eines Adlers, der von zwei Halbsäulen eingerahmt wird. Kurz vor dem Abschluss des sich verjüngenden Turmkörpers umläuft ein Gesmisband den Bau. Auf dem Turmkörper sitzt der Turmabschluss. Beginnend mit einer konkaven Gebälkzone, schließt dieser Bereich mit einer dreistufigen Kastenarchitektur ab, bei der die dritte und überhöhte Stufe die steinerne Grenze der Aussichtsplattform bildet. Der mit Backsteinen verkleidete Innenraum, der sich aus Turmsockel und -körper zusammensetzt, ist hohl und lässt genug Raum für die Erschließungstreppen. Diese führt die Besucher zur Aussichtsplattform hinauf. Die moderne Stahltreppenkonstruktion setzt einen bewusst genutzten Kontrast zu den Überresten der ehemaligen Treppe, welche man noch heute teilweise sehen kann. Stilistisch könnte man diese Form des Bismarckturms als eine Anlehnung an romanische Festungsarchitektur verstehen. Dieser Effekt wird nicht zuletzt durch das gemischt versetzte, äußere Mauerwerk hervorgerufen [7]. Diese Formensprache schien wohl gut in die romantisierende und heroisierende Mittelaltervorstellung des nationalen Deutschverständnisses zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu passen.

Schließlich auf der Plattform angekommen, erwartet den Besucher ein reizvolles Panorama, das bei gutem Wetter den Blick von der Sächsischen Schweiz über das entfernte Osterzgebirge bis nach Freital lenkt. In Richtung Norden erblickt man das Dresdner Stadtgebiet und man erhält ein Gefühl dafür wie sich Dresden schier unendlich als urbane Masse an der Elbe entlang schlängelt. Bei genauerem Hinsehen kann man zwei weitere Bismarcktürme erspähen. Neben dem Bismarckturm auf den Weinbergen oberhalb von Radebeul, kann man auch den Fichteturm in Dresden-Plauen erblicken.

Erreichen kann man den Bismarckturm über die Südhöhe und die Ludwig-Renn-Allee. Den Eingang findet man auf der Südseite des Turms. Der Eintritt zum Turm und für den Aufstieg ist frei und von Donnerstag bis Sonntag zwischen 10 bis 18 Uhr möglich.

Ein Blick vom Bismarckturm über das abendliche Dresden:

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[1] Zitat entnommen von: www.gedichte-garten.de .
[2] Entnommen von: www.bismarcktuerme.de .
[3] siehe [2] .
[4] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[5] Entnommen von: www.wikipedia.org .
[6] siehe: www.bismarckturm-dresden.de .
[7] Koch, Wilfried: „Baustilkunde”; München 2006.

Thema: Über den Dächern - Dresden, Stadt der Türme, Wissenswertes | Kommentare (1) | Autor: