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Beate Gütschow place(ments)

Samstag, 5. Dezember 2009 11:00

Beate-GütschowEine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden | Kunsthalle im Lipsiusbau, Brühlsche Terrasse | 10. Oktober 2009 bis 17. Januar 2010

place(ments) – Sonderlich vertraut und zugleich bedrückend fern, schier entlehnt aus einer Zweitrealität wirken die Orte und Architekturen in den Bildern und Videoprojektionen Beate Gütschows, welche zurzeit in der Kunsthalle des Lipsiusbaus ausgestellt sind. Dabei handelt es sich bei den gezeigten Werken nicht um Fotografien im herkömmlichen Sinne, denn nichts in den Bildern existiert wirklich.

Die 1970 in Mainz geborene Fotografin bedient sich bei der Gestaltung beziehungsweise der Inszenierung ihrer Bilder der Technik der Bildmontage. Aus zahlreichen selbst angefertigten Aufnahmen, welche sie in minutiöser Arbeit in einer Datenbank zusammengefasst hat, entwirft sie ihre abgebildeten Architekturen und Landschaften und „baut“ diese am Computer zusammen. Dies geschieht in einer solch präzisen Weise, dass dem Betrachter zumeist verborgen bleibt was tatsächlich „echt“ und was frei erfunden ist. So entstehen großformatige, ideale Landschaften und Architekturportraits, die den Betrachter bewusst in vertraute Szenerien und Umgebungen führen.

LS#3Das „Erfinden“ von Bildräumen sowie die Inszenierung von Bildpersonal innerhalb einer Abbildung sind dabei nichts Neues. Die Kunstgeschichte kennt dieses Prinzip vor allem aus den Stilepochen der ausgehenden Renaissance und des Barock. Maler wie Claude Lorrain, Jacques Stella und Nicolas Poussin schufen ihre fiktiven Landschaften und Architekturen frei aus dem Kopf mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft. Anhand von Skizzen, die in der Natur angefertigt und gesammelt wurden, komponierten bzw. montierten die Künstler im Atelier ihre fantastischen aber auch fantasievollen Werke. Exakt dieser Herangehensweise bedient sich auch Beate Gütschow, nur eben mit den Mitteln der modernen Computer- und Bildbearbeitungstechnik. Vergleichbar sind hierfür vor allem die ausgestellten Fotomontagen aus der ersten Serie „LS“ in der die Fotografin ideale Landschaften kreiert und präsentiert. Die gezeigten Landschaften wirken vertraut, so als hätte man diese beim letzten Sonntagsspaziergang selbst durchwandert. Dass es sich dabei nur um eine Illusion handelt spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

S#22Ebenso verhält es sich bei den präsentierten Fotomontagen aus der zweiten Reihe „S“, welche urbane Landschaften und Großstadtarchitektur zeigt. In ihrer analytischen sowie streng geometrischen Umsetzung erinnern diese Architekturportraits an die dokumentarische Ästhetik der „Anonymen Skulpturen“ des Künstler- und Fotografenehepaars Bernd und Hilla Becher. Passender Weise handelt es sich im Gegensatz zu den Fotomontagen der Serie „LS“ um monochrome Aufnahmen. Auch wenn die abgebildeten Gebäude reine Fantasieprodukte sind, erzeugen diese den Eindruck von realen zum Teil tristen Stadtszenerien, die durch verschiedene Bilderpersonalien ergänzt werden. Durch den erhöhten Blickpunkt erschließt sich eine Perspektive, in der sich die abgebildeten Objekte dem Betrachter unmittelbar gegenüberstellen. Durch das Gegenüberstehen verdeutlicht sich die erwähnte Tristes, die die Architekturaufnahmen innehaben. Denn die Gebäude zeigen klare Spuren des Verfalls und weisen so auf ihren verlorenen Nutzen hin. Durch die Montage erreichen diese aufgebrauchten architektonischen „Raumverpackungen“ eine neue Sinnstufe als Kunstwerk und Denkmal ihrer selbst.

Die dritte Reihe „I“ zeigt ein differenziertes Motivrepertoire. Handelt es sich doch hierbei um eine Art Persiflage bekannter Werbe- und Produktfotografie. In das Zentrum der Bilder rücken nun trivial wirkende Gebrauchs- und Alltagsgegenstände, die durch gelungen Lichtsetzung und Positionierung ähnlich wie teure Markenprodukte präsentiert werden. Aber auch bei diesen Bildern kommt die Technik der Montage zum Einsatz. So werden die Arrangements der Objekte zueinander sowie die Hintergründe am Computer zusammengesetzt. Hierdurch wird die werbetechnische Künstlichkeit der Produktfotografie hervorgehoben und förmlich karikiert. Treffender Weise sind die Fotomontagen als Folien auf Lichtkästen angebracht und wirken so wie Leuchtreklame an bekannten Waren- und Kaufhäusern allerorts.

"R1"+"R2"Ein weiterer direkter Vergleich zwischen den Montagetechnik Beate Gütschows und der Kunstgeschichte bilden die beiden gezeigten Videoprojektionen „R#1 + R#2“ aus dem Jahre 2007. Hierbei stellt die Fotografin einen direkten Bezug zu zwei Werken des niederländischen Landschaftsmaler Jacob Izaakszoon van Ruisdael (* um 1628 – 1682) her. Mittels der Montagetechnik stellt Beate Gütschow die zwei Fassungen von „Der Judenfriedhof“ aus den Jahren 1660 (diese erste Fassung des Bildes befindet sich in der Galerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden) und 1672 in bewegten Bildern nach. Jacob Izaakszoon van Ruisdael hatte die jüdischen Gräber auf dem Friedhof Beth Haim in Amsterdam skizziert und diese anschließend in eine fiktive Waldlandschaft mit Ruine als Landschaftsgemälde umgesetzt. Beate Gütschow filmte genau diese Gräber und setzte sie ebenfalls in eine Waldlandschaft mit Ruine. Ergänzt werden die beiden Projektionen durch die Klänge eines kleinen Baches und das Rascheln der Blätter im Wind.

Die Ausstellung in ihrer Auswahl und Hängung zeigt einen gelungen Querschnitt des Œuvres Beate Gütschows und dürfte nicht nur Liebhabern zeitgenössischer Fotografie sondern auch Bildgestaltern sowie allen geneigten Besuchern gefallen.

BILDNACHWEIS:

Bild 1: Beat Gütschow: LS#3; 1999; 116 x 169 cm; C – Print; entnommen von: www.beateguetschow.net.

Bild 2: Beat Gütschow: S#22; 2007; 180 x 267 cm; Light Jet Print entnommen von: www.beateguetschow.net.

Bild 3: Ruisdael, Jacob Izaakszoon van: Der Judenfriedhof; 1655/1660; 84 x 95 cm; Leinwand; Galerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de

Bild 4: Ruisdael, Jacob Izaakszoon van: Der Judenfriedhof; 1660/1670; 141 cm x 182,9 cmLeinwand; The Detroit Institute of Arts Detroit; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de

Bild 5: Gütschow, Beate: R#1; 2007; DV; entnommen von: www.acgebbers.com/Anna- Catharina_Gebbers_|_Bibliothekswohnung/Beate_Guetschow_R1_+_R2.html.

Bild 6: Gütschow, Beate: R#2; 2007; DV; entnommen von: www.acgebbers.com/Anna- Catharina_Gebbers_|_Bibliothekswohnung/Beate_Guetschow_R1_+_R2.html.

Weitere Informationen:

www.beateguetschow.net

www.skd-dresden.de

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Jour Fixe: Fotografie-Workshop “Canaletto-Blicke in Dresden”

Freitag, 18. September 2009 10:21

jour-fixe_fotoworkshop30. September | 14 Uhr | Studiensaal Kupferstich-Kabinett |

“Canaletto-Blicke in Dresden” | Mitglieder Eintritt frei | Gäste 3€

Liebe Junge Freunde,

Während seiner Zeit am sächsischen Hof schuf der venezianische Städtemaler Canaletto eine Reihe großformatiger Dresden-Ansichten. Das Gemälde “Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke” aus dem Jahr 1748 ist sein berühmtestes Bild. Es zählt zugleich zu den bedeutendsten Werken der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Gemäldegalerie Alte Meister.

Um das Kunstwerk auch weiterhin bestaunen zu können, ist eine grundlegende Restaurierung des Bildes nötig. Dafür läuft derzeit die Spendenkampagne “Für Canaletto”, da eine Restaurierung in diesem Falle sehr aufwendig und kostspielig ist.

Passend zur Ausstellung des Kupferstich-Kabinetts “Auf den Flügeln der Markuslöwen. Von Bellotto bis Tiepolo. Venezianische Graphik des 18. Jahrhunderts”, die von Januar bis Mai im Kupferstichkabinett zu sehen war, möchten wir euch beim nächsten Jour Fixe auf die Suche nach eurem eigenen Canaletto-Blick schicken.

Beginnen werden wir unsere kleine Reise im Studiensaal des Kupferstichkabinetts, wo wir uns einige originale Grafiken sowie Fotografien des Künstlers anschauen und erste Ideen sammeln können. Danach kommt der praktische Teil, bei dem sich jeder an einem eigenen Meisterwerk versuchen kann.

Bitte bringt eure Kamera und ein bisschen Zeit mit, damit stünde einem ordentlichen Ergebnis nichts mehr im Wege. Die Fotografien wollen wir im Anschluss auf unserer  Website www.fuer-canaletto.de präsentieren.

Wir freuen uns auf einen kreativen Jour Fixe und hoffen, dass dieser fotografisch im Gedächtnis bleibt!

Euer JUNGE FREUNDE-TEAM

www.freunde-skd.de

www.fuer-canaletto.de

Bild: Belotto, Bernardo (Canaletto):  Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke; Öl/Leinwand; um 1750. Bildnachweis Wilfried Seipel (Hg.): Bernardo Belotto genannt Canaletto. Europäische Veduten (Ausstellungskatalog: Wien, Kunsthistorisches Museum, 16. Mär. – 19. Jun. 2005), Mailand 2005, S. 87.

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Carl Gustav Carus – Natur und Idee

Freitag, 3. Juli 2009 11:07

Carl Gustav Carus - Natur und IdeeWenn man über Carl Gustav Carus sprechen oder schreiben möchte, wird es einem schwer fallen die Attribute geniereich oder universalgelehrt zu vermeiden. Wie kaum einer seiner Zeitgenossen schaffte es Carus innerhalb seines Schaffens die beiden Stiefschwestern Wissenschaft und Kunst zu vereinen und zu einem Höhepunkt zu führen. Carus, der als Mediziner seit 1814 in Dresden tätig war, beschäftigte sich schon früh mit der Malerei und hinterließ ein beachtliches Œuvre, welches seinen romantischen Blick für die Natur und die Dinge in ihr zeigt.[1] Seit dem 26. Juni 2009 kann dieses in den Räumen der Galerie Alte Meister und denen des Kupferstich-Kabinetts Dresden begutachtet werden. Bereits einen Tag eher hatten Mitglieder der K-DD-Redaktion die Gelegenheit die Ausstellung „Carl Gustav Carus – Natur und Idee“, im Rahmen der feierlichen Eröffnung zu besuchen und einen umfassenden Einblick in das Schaffen des homo universalis Carus zu gewinnen.

Den Besucher erwartet ein gelungener Querschnitt durch die zahlreichen Motive und Perspektiven mit denen Carus dem Betrachter unter anderem zu den Küsten Italiens, Rügens und zu den Pillnitzer Elbhängen führt. Den rund 250 Werken von Carus sind zahlreiche Gemälde anderer zeitgenössischer Maler wie Johann Christian Clausen Dahl und vor allem Casper David Friedrich gegenübergestellt[2]. Eine mit Hintergedanken zusammengestellte Auswahl – denn speziell zu Friedrich bestand eine schöpferische und gegenseitig künstlerisch fruchtbare Freundschaft[3]. So wirkt es kaum verwunderlich, dass zahlreiche Gemälde Carus’ eine gewisse Spur des „friedrichschen“ Werks besitzen. Den Darstellungen des aufbrausenden Meeres, welches wenige Momente später ruhend und friedlich scheint, gebührt eine ebenso besondere Stellung wie den sakralen Architekturdarstellungen und romantischen Szenen, die Mensch und Natur in Einklang zeigen. Auch spiegelt sich in zahlreichen Ausstellungsstücken die Begeisterung Carus’ für Lichtreflexion und Wolkenkonstellationen wider. So ist auf manchem Gemälde der sanfte Schein des Mondes zu finden, der zaghaft die auf die nächtliche Küste zuschwebenden Wolkenberge berührt. Zahlreiche medizinische Exponate und Instrumente sowie die mannigfaltigen anatomischen Studien- und Skizzenblätter, die obligatorisch für das Schaffen Carus’ als Arzt sind, runden die Ausstellung ab. Ein lohnenswerter Programmpunkt für jeden Dresdenbesuch und eine grandiose Möglichkeit das Schaffen eines Mannes zu erfahren, der es in gekonnter Manier verstand Körper und Seele seiner Zeitgenossen zu heilen. Fazit: Mehr als sehenswert!

Ausstellung des Kupferstich-Kabinetts und der Galerie Neue Meister in Zusammenarbeit mit der Alten Nationalgalerie Berlin.
Residenzschloss Dresden und Semperbau am Zwinger
26. Juni bis 20. September 2009

Im Rahmen der Eröffnungsfeierlichkeiten wurde der Direktor des Kupferstich-Kabinetts, Prof. Dr. Wolfgang Holler gen Weimar verabschiedet. Die K-DD-Redaktion sowie die Kunstgeschichtsstudierenden der TU Dresden danken Herrn Holler für sein Lehrengagement und seine mitreißende Art. Viel Erfolg und Bis bald.

Weitere Informationen: www.skd-dresden.de

[1] Jansen, Elmar: Carl Gustav Carus; Dresden, 1986.

[2] http://www.skd-dresden.de/de/ausstellungen/aktuell/Carus_Natur_und_Idee.html

[3] Howoldt, Jenns E.: Von Caspar David Friedrich zu Carl Gustav Carus : Landschaftsmalerei zwischen ästhetischer Autonomie und wissenschaftlichem Anspruch; 2002. In: Expedition Kunst – Die Entdeckung der Natur von C.D. Friedrich bis Humboldt; Hamburg, 2002, S. 9 – 17.

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Künstlich? Ist das Kunst?

Dienstag, 28. April 2009 14:34

kuenstlich

Mittwoch, 6. Mai 2009, 19 Uhr, Festung Dresden

Was ist Kunst? Und was ist keine Kunst? Wer entscheidet das? Welche Rolle spielen dabei Galerien, Museen oder  unstmarkt? Ist ein Kunstwerk wertvoller wenn es teurer ist? Wieviel muss es kosten, damit es ein Kunstwerk ist? Und woran bemisst sich überhaupt sein Wert?

Podium:

Dr. Gisbert Porstmann Direktor der Museen der Stadt Dresden
Birgit Dalbajewa Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kustodin Neue Meister
Prof. Monika Brandmeier Hochschule für Bildende Kunst und Stiftung Kunstfonds
Frank Lehmann Galerie Geb. Lehmann
Susan Donath Künstlerin

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Die DiskussionsReihe des Kultur Quartier Dresden


Fragen zur Kultur stellt eine kleine Reihe von Diskussionsveranstaltungen, die das Kultur Quartier Dresden in Mai und Juni 2009 in der Festung Dresden veranstaltet. Was ist Kunst? Was ist keine Kunst? Und wer entscheidet das? Kann man Musik genießen, ohne sie zu verstehen? Und darf Kultur unpolitisch sein? Es sind scheinbar naive Fragen wie diese, die ein Moderator den Gästen auf dem Podium stellt. Künstler, Experten und Journalisten werden versuchen, sie aus ihrer Perspektive zu beantworten. Dabei kann das Publikum sich selbstverständlich auch zu Wort melden.

Veranstaltungsort: Festung Dresden
Termine: immer mittwochs, jeweils 19 Uhr6. Mai 2009 Künstlich? Ist das Kunst?

20. Mai 2009 Parteiisch? Das Verhältnis von Kunst und Politik.

17. Juni 2009 Genießbar? Kann und muss man Musik verstehen?

Moderation: DAS Kulturforum (Antje Huschenbett)

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Weitere Informationen unter: www.kulturquartier-dresden.de

Die Postkarte zur Veranstaltung: Postkarte.pdf

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JUNGE FREUNDE: Rom und Florenz

Freitag, 10. April 2009 18:45

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Liebe Junge Freunde,

es geht auf große Fahrt! Angesteckt vom Frühling, dem blauen Himmel und knospenden Bäumen packt uns das Fernweh nach dem Land, wo die Zitronen blühen: Italien! Im Mai wollen wir mit euch eine Woche nach Florenz und Rom reisen!

Natürlich stehen dabei vor allem Kunst und Kultur der beiden Städte auf dem Programm, aber es wird auch Zeit bleiben, sich die laue Frühsommerbrise um die Nase wehen zu lassen, den einen oder anderen Cappuccino auf der Piazza oder einen Aperitif in einer Bar zu genießen. Und damit wir nicht ratlos in der Stadt oder vor den Skulpturen und Gemälden stehen, fahren wir mit kundigen Begleitern und holen uns in Florenz und Rom Stadtführer und Museumskenner dazu.

Die Reise ist eine Kooperation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Museumspädagogik, und MUSEIS SAXONICIS USUI, Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V..

Das detaillierte Programm wird euch bei Rückmeldung zugeschickt. Damit die Reise tatsächlich stattfinden kann, bitten wir bis zum 17. April um eure verbindliche Rückmeldung, wer mitfährt. Bitte schickt Eure Anmeldung an folgende Adresse: madlen.graf@skd.museum

Wir freuen uns auf die erste gemeinsame Reise – und auf den Frühsommer in Italien!

Eure Madlen und das Team der JUNGEN FREUNDE

Studienfahrt Dresden-Florenz-Rom-Dresden

Wann?

24.-31. Mai 2009

Abfahrt in Dresden am Sonntag, 24.Mai: 19 Uhr, Fahrt über Nacht mit dem Reisebus, Ankunft in Florenz ca. 10 Uhr

Abfahrt in Rom am Samstag, 30.Mai: zwischen 18 und 20 Uhr, Fahrt über Nacht mit dem Reisebus, Ankunft in Dresden ca. 10 Uhr

Wohin?

Vier Tage Florenz und zwei Tage Rom.

Was?

Kennenlernen der beiden Städte, sowie Besuch der weltbekannten Museen. Neben den Klassikern, wie den Uffizien mit Gemälden von Botticelli, Raffael und Co. und dem Palazzo Pitti oder dem Petersdom in Rom, der Galeria Borghese und den Vatikanischen Museen stehen dabei auch echte Geheimtipps auf dem Programm. Auch eine spezielle Stadtführung in Rom steht auf dem Programm. Sara Winkelmann, die unsere Ansprechpartnerin und Koordinatorin und im Zweifelsfall unsere Dolmetscherin vor Ort sein wird und gerade ein Praktikum in Rom macht, wird uns nämlich all ihre Lieblingsorte zeigen, darunter die Casa di Goethe: In den Räumen, in denen Johann Wolfgang von Goethe während seiner Italienreise von 1786 bis 1788 zusammen mit dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und anderen deutschen Künstlern wohnte, befindet sich heute die 1997 gegründete Casa di Goethe, Deutschlands einziges Museum im Ausland. Ebenfalls haben wir Kontakt zur Villa Romana, einem deutschen Künstlerhaus in Florenz, hergestellt, das seine Pforten extra für uns öffnet.

Jeden Tag steht ein anderer kultureller Schwerpunkt auf dem Programm – es gibt aber auch genügend Freizeit für eigenständige Erkundungen.

Damit alles glatt geht und ihr euch nicht so sehr um das Organisatorische kümmern müsst, fahren als Reisebegleiter eine Museumspädagogin, Karina Peschel und  ich, Madlen Graf, vorgesehen – ich mit. Ich mache zur Zeit mein Freiwilliges Kulturelles Jahr bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Was kostet die Reise?

Die Reise (Fahrt, Unterkunft, Frühstück) kostet 570 Euro.

(Wir erhoffen uns im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Florenz eine Förderung über den Städtepartnerschaftsfond, so dass der Beitrag auf eine Summe von 520 Euro sinken könnte.)

Dazu kommen Eintrittsgelder für die Museen und die Führungen in Höhe von ca.65 Euro, diese versuchen wir jedoch, durch direkten Kontakt zu den Museen zu umgehen.

Für Nichtmitglieder der Jungen Freunde kostet  die Fahrt 30 Euro mehr.

Wo übernachten wir?

In Florenz  und auch in Rom werden wir  in einfachen und sauberen Pensionen untergebracht. Es gibt  Zwei- und  Dreibettzimmer.

In Florenz sind wir entweder im Hotel „Columbus“ untergebracht oder im Hotel „Rosina“.

In Rom übernachten wir am Meer im „Country Club“ einer Camping Clubanlage mit Zwei-und Dreimannbungalows.

Wie reisen wir?

Über Nacht mit dem Bus  eines Reiseunternehmens, welches uns auch von Rom nach Florenz bringt.

Wir freuen Uns auf Euch! – Die Jungen Freunde.

www.freunde-skd.de

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Bildnachweise für die Einzelbilder der Titelcollage:
  • Michelangelo Buonarroti: David, Marmor, Florenz/ Galleria dell’ Accademia;  1501 bis 1504; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de .
  • Wittel, Gaspar Adriaensz. van: Ansicht von Florenz, Öl auf Leinwand , 103,5 x 133 cm; Florenz, Palazzo Pitti; 1694; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de .
  • Carl Reichert: Rom, Panorama-Ansicht des Forum Romanum, Aquarell, 56,0 x 168,7 cm; München, Kunsthandel, Daxer & Marschall (2007); 1868; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de .

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JUNGE FREUNDE: Chemnitz

Freitag, 3. April 2009 15:37

Liebe  JUNGE FREUNDE,

mal Lust auf was anderes? Raus aus Dresden, ab nach Chemnitz!

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Wir besuchen den Jungen Freundeskreis der Kunstsammlungen Chemnitz und machen  am 18. April einen kleinen Ausflug in die schöne Nachbarstadt. Dort führt uns Kurator Thomas Friedrich  durch das Museum Gunzenhauser und die Münter-Ausstellung  . Dabei erfahren wir mehr über Geschichte und Architektur des Museums, das eine riesige Sammlung mit Werken klassischer Moderne beherbergt, darunter eine der größten Otto-Dix-Sammlungen weltweit Wir lernen in einer Sonderausstellung die Gemälde, Hinterglasmalereien und Papierarbeiten von Gabriele Münter kennen, die gemeinsam mit Wassily Kandinsky und Franz Marc zum Kreis der expressionistischen Künstlervereinigung „Der Blauer Reiter“ gehörte. Dass man jetzt so viel von ihr in Chemnitz sehen kann, ist ein echtes Highlight!

Freut euch auf einen interessanten Kultur-Samstag, bei dem man sich auch außerhalb der normalen Freundes-Treffen mal kennenlernt – und auch die Chemnitzer „Jungen Freunde“ mal beschnuppern kann.

Auch für Nicht-Mitglieder der JUNGEN FREUNDE!

Wann gehts los?

Treffpunkt: 18. April, 11.30 Uhr, Dresden Hauptbahnhof, Reisezentrum


Wir fahren um 11.55 Uhr am Hauptbahnhof (Gleis 12) in Dresden los und kommen mit dem Regional-Express eine Stunde später in Chemnitz an. In Chemnitz machen wir uns  mit dem Zug um 17.00 Uhr wieder auf den Rückweg, Ankunft in Dresden Hbf 18.02 Uhr.

Programm?

13.30 Uhr beginnt unsere Führung durch das Museum Gunzenhauser und durch die Sonderausstellung „Gabriele Münter“.

Im Anschluss wollen wir uns gern noch in ein gemütliches Café setzen, ein bisschen relaxen, reden und die Eindrücke der Ausstellung etwas sacken lassen. Wer danach noch zu frischen Taten aufgelegt ist, kann natürlich mit uns auf eine kleine Stadtentdeckungs-Tour kommen.

Kosten?

Unschlagbare 10 EURO für Junge Freunde inkl. Fahrt , Führung und Eintrittspreis.  Bezahlung  bar  am Treffpunkt (Nichtmitglieder zzgl. 3 EUR).

Lasst euch unseren ersten Kurztrip nicht entgehen!

Anmeldungen oder Fragen könnt ihr per Email an Nadja.Schmieder@skd.museum senden. Wer mitfahren will, melde sich bitte bis zum 13. April bei Nadja an. Wir freuen uns auf ein Zugabteil voller Junger Freunde…

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Rückblick: „am allerwertesten“ – Ausstellung einer Künstlerinnengruppe

Sonntag, 8. März 2009 18:37

In der vergangenen Woche hat sich das „Institut für wahre Kunst“ der Öffentlichkeit präsentiert. Zu der Künstlerinnengruppe gehören Lysann Németh, Nina Schmidt, Elke Jänicke und Saskia Göldner. „Seit Juni 2008 experimentieren wir mit Puderzucker und Betonmischern, spenden Herzblut und zersägen die Wirklichkeit“, so kündigen sich die vier jungen Frauen in dem zur Ausstellung gehörenden Reader an. Große Worte, die die Besucher auf geheimnisvolle und umweltkritische Arbeiten hoffen ließen.

Podiumsdiskussion

Umrahmt wurde die Ausstellungswoche von verschiedenen Veranstaltungen, die den Kunstinteressierten und meist auch den Künstler selbst auf den Plan riefen. Gut zu beobachten bei der Podiumsdiskussion mit dem Thema Kunst Markt Macht Mythos. Zu dem, neben der Vernissage und Finissage, am besten besuchten Programmpunkt versammelten sich hauptsächlich Künstler aus Dresden und solche, die es gern wären. Die Diskutanten waren Jörg Stübing aus dem Buchladen „Büchers Best“, Matthias Burghardt von der Fakultät für Architektur an der TU Dresden und Jochen Deutsch, der sich als „Universaldilettant“ vorstellte, aber eigentlich in der Galerie „Treibhaus“ tätig ist. Die Moderatorin, die aus Krankheitsgründen fehlte, war tatsächlich ein Verlust. Nach einer ausgedehnten Vorstellungsrunde, die gleichzeitig zur Vorstellung der jeweiligen Thesen genutzt wurde, ging man dazu über wichtige Kunsttheoretiker wild zu zitieren. Jörg Stübing und Matthias Burghardt sahen Walter Benjamin und seine Kunstkategorien, die in dem Essay Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit 1936 erstmals erschienen, als immer noch gültig an. Mit dieser Auffassung zog man sich jedoch den Zorn der zahlreich anwesenden Dresdner Künstler zu. Jochen Deutsch versuchte nun zu vermitteln.

Weiterer Reibungspunkt waren anscheinend die verschiedenen Auffassungen was Kunst überhaupt sei. Nur wahre Kunst könne auf dem Markt bestehen. Diese müsse, wie es die drei Merkmale besagten, „neu, öffentlich und unikat sein“, so Jörg Stübing. Gerechtfertigte Zweifel, diese Dogmen auf die zeitgenössische Kunst zu übertragen, flammten schließlich auch in dem Diskutanten auf. Ihren Höhepunkt erreichte die Diskussion auf die Frage, warum Künstler überhaupt ausstellten. Provokativ konterte Matthias Burghardt: „Ist es auch noch Kunst, wenn man nicht ausstellen würde?“ Dann verstöße man ja gegen eine der drei Dogmen. Berichten nicht schon die Leiden des Jungen Werthers im Ursprung von einem schlummernden Genie, das letztlich an seiner Genialität zu Grunde geht? Im weiteren Verlauf wurde hitzig über den Geniegedanken sowohl in der Literatur, als auch in der Bildenden Kunst debattiert. Auf einen gemeinsamen Nenner kam man jedoch nicht. Kunst ohne den Marktbegriff sei nicht greifbar, hieß es auf der einen und wer sich diesem Betriebssystem verschreibe sei kein wirklicher Künstler, auf der anderen Seite. So blieb der vermeintliche Mythos des Marktes leider ein Rätsel.

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Die Finissage enthüllte schließlich die blinde Versteigerung. Die Künstlerinnen wollten feststellen wie weit die Preisvorstellungen der potentiellen Käufer und der Künstlerinnen auseinander gingen. Tatsächlich lag zwischen dem materiellen Wert für den Betrachter und die Künstlerinnen teilweise ein dreistelliger Betrag.

Saskia Göldner, eine der Künstlerinnen, resümiert: „Die Ausstellungswoche war für das erste Projekt einer jungen Künstlerinnengruppe ein Riesenerfolg. Die Messlatte lag sehr hoch, und wir haben unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Man muss bedenken, dass die meisten Künstlergruppen daher nicht lange zusammen arbeiten, weil sie bei ihren ersten Projekten auseinander brechen.“ Man darf also gespannt sein auf neue Arbeiten der Künstlerinnen. Möglicherweise sogar auf der Dresdner Ostrale, die dieses Jahr wieder im August stattfinden wird.

Weitere Informationen zur Künstlerinnengruppe und den verschiedenen Veranstaltungen unter: www.wahrekunst.com

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artefakt | Artikelaufruf 2009

Dienstag, 17. Februar 2009 16:20

artefakt-artikelaufruf_2009

Liebe KommilitonInnen,

wir suchen für unsere dritte artefakt-Ausgabe wieder Autoren, die ihre wissenschaftlichen Aufsätze und

studentischen Beiträge bei uns einreichen möchten. Das Thema für die wissenschaftlichen Artikel soll dem Bereich der Kunstgeschichte oder angrenzenden Disziplinen entstammen, kann ansonsten aber frei gewählt werden. Ihr könnt beispielsweise eine be sonders gelungene Seminararbeit zu einem Aufsatz umformulieren. Studentische Artikel sollen das Studium der Kunstgeschichte betreffen: Beiträge über eine spannende studentische Initiative, die Praxis der Kunstvermittlung und hochschulpolitische Themen sind sehr willkommen.

Über artefakt

schafft eine Ebene, auf der studentische Ansätze in der Erforschung kunstgeschichtlicher Themen bundesweit und international vorgestellt und diskutiert werden können. Dabei wendet sich artefakt an den Ideenreichtum und den wissenschaftlichen Ehrgeiz eines jeden Studenten. Neben den wissenschaftlichen Artikeln, beinhaltet die Zeitschrift Exkurse zu kunsthistorischen Themen und weitere studentische Beiträge.

Die Redaktion ist für Vorschläge offen, und die Mitgestaltung seitens Studenten angrenzender Disziplinen ist unbedingt erwünscht. Weniger Fakten als vielmehr Fragestellungen und neue kreative Ansätze, die der

Kunstgeschichte von heute vielleicht eine neue Richtung weisen könnten, stehen im Mittelpunkt. Fragen?

Einsendung der Artikel an: info@artefakt-sz.net

Weitere Informationen und Formalia: www.artefakt-sz.net/zeitschrift/artikel.html

Einsendeschluss für die dritte Ausgabe ist der 12. April 2009

Thema: Wissenswertes | Kommentare (0) | Autor:

artefakt #2 erscheint im Februar 2009

Montag, 16. Februar 2009 11:49

artefakt-1-2009Heidelberg (12.02.2009): Anfang Februar erscheint die zweite Ausgabe der artefakt – Studentische Zeitschrift für Kunstgeschichte. Sie enthält zum einen die sieben interessantesten und fundiertesten wissenschaftlichen Artikel, die die Redaktion aus knapp 40 Einsendungen von Studierenden der Kunstgeschichte aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Belgien ausgewählt und mit dem wissenschaftlichen Beirat abgestimmt hat. Thematisch geht es unter anderem um die Totenmaske als Gegenstand der Kunstgeschichte (Moritz Siebert, Tübingen), um biographische Aspekte im kunstwissenschaftlichen Diskurs (Dagmar Weidinger, Wien) und um die konstruierte „neue Realismusdebatte” (Conny Becker, HU Berlin). Zum anderen wartet die Redaktion im studentischen Teil der Zeitschrift mit neuen Rubriken auf. Zu der Präsentation einer Studentischen Initiative, der Kolumne UNIversum und dem Themenblock Studiengebühren kommen die Interviewreihe „Kunsthistoriker im Beruf”, das Porträt eines Nachwuchskünstlers von der Akademie (Selene States, Karlsruhe) und Tipps und Tricks die Kunstvermittlung betreffend hinzu. artefakt konnte zudem den renommierten Künstler Walid Raad (Atlas Group) für ein Interview gewinnen. Die zweite Ausgabe steht ab 12. Februar online zum kostenlosen Download unter www.artefakt-sz.net zur Verfügung. Ab sofort können Beiträge für die dritte Ausgabe eingesendet werden (Einsendeschluss: 12. April 2009).

artefakt – Studentische Zeitschrift für Kunstgeschichte schafft eine Ebene, auf der studentische Ansätze in der Erforschung kunstgeschichtlicher Themen bundesweit und international vorgestellt und diskutiert werden können. Dabei wendet sich artefakt an den Ideenreichtum und den wissenschaftlichen Ehrgeiz eines jeden Studenten. Neben den wissenschaftlichen Artikeln, beinhaltet die Zeitschrift Exkurse zu kunsthistorischen

Themen und weitere studentische Beiträge. Die Redaktion ist für Vorschläge offen, und die Mitgestaltung seitens Studenten angrenzender Disziplinen ist unbedingt erwünscht. Weniger Fakten als vielmehr Fragestellungen und neue kreative Ansätze, die der Kunstgeschichte von heute vielleicht eine neue Richtung weisen könnten, stehen im Mittelpunkt.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Sabine Kossmann und Anika Meier:

E-MAIL:

sabine.kossmann@artefakt-sz.net

anika.meier@artefakt-sz.net

INTERNET:

www.artefakt-sz.net

BEZUG:

www.artefakt-sz.net/zeitschrift/2008-1.html

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Hannes Broecker „42 Tage unter Tage. Die Kopf-Knie-Stellung“ | Jan Brokof „Gehäuse“

Dienstag, 20. Januar 2009 19:25

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Die „galerie baer – raum für aktuelle kunst” zeigt noch bis zum 27. Februar 2009 in einer Doppelausstellung von Hannes Broecker und Jan Brokof neue Arbeiten der Künstler.

Betritt man den Galerieraum, versperrt ein scheinbar auf dem Galerietresen abgelegter, neun Meter langer monumentaler Betonträger den Weg in die Ausstellung „42 Tage unter Tage. Die Kopf-Knie-Stellung”. Der Galerieraum gleicht einer Unterführung, einem Schacht, einer Höhle. Ohne Tageslicht, die Fensterfront ist mit Bretterverschlägen zugenagelt. Nicht nur der Betonträger dividiert den Raum optisch. Auch die Wand ist geteilt, oben schwarz, der Sockel zeigt sich mit verschiedenen farblichen Mustern, Formen und Symbolen in Graffitimanier ausgeführt.

Hannes Broecker arbeitet meist installativ raumgreifend, intervenierend. Er ordnet und zerstört. Ein heller, intakter Büroraum verwandelt sich in eine Baustelle, ist als Office aber weiterhin funktionsfähig. Der Künstler transformiert urbane Erfahrungen, Zeichen, Symbole mit der rebellischen Geste der Straßenkunst in den Innenraum. Farblich und in der Form komprimiert, mit Synonymen, Symbolen und Fragmenten behandelt, stellt der Künstler ein Umfeld dar, das, einmal von jeglicher Funktion entbunden, alle vorherrschenden Regeln verliert.

In „Gehäuse” bildet Jan Brokof einen Raum für Situationen und Szenen, wobei sich einige Elemente in verschiedenen Kontexten wiederholen. Er entwickelt aus früheren Arbeiten gewonnene Ansätze weiter, konzentriert sich auf bestimmte formale Aspekte und ein Formenvokabular, das rhythmisiert sowohl in Installationen als auch in Holzschnitten oder Papiercollagen eingesetzt wird. Die Collagen führen Jan Brokof zu einem von ihm angestrebten Arbeitsprozess, der ohne Zwischenschritte ausführbar ist.

Die Arbeit Melodie und Rhythmus, eine Sammlung von Zeichnungen, Collagen und Tuschen, wirkt wie ein Einblick in das Skizzenbuch des Künstlers. Tatsächlich war das Aufzeigen von Spontaneität und Schnelligkeit einer der Intentionen von Jan Brokof. Jede der Arbeiten kann als Sinneinheit einzeln oder in einem anderen Kontext stehen.

Bei der Holzschnittinstallation Problemviertel arbeitete Jan Brokof reduziert mit abstrakten Elementen, aber auch mit Figuration und Narration, ohne den Charakter einer geplant herbeigeführten Geschichte zu übernehmen. Mit seinen Motiven begibt sich Brokof auf eine neue Ebene in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Alltag, gelöster von einem stark an den persönlichen Inhalt angelehnten Sujet.

Weitere Informationen unter: www.galerie-baer.de

galerie baer
raum für aktuelle kunst

Louisenstr. 72

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