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JOURS FIXES 1 / 2010 jeden letzten Mittwoch im Monat, immer um 19 Uhr

Mittwoch, 17. März 2010 11:33


31. März

TÜRCKISCHE CAMMER – OSMANISCHE SCHÄTZE

>> mit Prof Dr. Dirk Syndram und Güven Gynaltay Residenzschloss, Treffpunkt Eingang Sophienstraße

28. April

FÜRSTENGALERIE UND ENGLISCHE TREPPE

>> mit Dr. Martina Minning und Sabine Bendfeldt Residenzschloss, Treffpunkt Eingang Sophienstraße

26. Mai

ZUKUNFT SEIT 1560 – VON DER RÜSTKAMMER ZU DEN STAATLICHEN KUNSTSAMMLUNGEN

>> mit Konstanze Krüger Residenzschloss, Treffpunkt Eingang Sophienstraße

30. Juni

ABWESENHEITSNOTIZEN FOTOGRAFIEN VON ANJA BOHNHOF & KAREN WEINERT

>> mit Karen Weinert undDr. Agnes Matthias Hegenbarth-Archiv, Calberlastraße 2

Für JUNGE FREUNDE kostenlos, für Gäste 3 Euro

>> Postkartenflyer

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Die JUNGEN FREUNDE entdecken gemeinsam Museen und Ausstellungen, besuchen Künstler und Galerien und feiern zusammen bei Kunst und Musik. Sie haben freien Eintritt in alle zwölf Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und deren Sonderausstellungen und sind

kostenlos bei allen Jour Fixes dabei -

bis 35 Jahre für nur 24 Euro im Jahr!

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Thema: Ausstellungen, Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Veranstaltungstipps, Wissenswertes | Kommentare (0) | Autor:

Jour Fixe JUNGE FREUNDE: Türckische Cammer

Montag, 8. März 2010 14:50

31. März 2010 | 19 Uhr | Kuratorenführung + Hintergrundgespräch | Treffpunkt: Residenzschloss, Eingang Sophienstraße
freier Eintritt | Gäste 3€

Liebe JUNGE FREUNDE,

erlebt mit uns eine orientalische Vollmondnacht! Die Eröffnung der Türckischen Cammer am letzten Samstag als ein Teil der Rüstkammer im Dresdner Residenzschloss ist ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Schon im 16. Jahrhundert haben die sächsischen Kurfürsten gezielt Objekte osmanischer Herkunft gesammelt. Nachdem die Stücke nun fast 70 Jahre im Depot weilten, freuen wir uns jetzt, diese exotischen Stücke vereint auf 750 m² zu bewundern. Das Herzstück der neuen Dauerausstellung ist das große osmanische Staatszelt, welches aufwändig restauriert worden ist. Mit seinen 20 x 6 x 8 Metern spannt es sich wie ein zweiter Himmel über den Besucher.

Dr. Dirk Syndram, Direktor der Rüstkammer und des Grünen Gewölbes zeigt uns kunstvolle Gewänder, Panzerhemden und ganz besondere Reitzeuge. Unser türkischer Mitarbeiter Güven Gynaltay erzählt uns interessante Hintergrundinfos zur Organisation der Ausstellung, der deutsch-türkischen Zusammenarbeit und seinem ganz persönlichen „Kültüraustausch“.

Lasst Euch diesen interkulturellen Abend nicht entgehen!

Britta Sommermeyer und das Team der JUNGEN FREUNDE

Weitere Infos unter:

www.freunde-skd.de

www.skd-dresden.de


Thema: Ausstellungen, Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Veranstaltungstipps, Wissenswertes | Kommentare (0) | Autor:

Die Künstliche Ruine oberhalb des Friedrichsgrunds in Pillnitz von Johann Daniel Schade

Montag, 12. Oktober 2009 11:56

Künstliche Ruine in Dresden/ Pillnitz„Trotze noch, gesucht, bewundert,
Jedem Sturme manchs Jahrhundert,
Wildenstein der alten Zeit!
Liegt ein Theil von mir in Trümmern,
Seh ich klar die Deutung schimmern:
Gegenwart! – Vergangenheit! – “
[1]

Die Worte des anonymen Dichters aus dem Kreis der 1790 neu gegründeten Wilden- steiner Ritterschaft fassen den romantisch erfüllten Geist der Zeitgenossen sowie das damalige idealisierte Mittelalterbild auf lyrische Weise zusammen. Die Rückbesinnung auf die Ideale und die Moral des längst vergangenen Zeitalters der Ritter und Burgen erfüllte nicht nur die Geisteswelt des ausgehenden 18. Jahrhunderts, sondern auch diverse Strömungen in der Literatur sowie innerhalb der bildenden Künste[2]. Die Begeisterung für das vergangene Mittelalter spiegelte sich vor allem in der Architektur an der Schwelle zum 19. Jahrhundert wider[3]. Der aus dem englischen Empire stammende und später als Neugotik bezeichnete Stil benennt diese Strömung innerhalb der Architektur treffend[4]. Die neu entdeckten Bauformen des Mittelalters fanden jedoch nicht nur in den sakralen Großarchitekturen der Zeit ihre Verwendung, sondern auch in der Gestaltung von profanen Repräsentationsgebäuden sowie Verwaltungs- und Wohnbauten[5]. Eine Sonderform innerhalb des repräsentativen neugotischen Bauens, speziell im deutschsprachigen Raum, nehmen dabei die als künstliche Ruinen errichteten Zierarchitekturen der neuen Parkanlagen und Landschaftsgärten ein.

Was ist eigentlich eine künstliche Ruine und welchem Zweck dienten solche Bauten?

Grundsätzlich ist zu sagen, dass es sich bei künstlichen Ruinen um eine Form von Zweckbauten zum Ausstaffieren, also zum Schmücken einer Garten- bzw. Parkanlage vornehmlich im späten 18. Jahrhundert handelt. Es ist bekannt, dass bereits in der Antike herrschaftliche Gärten mittels kleinerer Staffagebauten ausgestattet waren. Die Fortsetzung dieser Ausstaffierung findet sich in den Gärten der Renaissance und des Barocks. In der Gartengestaltung dieser drei Stilepochen sieht Zimmermann eine „Geste militanter Naturbeherrschung (…)“ die sich in diesen Bauten „auf demonstrative Weise architektonisch verwirklicht (…)“ hat[6]. Mit der Überwindung des Barocks, welche sich ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts vollzog, wandte sich auch die Theorie der Gartenkunst vom Prinzip der Naturbeherrschung durch den Menschen ab. Die Natürlichkeit der Landschaft galt nun als höchstes Credo der neuen, aus England stammenden Gartenkunst[7]. Zugleich vollzog sich auch ein Formenwandel innerhalb der Gestaltung der Staffagebauten. Waren es einst noch aufwendige Wasserspiele und prunkvolle, dem jeweiligen Geschmack entsprechende Pavillons, errichtete man nun „einstürzende Architekturen“[8] innerhalb der herrschaftlichen Landschaftsgärten. Die Anzahl der Ruinenarchitekturen ist ebenso mannigfaltig wie die diversen Formen, die solchen Bauwerken durch ihre Erbauer gegeben wurden. So konnten künstliche Ruinen unter anderem stimmungsvolle Imitationen von antiken Tempeln, Grotten, Grab- bzw. Denkmälern oder sogar von Brücken und Aquädukten sein[9]. Es ist jedoch zu beachten, dass künstliche Ruinen nie zusammenhangslos errichtet, sondern stets im Bezug zur Landschaft, des Gartens bzw. des Parks inszeniert wurden. Die Hauptfunktion der künstlichen Ruinen lag darin, dass diese ihrem zumeist fürstlichen Besucher den geeigneten Platz für das einsame Sinnieren über die Vergänglichkeit des Menschen und seiner Werke boten[10]. Wie trefflich schien für diesen Zweck ein Bauwerk, welches bewusst das Stadium des Verfalls aufzeigt und dokumentiert. Zudem galt diese Einsamkeit am verfallenen Ort, fern der Gesellschaft des Hofes, dem aufgeklärten Fürsten als Refugium und Quelle der „wahren Weisheit“ und Erholung[11]. Ganz ähnliche Motive dürften auch zur Errichtung der künstlichen Ruine in Pillnitz geführt haben. Bei der Betrachtung des Pillnitzer Exemplars ist die Tatsache, dass es sich um das idealisierte Bild einer verfallenen hochmittelalterlichen Burg handelt für die weitere Betrachtung unerlässlich.

Die künstlichen gotischen Ruinen nehmen eine Sonderstellung innerhalb der Ruinenarchitektur in den englischen Landschaftsgärten des ausgehenden 18. Jahrhunderts ein[12]. Schon die Zeitgenossen sahen in dieser Form der künstlichen Ruine das ideale architektonische Pendant zum Landschaftsgarten. So rühmte 1792 der preußische Forstrat Carl Willhelm Hennert[13] den gotischen Stil mit den Worten: „Die gothischen Werke der Baukunst haben für unsere deutschen Gärten ungemein viel Gefälliges, und es scheinet, daß fast keine Bauart sich so leicht mit den verschiedenen Gartenscenen verbinden lasse, als die gothische.“[14] Der unterschwänglich benannte Zusammenhang zwischen Nationalgedanken und künstlichen Ruinen, der bei Hennert zu bemerken ist, wird bereits durch den Gartenbauer Johann Wilhelm Beyer[15] 1784 angeführt: „Wollte man aber etwas Nationales von einem Ruin in seinem Garten aufstellen so wäre ein Theil von einem gothischen Tempel (…) sehr geschickt dazu.“[16] Der Nationalgedanke lässt sich laut Zimmermann durch das patriotische Geschichtsbild des deutschen Humanismus erklären[17]. Retrospektivisch sah Erwin Panofsky 1930 ebenfalls eine untrennbare Verbindung zwischen den englischen Landschaftsgärten und den gotischen Ruinen und fasste treffend zusammen: „Die Gotik galt ja von Anbeginn, d.h. seit dem Einsetzen einer kunsttheoretischen Reflexion über den Unterschied zwischen antiker, mittelalterlicher und neuerer Baukunst, nicht nur als ‚regelloser’, sondern auch als ein spezifisch ‚naturhafter’ Stil: als eine aus der Nachahmung lebender Bäume entstandene Bauweise (…).“[18]

Eine weitere wichtige Instanz innerhalb der Betrachtung der künstlichen gotischen Ruinen ist das Mittelalterbild des ausgehenden 18. und des beginnenden 19. Jahrhunderts. Sicherlich gab es kein einheitliches Mittelalterbild, jedoch waren die diversen Anschauungen zumeist von der Begeisterung für die „untergegangene Welt des Mittelalters“ erfüllt[19]. Auch wenn man sich vom Grauen, das dieses Zeitalter charakterisierte abwandte, so sehnte man sich doch stets nach der moralischen Ritterlichkeit und der musischen Kraft, die man inmitten dieser dunklen Jahrhunderte zu erkennen glaubte[20]. Die Mittler zwischen dem vergangenen Mittelalter und dem ausgehenden 18. Jahrhundert fand man in den echten mittelalterlichen Burgen und Ruinen. So fasste der Dichter Carl Philipp Conz[21] sinngemäß zusammen: „Es sind vermischte Gefühle von Wehmut, Schauer und Freude, mit welchen wir an den häufigen Ruinen alter zerstörter Raub- und Ritterschlösser vorübergehen.“[22] Die Affinität zwischen dem damaligen Mittelalterbild und den gotischen Ruinen definiert Hennert in seinem „Beytrag zur Forstwissenschaft und Gartenkunst“ so: „(…) Sie sind also auch für den biedern Deutschen interessant, weil er das Bild der ehemaligen Sitten seiner Vorfahren in dem gothischen Styl findet.“[23]

Der Vorzug gotischer vor antiken Ruinen begründet sich in der Feststellung, dass die antiken Ruinen stets an dem „Triumph der Barbarey über den Geschmack“ während des Untergangs der antiken Welt erinnern würden[24]. Hinzu kommt, dass in den Gebieten Nordeuropas solcherlei gotische Bauten einstmals, im Gegensatz zu den antiken Bauten, existierten und man so tatsächlich Dagewesenes, wenn auch künstlich, rekonstruierte[25]. Die umfangreiche Diskussion der Zeitgenossen wurde von einem, um es mit einem neu-deutschen Begriff zu benennen, außerordentlichen Bauboom ab der Mitte der 1780er Jahre begleitet[26]. Das imposanteste Beispiel stellte hierbei die in ihren Ausmaßen riesige künstliche Burganlage der Löwenburg in Kassel dar[27]. Der Bau der künstlichen Ruine oberhalb des Friedrichsgrunds in Pillnitz fällt ebenfalls genau in diesen Boom hinein. Als besonderen Effekt der Pillnitzer Ruine sieht Zimmermann die gegenseitige Wirkung zwischen dem „gotischen“ Gemäuer und dem barocken Schloss Pillnitz. So kann die Ruine auf dem Hang als bewusst inszenierter „Komplementärbau des modernen Schlosses wahrgenommen werden.”[28] Die über dem Schloss thronende Ruine besitzt zudem den Charakter und die Funktion eines Denkmals für das Mittelalter selbst sowie das Mittelalterbild der Zeit welches der gesamten Anlage die Authentizität einer ehemals an dieser Stelle existenten Ritterburg impliziert[29]. Diesbezüglich wird in der Beschreibung der Baugeschichte der künstlichen Ruine verstärkt einzugehen sein.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass es sich bei künstlichen Ruinen und speziell bei denen, welche mittelalterliche Bauwerke fingieren um, wie Reinhard Zimmermann es treffend ausdrückt, „fiktive Spolien zur Erzeugung einer idealisierten Vergangenheit“ handelt[30]. Jedoch sind diese Bauwerke nie zusammenhangslos errichtete und auf den Landschaftsgarten beschränkte Szenenbilder, sondern sind immer auch Träger von Gefühlen wie Melancholie, Traditionsbewusstsein und den moralischen Vorstellungen des Erbauers und seiner Zeit.

Was ist der Friedrichsgrund und wo befindet sich die künstliche Ruine?

Luftbild des Pillnitzer Gebiets (c)googleDer Meixgrund, welcher nach dem sächsischen Kurfürsten und späteren König Friedrich August[31] in Friedrichsgrund[32] umbenannt wurde, befindet sich circa 13 Kilometer vom Dresdner Stadtzentrum, nahe der nord-östlichen Grenze des Stadtteils Pillnitz entfernt. Entlang des Meixbaches, unweit des Pillnitzer Ortkerns zwischen den Auslegern der Borsberghänge und des Pillnitzer Schlossbergs, fügt sich der Friedrichsgrund entlang der schroffen Hänge der Bachsohle in die Tallandschaft der Reitzendorfer Flur ein.

Die dicht bewaldeten Hänge, welche stark von Felsbändern aus Sandstein durchzogen sind, spiegeln eine ähnliche Landschaftssituation wider, wie sie in zahlreichen Mittelgebirgen Zentral- und Nordeuropas zu finden ist. Es sind nicht zuletzt diese Natürlichkeit und die Ruhe des Ortes, die seit jeher Besucher und Wanderer aus Nah und Fern anlocken. So schlängelt sich entlang des Meixbaches in nord-östlicher Ausrichtung ein Wanderpfad, welcher den Bach an mehreren Stellen kreuzt und dort mit kleinen steinernen Brücken überspannt. Dieser Wanderpfad führt, am Ende des Tals angekommen, zur Meixmühle und endet vorerst, wenige hundert Meter weiter südlich auf dem Borsberg. Auf dem Borsberg angekommen, wird der Wanderer mit einem schier endlos scheinenden Blick über das Elbtal bis hin zum Elbsandsteingebirge belohnt. Einem Blick, der nicht nur die Schönheiten und die Größe der Natur offenbart, sondern auch die Gedanken in die lange und bewegte Vergangenheit der Landschaft entführt.

Die Geschichte des Friedrichsgrunds sowie die der künstlichen Ruine lassen sich ebenso wenig voneinander trennen, wie von der des Pillnitzer Schlosses. Daher ist es für das Thema dieses Aufsatzes unerlässlich die Vergangenheit des Pillnitzer Gebiets und des Schlosses, zumindest partiell in die Vorbetrachtungen mit einzubeziehen.

Die Besiedlungsgeschichte des Pillnitzer Gebiets lässt sich anhand von Keramikfunden, welche bei archäologischen Ausgrabungen auf der als „Kanapee“ bezeichneten Bergzunge gemacht worden, bis in die Bronzezeit zurückverfolgen[33]. Man geht davon aus, dass sich im genannten Bereich eine bronzezeitliche Wohn- bzw. Befestigungsanlage befunden haben muss[34]. Als sich während des 6. Jahrhunderts n. Chr. die Landnahme im Elbtal durch slawische Stammesgruppen vollzog, übernahmen diese, wie Hans-Günther Hartmann schlussfolgert, die bronzezeitlichen Anlagen und bauten diese zu einer Wallanlage um und erweiterten diese um einen weiteren Wall auf dem Schlossberg[35]. Reste dieser Wallanlagen lassen sich noch heute auf dem Gebiet zwischen dem Friedrichs- und Vogelgrund erkennen. Diese Wallanlage bot einer slawischen Siedlung Schutz, welche als Vorgängersiedlung des Ortes Pillnitz gilt[36]. An diese ehemalige Siedlung und ihren slawischen Ursprung erinnert heute außer der Endung des Ortsnamens „-nitz“ nichts mehr[37]. Der Grund hierfür liegt in der Errichtung und Erweiterung des Schlosses sowie des Parks zu Beginn des 18. Jahrhunderts, die sämtliche sichtbaren Spuren der alten Siedlung zerstörte. Einen weiteren Grund dafür, dass von der slawischen Ur-Siedlung keine Reste mehr zu finden bzw. zu erkennen sind, sieht Hans-Günther Hartmann in der Ostexpansion des Heiligen Römischen Reiches, welche den Bereich des heutigen Pillnitz wohl in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erreicht haben dürfte[38]. Es ist höchstwahrscheinlich, dass die neuen Herren aus dem Reich die alte slawische Wallanlage nahe dem späteren Friedrichsgrund für ihre Zwecke weiternutzten und erweiterten. Diese Praxis der Weiternutzung ehemals slawischer Siedlungen und Anlagen war für die Siedlungspolitik der „Altdeutschen“, speziell im sächsischen Elbtal[39] nahezu programmatisch. So findet man ein ähnliches „Nutzungsprinzip“ in der Geschichte des Dresdner Stadtteils Briesnitz, dessen Ursprünge sich ebenfalls in einer slawischen Ur-Siedlung und Wallanlage begründen[40]. In den folgenden zwei Jahrhunderten war das Gau Nisane, wie das Gebiet süd-westlich des sich entwickelnden Dresden genannt wurde, und somit auch das Gebiet um Pillnitz im Besitz des Adelsgeschlechts Dohna[41].  Ein jähes Ende fand die dohnaische Vormachtsstellung in diesem Gebiet durch die als Dohnaische Fehde bekannte Auseinandersetzung die seit 1385 zwischen dem Adelsgeschlecht und dem Meißner Markgrafen Wilhelm I. tobte[42]. In der Vertreibung des dohnaischen Adelsgeschlechts als unmittelbare Folge der 1402 beendeten Fehde änderten sich auch die Machtverhältnisse in und um Pillnitz[43].

In einer Schenkurkunde übertrug Markgraf Wilhelm I. der Familie Karras das Dorf Pillnitz und dessen unmittelbare Umgebung als „Leibgedinge“[44]. In dieser Schenkurkunde vom 5. August 1403 wird der Meix- bzw. Friedrichsgrund erstmals als „Vallis Michcz“ erwähnt[45]. Des Weiteren finden in dieser Schenkurkunde auch die Meixmühle sowie zwei Gutshöfe, ein Ober- und ein Niederhof, ihre erstmalige Erwähnung. Ebenfalls waren mit diesen beiden Höfen, so Hans-Günther Hartmann, zwei burgähnliche Herrensitze verbunden[46]. Dabei wurde ähnlich wie bei den Gutshöfen nach einem oberen und unteren Herrensitz unterschieden. Den oberen dieser beiden Herrensitze verortet Hartmann auf dem Schlossberg. An genau der Stelle wo sich seit 1785 die künstlich Ruine erhebt[47]. Diese Vermutung findet ihre Berechtigung in der Annahme, dass die ehemalige slawische Wallanlage, die zwischen dem Vogel- und Friedrichsgrund lag und später bis zum Schlossberg erweitert wurde, während und nach der Ostexpansion des Heiligen Römischen Reiches weitergenutzt wurde[48]. Ein Beweis für diesen oberen, auf dem Schlossberg gelegenen burgähnlichen Herrensitz findet sich auf einem Vermessungsblatt von Matthias Oeder[49] um 1600. Auf diesem Vermessungsblatt ist auf dem Schlossberg eine Markierung zu finden die mit „Das alte schloß“ überschrieben wurde[50]. Im Gegensatz zu dem zweiten unteren burgähnlichen Herrensitz, der sich unterhalb des Schlossbergs befand und später in den Vorgänger des heutigen Pillnitzer Schlosses überging, finden sich für den oberen Herrensitz keine Bild- bzw. Textquellen. Die Annahme, dass der Platz auf dem man die spätere künstliche Ruine errichtete nicht nur aus Gründen der gelungenen Inszenierung gewählt wurde, erscheint hier zutreffend. Der bewusst hergestellte historisierende Zusammenhang zu dem ehemaligen oberen burgähnlichen Herrensitz an gleicher Stelle unterstreicht diese Annahme.

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Jour Fixe: Fotografie-Workshop “Canaletto-Blicke in Dresden”

Freitag, 18. September 2009 10:21

jour-fixe_fotoworkshop30. September | 14 Uhr | Studiensaal Kupferstich-Kabinett |

“Canaletto-Blicke in Dresden” | Mitglieder Eintritt frei | Gäste 3€

Liebe Junge Freunde,

Während seiner Zeit am sächsischen Hof schuf der venezianische Städtemaler Canaletto eine Reihe großformatiger Dresden-Ansichten. Das Gemälde “Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke” aus dem Jahr 1748 ist sein berühmtestes Bild. Es zählt zugleich zu den bedeutendsten Werken der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden in der Gemäldegalerie Alte Meister.

Um das Kunstwerk auch weiterhin bestaunen zu können, ist eine grundlegende Restaurierung des Bildes nötig. Dafür läuft derzeit die Spendenkampagne “Für Canaletto”, da eine Restaurierung in diesem Falle sehr aufwendig und kostspielig ist.

Passend zur Ausstellung des Kupferstich-Kabinetts “Auf den Flügeln der Markuslöwen. Von Bellotto bis Tiepolo. Venezianische Graphik des 18. Jahrhunderts”, die von Januar bis Mai im Kupferstichkabinett zu sehen war, möchten wir euch beim nächsten Jour Fixe auf die Suche nach eurem eigenen Canaletto-Blick schicken.

Beginnen werden wir unsere kleine Reise im Studiensaal des Kupferstichkabinetts, wo wir uns einige originale Grafiken sowie Fotografien des Künstlers anschauen und erste Ideen sammeln können. Danach kommt der praktische Teil, bei dem sich jeder an einem eigenen Meisterwerk versuchen kann.

Bitte bringt eure Kamera und ein bisschen Zeit mit, damit stünde einem ordentlichen Ergebnis nichts mehr im Wege. Die Fotografien wollen wir im Anschluss auf unserer  Website www.fuer-canaletto.de präsentieren.

Wir freuen uns auf einen kreativen Jour Fixe und hoffen, dass dieser fotografisch im Gedächtnis bleibt!

Euer JUNGE FREUNDE-TEAM

www.freunde-skd.de

www.fuer-canaletto.de

Bild: Belotto, Bernardo (Canaletto):  Dresden vom rechten Elbufer unterhalb der Augustusbrücke; Öl/Leinwand; um 1750. Bildnachweis Wilfried Seipel (Hg.): Bernardo Belotto genannt Canaletto. Europäische Veduten (Ausstellungskatalog: Wien, Kunsthistorisches Museum, 16. Mär. – 19. Jun. 2005), Mailand 2005, S. 87.

Thema: Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Wissenswertes | Kommentare (0) | Autor:

JUNGE FREUNDE: Rom und Florenz

Freitag, 10. April 2009 18:45

jungefreunde_rom_florenz

Liebe Junge Freunde,

es geht auf große Fahrt! Angesteckt vom Frühling, dem blauen Himmel und knospenden Bäumen packt uns das Fernweh nach dem Land, wo die Zitronen blühen: Italien! Im Mai wollen wir mit euch eine Woche nach Florenz und Rom reisen!

Natürlich stehen dabei vor allem Kunst und Kultur der beiden Städte auf dem Programm, aber es wird auch Zeit bleiben, sich die laue Frühsommerbrise um die Nase wehen zu lassen, den einen oder anderen Cappuccino auf der Piazza oder einen Aperitif in einer Bar zu genießen. Und damit wir nicht ratlos in der Stadt oder vor den Skulpturen und Gemälden stehen, fahren wir mit kundigen Begleitern und holen uns in Florenz und Rom Stadtführer und Museumskenner dazu.

Die Reise ist eine Kooperation der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Museumspädagogik, und MUSEIS SAXONICIS USUI, Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e. V..

Das detaillierte Programm wird euch bei Rückmeldung zugeschickt. Damit die Reise tatsächlich stattfinden kann, bitten wir bis zum 17. April um eure verbindliche Rückmeldung, wer mitfährt. Bitte schickt Eure Anmeldung an folgende Adresse: madlen.graf@skd.museum

Wir freuen uns auf die erste gemeinsame Reise – und auf den Frühsommer in Italien!

Eure Madlen und das Team der JUNGEN FREUNDE

Studienfahrt Dresden-Florenz-Rom-Dresden

Wann?

24.-31. Mai 2009

Abfahrt in Dresden am Sonntag, 24.Mai: 19 Uhr, Fahrt über Nacht mit dem Reisebus, Ankunft in Florenz ca. 10 Uhr

Abfahrt in Rom am Samstag, 30.Mai: zwischen 18 und 20 Uhr, Fahrt über Nacht mit dem Reisebus, Ankunft in Dresden ca. 10 Uhr

Wohin?

Vier Tage Florenz und zwei Tage Rom.

Was?

Kennenlernen der beiden Städte, sowie Besuch der weltbekannten Museen. Neben den Klassikern, wie den Uffizien mit Gemälden von Botticelli, Raffael und Co. und dem Palazzo Pitti oder dem Petersdom in Rom, der Galeria Borghese und den Vatikanischen Museen stehen dabei auch echte Geheimtipps auf dem Programm. Auch eine spezielle Stadtführung in Rom steht auf dem Programm. Sara Winkelmann, die unsere Ansprechpartnerin und Koordinatorin und im Zweifelsfall unsere Dolmetscherin vor Ort sein wird und gerade ein Praktikum in Rom macht, wird uns nämlich all ihre Lieblingsorte zeigen, darunter die Casa di Goethe: In den Räumen, in denen Johann Wolfgang von Goethe während seiner Italienreise von 1786 bis 1788 zusammen mit dem Maler Johann Heinrich Wilhelm Tischbein und anderen deutschen Künstlern wohnte, befindet sich heute die 1997 gegründete Casa di Goethe, Deutschlands einziges Museum im Ausland. Ebenfalls haben wir Kontakt zur Villa Romana, einem deutschen Künstlerhaus in Florenz, hergestellt, das seine Pforten extra für uns öffnet.

Jeden Tag steht ein anderer kultureller Schwerpunkt auf dem Programm – es gibt aber auch genügend Freizeit für eigenständige Erkundungen.

Damit alles glatt geht und ihr euch nicht so sehr um das Organisatorische kümmern müsst, fahren als Reisebegleiter eine Museumspädagogin, Karina Peschel und  ich, Madlen Graf, vorgesehen – ich mit. Ich mache zur Zeit mein Freiwilliges Kulturelles Jahr bei den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Was kostet die Reise?

Die Reise (Fahrt, Unterkunft, Frühstück) kostet 570 Euro.

(Wir erhoffen uns im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Dresden und Florenz eine Förderung über den Städtepartnerschaftsfond, so dass der Beitrag auf eine Summe von 520 Euro sinken könnte.)

Dazu kommen Eintrittsgelder für die Museen und die Führungen in Höhe von ca.65 Euro, diese versuchen wir jedoch, durch direkten Kontakt zu den Museen zu umgehen.

Für Nichtmitglieder der Jungen Freunde kostet  die Fahrt 30 Euro mehr.

Wo übernachten wir?

In Florenz  und auch in Rom werden wir  in einfachen und sauberen Pensionen untergebracht. Es gibt  Zwei- und  Dreibettzimmer.

In Florenz sind wir entweder im Hotel „Columbus“ untergebracht oder im Hotel „Rosina“.

In Rom übernachten wir am Meer im „Country Club“ einer Camping Clubanlage mit Zwei-und Dreimannbungalows.

Wie reisen wir?

Über Nacht mit dem Bus  eines Reiseunternehmens, welches uns auch von Rom nach Florenz bringt.

Wir freuen Uns auf Euch! – Die Jungen Freunde.

www.freunde-skd.de

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Bildnachweise für die Einzelbilder der Titelcollage:
  • Michelangelo Buonarroti: David, Marmor, Florenz/ Galleria dell’ Accademia;  1501 bis 1504; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de .
  • Wittel, Gaspar Adriaensz. van: Ansicht von Florenz, Öl auf Leinwand , 103,5 x 133 cm; Florenz, Palazzo Pitti; 1694; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de .
  • Carl Reichert: Rom, Panorama-Ansicht des Forum Romanum, Aquarell, 56,0 x 168,7 cm; München, Kunsthandel, Daxer & Marschall (2007); 1868; entnommen von: www.prometheus-bildarchiv.de .

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Die Dresdner Frauenkirche – Wunder aus Stein

Donnerstag, 13. November 2008 19:43

3355 Sandsteine – so nüchtern kann man die berühmteste Kuppel Dresdens beschreiben.[1] Das wird ihr allerdings keinesfalls gerecht denn sie gehört zu einem der emotionalsten Bauwerke Deutschlands. Die Rede ist vom Wahrzeichen der Elbestadt, der berühmten Frauenkirche auf dem Neumarkt, die mit ihrer monumentalen Steinkuppel die einzigartige Silhouette der vieltürmigen Stadt prägt. Als exklusiver Aussichtspunkt steht sie diesmal im Fokus der Dokumentationsreihe „Über den Dächern – Dresden, Stadt der Türme”.

Ratszimmermeister George Bähr legte 1726 den Grundstein für den prächtigen Kirchbau, der die zu klein gewordene und baufällige gotische Vorgängerkirche ablösen sollte. Der aus dem Erzgebirge stammende Baumeister hatte bis dato zwar schon an einigen Kirchbauten mitgewirkt, doch mit dem Bau der Frauenkirche erhielt sein Schaffen zweifellos eine völlig neue Dimension. Die Ansprüche an Bähr waren hoch, denn der frisch gekürte König von Polen, August der Starke, wollte „sein” Dresden mit einem prächtigen Sakralbau schmücken, um es konkurrenzfähig zu anderen Residenzen zu machen. Obwohl er selber zum Katholizismus übergetreten war, sicherte er seinen Untertanen die Religionsfreiheit zu und förderte gleichzeitig das Frauenkirchprojekt.

Zunächst plante George Bähr einen Zentralbau mit vier Ecktürmchen aus Stein und einer großen, kupfergedeckten Hauptkuppel. Da den Rat der Stadt auch damals schon Geldsorgen plagten und Kupfer ein sehr teures Material war, beschloss man nach kurzer Zeit, auch den Kuppelanlauf in Stein zu bauen. Schon zu diesem Zeitpunkt führte Bähr die Mauern stärker aus, als sie für eine Holzkuppel hätten sein müssen denn insgeheim träumte er, der gelernte Zimmermann, von einer komplett steinernen Kuppel. Nach jahrelangem Streit um die technische Machbarkeit eines solch gigantischen Projektes stimmten die Stadtväter George Bährs Plänen 1728 schließlich zu weil sie sich von der Kostengünstigkeit dieser Variante überzeugen ließen. Eine steinerne Kuppel war zwar nicht alltäglich, jedoch auch kein Novum in dieser Zeit. Ähnliche Konstruktionen kannte man damals z.B. aus Florenz oder Rom. Das wirklich faszinierende und bis heute weltweit einmalige an George Bährs Schöpfung war und ist die geschwungene Form der Frauenkirchenkuppel, die an eine Glocke erinnert und ihr so den liebevollen Namen „Steinerne Glocke” einbrachte.

202 Jahre lang trotzte die Steinerne Glocke allen Widrigkeiten und überstand sogar den Bombenhagel des II. Weltkrieges unbeschadet. Zum Verhängnis wurde ihr erst die große Hitze des Feuersturms, der nach den Luftangriffen vom 13. Februar 1945 in Dresden loderte, den Sandstein verbrannte und die Kirche zum Einsturz brachte. Erfolgreich wehrte sich die Bevölkerung zu DDR-Zeiten gegen die Räumung der Ruine. Insgeheim hofften die Menschen immer auf einen Wiederaufbau ihrer lieb gewonnenen Kirche, die zwar als Trümmerberg Mahnmal für den Frieden geworden war aber trotzdem dem Stadtbild in ihrer Schönheit fehlte. Kurz nach der Wende war die Zeit schließlich reif für den „Ruf aus Dresden”.[2] Dieser Aufruf zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche als ein Mahnmal und Zentrum für Frieden und Versöhnung ging um die Welt und regte Tausende zum Spenden an. Es folgten 12 hoch emotionale Jahre des Wiederaufbaus für Bauherren, Handwerker, Spender und die Dresdner Bürger. Mit modernster Technik und alter Handwerkskunst wurde das Projekt angegangen und gleichzeitig wurde versucht, so viel wie möglich Originalmaterial zu verwenden. 2005 konnte die Frauenkirche schließlich wiedergeweiht werden – dank der großzügigen Spendenbereitschaft sogar früher als geplant. Seitdem trohnt die Steinerne Glocke wieder über den Dächern des neu entstehenden Neumarktes. Weit ist ihr Glockengeläut zu hören und die Aussichtsplattform der Laterne lädt zum Aufstieg ein.

In einzigartiger Weise fügte George Bähr die Kuppel mit dem Rumpf der Frauenkirche über einen 11 m hohen, konkaven Tambourzylinder so zusammen, dass es keinerlei Unterschied mehr zwischen Dach und Wandflächen gibt. Es existiert praktisch nur eine Struktur – die Außenhaut. Lediglich die vier kleinen Glockentürme scheinen aus den Mauern des Kirchenraumes zu erwachsen um die Steinerne Glocke zu rahmen. Das barocke Wechselspiel zwischen konkavem und konvexem Schwung verleiht der Kuppel der Frauenkirche ihre außerordentliche Schönheit. Etwas eigenwillig wirkt die aufgesetzte, offene Laterne, die die 25 m hohe Kuppel abschließt und selbst noch vom Turmkreuz bekrönt wird.

Plastizität bringen schmale, lisenenartige Steinbänder, das horizontal umlaufende Fries sowie unterschiedlich große Fenster ins Spiel. Da die Kuppel enorm groß ist und somit starken Kräften standhalten muss, wurde sie – im Gegensatz zum Rest der Kirche – ausschließlich aus einwandfreiem, neuem Sandstein errichtet. Um statische Probleme vollständig auszuschließen, zog man zusätzlich acht Spannanker aus Edelstahl ein.

Ein wirkliches Erlebnis ist der Kuppelaufstieg. In 67 m Höhe hat man bei gutem Wetter eine exzellente Aussicht auf die Weiten des Elbtals, die Sächsische Schweiz und Dresden. Doch schon der Gang nach oben innerhalb der Kuppel birgt ganz eigene Reize.

Die Besteigung wird völlig separat vom Kirchenraum von der „Kuppelaufstieg Frauenkirche Dresden GmbH” durchgeführt. Zugang und Kasse befinden sich im Eingang G direkt gegenüber vom Coselpalais. Zwar sind die Eintrittspreise von 8 € für Erwachsene, 5 € für Ermäßigungsberechtigte und 20 € für Familien[3] nicht gerade knapp bemessen, trotzdem lohnt sich diese Geldanlage meiner Meinung nach sehr.

Zuerst gelangt man mit einem Fahrstuhl auf 24 m Höhe, von wo aus man seine Reise zu Fuß durch die Kuppel fortsetzt. Ein stufenlos ansteigender Wendelgang windet sich direkt zwischen Außen- und Innenkuppel in die Höhe und bietet zwischendurch durch Öffnungen in der Innenkuppel herrliche Ausblicke hinunter in die Kuppel und sogar in den Kirchenraum. Kurz bevor man diese 14% steile Rampe betritt, hat man darüber hinaus die Möglichkeit, den Kuppelmalereien von Giovanni Battista Grone, die 2004 von Christoph Wetzel wieder erschaffen wurden, auf Augenhöhe zu begegnen. Ergriffen blickt man nach oben und unten – in die Weite der Kuppel und die Weite des prächtig geschmückten Kirchenraumes – und wird mit zunehmender Höhe einfach überwältigt von der Erhabenheit dieser Kirche. Dem schlichten Wendelgang folgen noch zwei schmale, recht steile Treppen ehe man die Aussichtsplattform erreicht und seinen Blick nach Herzenslust schweifen lassen kann.

Öffnungszeiten:    März bis Oktober

Montag bis Sonnabend 10-18 Uhr

Sonntag 12:30-19 Uhr

November bis Februar

Montag bis Sonnabend 10-16 Uhr

Sonntag 12:30-16 Uhr


[1] Die Anzahl der Steine bezieht sich auf die Außenhaut der Außenkuppel (ohne Hintermauerung)

[2] Fakten zur Geschichte und technische Angaben entnommen aus: Helfricht, Jürgen: Die Dresdner Frauenkirche. Eine Chronik von 1000 bis heute, Husum 2003, 6. grundlegend aktualisierte Auflage 2006.

[3] Entnomen aus: http://www.frauenkirche-dresden.de/kuppelaufstieg.html

Thema: Über den Dächern - Dresden, Stadt der Türme, Wissenswertes | Kommentare (0) | Autor:

Ein gerechter Platz für Friedrich August den Gerechten

Samstag, 7. Juni 2008 14:38

Der erste König Sachsens, Friedrich August der Gerechte, hat seine letzte Reise angetreten. Seit dem 29. Mai hat die Bronzeplastik von dem Bildhauer Ernst Rietschel einen neuen Standort zwischen der Hofkirche und der Freitreppe zur Brühlschen Terrasse.

Nachdem das Monument seit 1843 zunächst im Zwingerhof errichtet wurde, musste es wegen der 1924 begonnen Restauration des Zwingers einige Standortwechsel über sich ergehen lassen. 1929 probeweise vor dem Mittelrisalit der Gemäldegalerie postiert, beschloss man 1930 seine Versetzung vor das Japanische Palais. Erst zur Ehrung Rietschels an seinem 200. Geburtstag vor vier Jahren rückte die Plastik, die neben dem Japanischen Palais an einem „unauffälligen und seines Wertes unwürdigen Ort“ gestanden habe, so Prof. Dr. Ingo Zimmermann, Präsident der Sächsischen Akademie der Künste, wieder in den Blickwinkel der Dresdner Kunstkreise. „Die Beseitigung des Reiterdenkmals für König Albert im Jahre 1952 und die Zerstörung 1956 ermöglichte auf dem leeren Schlossplatz vor dem Ständehaus eine angemessene Aufstellung“, sagt der Architekt Klaus F. W. Tempel. Dort ist die nachdenklich thronende Statue des Königs nach monatelanger Restauration nun wieder zu bestaunen. (…)

Mehr zur Statue des ersten Königs von Sachsen erfahren Sie im Report auf kunstgeschichten-dresden.de

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Denkmal des Königs Friedrich August I. bekommt neuen Standort

Montag, 26. Mai 2008 18:27

Am Donnerstag, den 29. Mai wird die restaurierte Bronzeplastik des ersten sächsischen Königs mit einem feierlichen Akt zwischen der Hofkirche und der Freitreppe zur Brühlschen Terrasse eingeweiht. Das Denkmal des Bildhauer wurde seit November 2007 restauriert. Umwelteinflüsse und der Zahn der Zeit nagten an dem zwischen 1831 – 1843 entstandenen Werk.

Erst der 200. Geburtstag Rietschels vor vier Jahren lenkte die Aufmerksamkeit auf die bedeutende Plastik. Ernst Rietschel (1804 – 1861), dessen erster größerer Auftrag das Denkmal König Friedrich August des Gerechten gewesen war, ist der Begründer der Dresdner Bildhauerschule des 19. Jahrhunderts. Als Professor an der Dresdner Kunstakademie hatte er großen Einfluss auf die Entwicklung eines lebensvolleren Wirklichkeitsverhältnisses in der Bildhauerei. Beginn der Feierlichkeiten auf dem Schlossplatz am 29. Mai ist 16 Uhr.

Ein Bericht über die Enthüllung und die anschließenden Feierlichkeiten demnächst hier bei kunstgeschichten-dresden.de (…).

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Buchtipp: Ken Follett – Säulen der Erde

Mittwoch, 7. Mai 2008 23:07

Ken Follett’s großes Meisterwerk „Säulen der Erde“ erzählt die Geschichte des Priors Philip und seines Baumeisters Tom. Beide Protagonisten wurden vom Schicksal schwer getroffen und haben den Traum, trotz Intrigen, Mord, Verrat, dem Widerstand des Klerus und privater Schwierigkeiten, eine in den Himmel ragende Kathedrale zu bauen, ein Zeugnis des christlichen Glaubens und gleichzeitig ein architektonisches Meisterwerk.

Die Kombination der Beschreibung der Biografien der Charaktere und das enorme Wissen Ken Follett’s über die Lebensweise im Mittelalter, sowie seine Sachkenntnis in Architektur, lassen dieses Werk zu einem großen Ganzen verschmelzen, bei dem es manchmal schwer fällt zu glauben, dass diese Geschichte frei erfunden ist. Die detailliert beschriebenen Handlungsstränge , ihre späteren Verbindungen und der historische Rahmen entwickeln sich zu einer monumentalen Erzählung.

Ein Muss für jeden Mittelalterfan!

Ken Follett; Säulen der Erde; Bastei-Lübbe; Bergisch Gladbach; 1990.

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Junge Freunde der SKD – Kunst und Jazz

Dienstag, 6. Mai 2008 17:50

junge

Die jungen Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden präsentieren Sich und die neue Ausstellung im Dresdner Residenzschloss: ”DruckStelle. Graphik von Chillida bis Uecker”. Bei Livemusik von der Jazz-Combo ‘Flaura & Phona’ kann man sich einen Eindruck von der Ausstellung machen, an nette Gesprächen über Kunst teilnehmen bzw. auch einfach nur lauschen, oder einfach nur mal einen schönen Kulturabend genießen. Für Getränke ist natürlich gesorgt – und eventuell wird man ja auch zu einem jungen Freund der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

22.05.08, ab 19:00Uhr – Im Residenzschloss Dresden, Eingang Sophienstraße, Eintritt frei!

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